ErgoKita: Ergonomische Arbeitsgestaltung

Erzieherin in der Kita

Eine Studie der Arbeitsbedingungen in Kitas soll helfen, Muskel-Skelett- Erkrankungen bei Erziehern und Erzieherinnen vorzubeugen.  

Erzieher und Erzieherinnen erleben in ihrem Arbeitsalltag oft hohe Belastungen ihres Muskel-Skelett-Systems, zum Beispiel durch Zwangshaltungen aufgrund von niedrigen Arbeitshöhen. Die ergonomische Arbeitsgestaltung in Kindertageseinrichtungen (Kitas) ist deshalb immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen.

Zur Erfassung des aktuellen Kenntnisstandes und zur Planung geeigneter Präventionsmaßnahmen hat das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) die Arbeitsgruppe "ErgoKita" aus Vertretern der Unfallkassen Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sowie des Instituts für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt (IAD), gegründet.

In einem ersten Schritt hat das IAD in Kooperation mit dem IFA eine Literatur- und Produktrecherche zur Belastungssituation und zu möglichen Präventionsansätzen in Kitas durchgeführt. Die Literaturstudie ergab,

  • dass bisher nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema durchgeführt wurden und keine aktuellen Zahlen zur Muskel-Skelett-Belastungssituation bei Erziehern und Erzieherinnen in Deutschland vorliegen.
  • Ferner ist der Einfluss struktureller Rahmenbedingungen, wie beispielsweise der steigenden Zahl betreuter Unter- Dreijähriger, derzeit nicht bekannt.

Die Produktrecherche zeigte erste Lösungsansätze zur Belastungsreduktion auf, wie spezielle Tische oder Stühle für das Erziehungspersonal, deren Wirksamkeit bislang jedoch nicht wissenschaftlich evaluiert wurde. Vor diesem Hintergrund hat sich die ErgoKita-Arbeitsgruppe für eine Erhebung der Belastungssituation in Kitas und eine Interventionsstudie zur wissenschaftlichen Evaluation von Präventionsmaßnahmen ausgesprochen.

Dazu sollen Kitas nach möglichen Einflussfaktoren auf die Belastungssituation in Kategorien eingeteilt werden und in einer Ist-Zustands-Analyse die physische und psychische Arbeitssituation in mehreren Einrichtungen ermittelt werden. Aus den Ergebnissen der Ist-Zustands- Analyse sollen dann Präventionsmöglichkeiten abgeleitet und die Kitas bei deren Umsetzung unterstützt werden. Die Wirksamkeit der Maßnahmen soll unter anderem mittels standardisierter Fragebögen und physiologischer Messungen evaluiert werden. Abschließend sollen die Ergebnisse in Handlungshilfen für die Praxis ihren Niederschlag finden.

Die ErgoKita-Interventionsstudie stößt auf großes Interesse bei Kitas und beginnt im Jahr 2011.

Außengelände für Krippenkinder

Neue Information für die Kita-Praxis

Krippenkinder sind nicht nur einfach jünger und kleiner als Kindergartenkinder, sie befinden sich auch in einem anderen Entwicklungsstadium. Viele Fähigkeiten der "späteren Kinderjahre" sind noch nicht vorhanden oder entwickeln sich erst noch. Hieraus ist beim Planen des Außengeländes mit besonderer Sorgfalt ein dementsprechender Bereich zu konzipieren. Vielfach liegen bezüglich der Gestaltung von Krippenaußengeländen bislang noch wenige Erfahrungen vor und geeignete Literatur ist kaum verfügbar. 

Diese Broschüre trägt dazu bei, die Lücke zu schließen. Sie richtet sich an Planer(-innen), Erzieher(-innen) sowie Träger und soll, neben der Sensibilisierung für die Belange Krippenaußengeländegestaltung, auch Grundwissen und Beispiele zur gelungenen Umsetzung liefern.

Die Informationsschrift als Download finden Sie hier.

Waldkindergarten

Ein Waldkindergarten oder häufige Ausflüge in naturnahe Umgebungen bieten vielfältige Möglichkeiten die negativen Zivilisationserscheinungen für Kinder zu kompensieren. Naturverständnis und Umweltbewusstsein werden geweckt, Grundwissen über den eigenen Körper vermittelt, soziale Kompetenz und kognitive Fähigkeiten entwickelt.

Darüber hinaus bietet der Wald ein breites Spektrum zur Förderung der kindlichen Wahrnehmung und Bewegung. Gleichzeitig muss aber auch den besonderen Umgebungsbedingungen des Waldes Rechnung getragen werden. Die Kinder müssen in die Lage versetzt werden mit entwicklungsmäßig angemessenen Risiken umzugehen. Begleiter (Eltern, Erzieher) müssen den darüber hinaus gehenden Schutzrahmen bieten.

Neue Unfallverhütungsvorschrift "Kindertageseinrichtungen"

Die Vertreterversammlung der UKH beschloss im Dezember 2008 die neue Unfallverhütungsvorschrift (UVV) "Kindertageseinrichtungen". Sie tritt zum 01.10.2009 in Kraft. Die Notwendigkeit einer neuen Vorschrift ergab sich u.a. durch die fehlenden Regelungen im Krippenbereich. In der UW sind lediglich Schutzziele beschrieben. Konkrete Beispiele für die Umsetzung dieser Schutzziele in der Praxis sind den Regeln zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz in Kindertageseinrichtungen zu entnehmen.

Mit der Gültigkeit der Regel "Kindertageseinrichtungen" trat gleichzeitig die nun überholte bisherige „Richtlinie für Kindergärten – Bau und Einrichtung“ (GUV RSR 2002) außer Kraft. Die neue Unfallverhütungsvorschrift "Kindertageseinrichtungen" und die zugehörige Regel stehen für Sie als Download zur Verfügung.

 Eine Übersicht wesentlicher Anforderungen finden Sie hier.

Aussengelände

Ein bewegungsfreundlich und gleichzeitig sicher gestaltetes Außengelände ist ein wichtiger Aspekt im Gesamtkonzept jeder Kindertagesstätte. Daher kommt der optimalen Gestaltung des Außengeländes eine zentrale Bedeutung zu. Wie Außengelände gestaltet bzw. umgestaltet werden können, dass sie sichere, naturnahe Bewegungsräume für Kinder bieten in denen möglichst vielfältige Bewegungserfahrungen gesammelt werden können dazu möchte die Unfallkasse Hessen Anregung und Unterstützung geben.