Studierende

Wie steht es um den Versicherungsschutz bei Praktika?

Leisten Studierende ein Praktikum – unabhängig davon, ob es in der Studienordnung vorgesehen ist oder nicht – so sind sie auch für diese Zeit unfallversichert. Allerdings ändert sich im Regelfall die Zuständigkeit des Unfallversicherungsträgers. Zuständig ist für die Zeit des Praktikums der Unfallversicherungsträger des Praktikumsbetriebes. 


Absolviert ein Maschinenbau-Student ein Praktikum in einem Metallbetrieb, so ist hierfür die Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd zuständig. Bei einem Praktikum in der Verwaltung einer Universitätsklinik, die ein Mitgliedsunternehmen der Unfallkasse Hessen ist, ist der Studierende auch während des Praktikums über die Unfallkasse Hessen versichert.

Ist der Hochschulsport auch versichert?

Der allgemeine Hochschulsport soll einen Ausgleich für einseitige Belastungen der Studierenden z. B. durch die überwiegend sitzende Tätigkeit schaffen und letztlich zu deren Erholung beitragen. Ferner soll er den verschiedenen Gruppen der Studierenden eine Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens und der Integration bieten. 

Studierende sind unter folgenden Voraussetzungen beim allgemeinen Hochschulsport unfallversichert:

  • Das Sportangebot an den Hochschulen muss den Charakter einer offiziellen Hochschulveranstaltung besitzen,
  • das Sportangebot an den Hochschulen muss von der Hochschule selbst oder einer hochschulbezogenen Institution (AStA) durchgeführt werden,
  • die Sportausübung muss innerhalb des organisierten Übungsbetriebs, d. h. während der festgesetzten Zeiten und unter Leitung eines bestellten Übungsleiters stattfinden und
  • die einzelnen Veranstaltungen stehen in einem wesentlichen sachlichen Zusammenhang mit den gesundheitlichen, sozialen und persönlichkeitsbezogenen Aufgaben des Hochschulsportes.

Der Versicherungsschutz für die Studierenden ist im Wesentlichen also davon abhängig, ob der Hochschulsport dem organisatorischen Verantwortungsbereich der Hochschule zuzurechnen ist. 

Was versteht man unter dem Begriff „organisatorischer Verantwortungsbereich der Hochschule“?

Der organisatorische Verantwortungsbereich erfordert einen unmittelbaren räumlichen und zeitlichen Zusammenhang zur Hochschule, der verlassen ist, wenn eine Einwirkung durch Aufsichtsmaßnahmen der Hochschule nicht mehr gewährleistet ist.

Die Hochschule muss also zeitliche, örtliche, inhaltliche und organisatorische Einwirkungsmöglichkeiten haben. 

Bei Exkursionen oder Auslandsfahrten muss in der Regel ein Angehöriger der Hochschule vor Ort die Aufsicht ausüben und die Tätigkeiten organisieren und koordinieren.

Wann bin ich als Student versichert?

Es sind grundsätzlich nur eingeschriebene (immatrikulierte) Studierende gesetzlich unfallversichert. Gasthörer oder so genannte Senioren- oder Ruhestandsstudierende sind nicht versichert, da diese Studien Freizeitcharakter aufweisen. 

Versichert sind bereits der Weg zur Immatrikulation und auch noch der Weg von der Exmatrikulation nach Hause. 

Versicherungsschutz besteht bei allen studienbezogenen Tätigkeiten, die im organisatorischen Verantwortungsbereich der Hochschule liegen. Dazu gehören nicht nur der Besuch von Vorlesungen, Seminaren oder Übungen, sondern auch die Beteiligung an studentischer Selbstverwaltung, der Besuch der Universitätsbibliothek oder auch Exkursionen. 

Nicht versichert sind demgegenüber die Anfertigung einer Diplomarbeit, private Studienfahrten oder das Nachbereiten einer Vorlesung in den eigenen vier Wänden.