Psychische Belastung und Beanspruchung/Stress

Ein sehr gestresster Mann, der sich mit beiden Händen unter seiner Brille die Augen reibt.

In den letzten Jahrzehnten haben die Veränderungen in der Arbeitswelt zu einem Wandel der Arbeitsbelastungen für die Beschäftigten geführt. In vielen Bereichen konnten die körperlichen Belastungen verringert werden, heute dominieren häufig die psychischen Belastungsfaktoren. Diese verursachen Leid für die Betroffenen, aber auch enorme Kosten für Unternehmen und Staat.

Zeit- und Leistungsdruck, große Arbeitsmenge, Angst vor Arbeitsplatzverlust, Doppelbelastung durch Beruf und private Verpflichtungen, aber auch Probleme mit Vorgesetzen und Kollegen, sowie eine unzureichende Vorbereitung auf neue Arbeitsaufgaben und -methoden werden von den Beschäftigten als bedeutende Belastungsfaktoren genannt.

Psychische Belastung – was ist das?
Nach der Norm DIN EN ISO 10075-1 ist die "psychische Belastung die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken".

Die arbeitsbedingte psychische Belastung eines Menschen ergibt sich aus:

  • der Arbeitsaufgabe
  • der Arbeitsumgebung
  • der Arbeitsorganisation
  • der sozialen Komponenten
  • den Arbeitsmitteln.

Psychische Beanspruchung – was ist das?
"Psychische Beanspruchung ist die unmittelbare Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategien" (DIN EN ISO 100785-1).

Die Begriffe der Belastung und Beanspruchung werden wertneutral verwendet. Belastungen, wie auch Beanspruchungen, können sowohl positive als auch negative Folgen für die beanspruchte Person haben. (Siehe dazu Belastungs-Beanspruchungs-Modell).

Beschäftigte erleben die Beanspruchungen aus ihrer Arbeitstätigkeit dann als positiv, wenn die Arbeit als herausfordernd und anregend erlebt wird und Entwicklungsmöglichkeiten beinhaltet. Dazu sollten die Arbeitsanforderungen weder zu hoch noch zu niedrig sein.

Wird der Mensch jedoch dauerhaft über- oder unterfordert, so spricht man von einer Fehlbeanspruchung. Diese Störung des inneren Gleichgewichts kann zu Leistungsminderung, erhöhten Fehlzeiten und schweren gesundheitlichen Schäden führen. Es liegt daher sowohl im Interesse des Arbeitnehmers, als auch im Interesse des Arbeitgebers, Über-, aber auch Unterforderung, zu vermeiden.

Stress – was ist das eigentlich?
Das Thema Stress ist heutzutage in aller Munde und in vielen privaten Lebensbereichen und am Arbeitsplatz präsent.

Der Begriff "Stress" wird in unterschiedlicher Art und Weise verwendet. Aus medizinischer und biologischer Sichtweise ist Stress eine natürliche Reaktion des Organismus auf äußere Belastungen. Stressreaktionen betreffen sowohl die körperliche, als auch die Verhaltens- und Erlebensebene.

Arbeitsbedingter Stress ist die "emotionale und psychophysiologische Reaktion auf ungünstige und schädliche Aspekte der Arbeit, des Arbeitsumfelds und der Arbeitsorganisation. Stress ist ein Zustand, der durch hohe Aktivierungs- und Belastungsniveaus gekennzeichnet ist und oft mit dem Gefühl verbunden ist, man könne die Situation nicht mehr bewältigen" (Europäische Kommission, Generaldirektion V, 1997).

Stress entsteht in der Regel dann, wenn ein Ungleichgewicht zwischen den Arbeitsanforderungen und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten besteht.

Ansprechpartnerin

Dipl. Psychologin Claudia Gerardi
Prävention
Leonardo-da-Vinci-Allee 20
60486 Frankfurt am Main
Telefon 069 29972-205
E-Mail: c.gerardi[at]ukh.de