Projekte der Allgemeinen UnfallversicherungMultiplikatorenausbildung "Umgang mit aggressiven Patienten" Seit vielen Jahren bilden durch Tätlichkeiten von Patienten verursachte Verletzungen mit einer Quote von 20 bis 25 % aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle in psychiatrischen Einrichtungen einen Unfallschwerpunkt. Mit den Unfallanzeigen wird jedoch nur ein sehr kleiner Ausschnitt des Gesamtproblems "aggressives Verhalten" erfasst. Die durch Handlungen gegen Mitpatienten oder sich selbst sowie die durch Sachbeschädigung, verbale Drohungen, Beschimpfungen und einschüchterndes Verhalten verursachten psychischen Belastungen bleiben hierbei unberücksichtigt. Im Jahr 2000 wurde das Thema erstmals bei Seminaren der Unfallkasse Hessen aufgegriffen und auf zweitägigen Veranstaltungen ein Überblick über die vielen Facetten dieses Problems gegeben. Intention dieser Seminare ist es, Personen, die am innerbetrieblichen Arbeitsschutz beteiligt sind, für das Problem zu sensibilisieren und diese zu motivieren, etwas dagegen zu unternehmen. Idealvorstellung ist es hierbei, dass von den Seminarteilnehmer/innen in den einzelnen Mitgliedsbetrieben entsprechende Maßnahmen angeregt werden. Angesprochen, jedoch nicht vertieft, wurden im Rahmen der bisherigen Seminare die Themen Unfallgeschehen auf Grund aggressiver Handlungen, Wahrnehmung von Angst, Körpersprache, Erkennen von kritischen Situationen, Verhalten bei aggressiven Handlungen, Umgang mit Gewalt, Abwehrtechniken, Überwältigung von aggressiven Personen und rechtliche Vorschriften. Ermutigt von der guten Resonanz auf die bisherigen Seminare entstand in der Hauptabteilung Prävention der Unfallkasse Hessen der Plan, die Mitgliedsbetriebe bei Präventionsmaßnahmen auf diesem Gebiet intensiver zu unterstützen. Angesichts der begrenzten finanziellen Ressourcen war von Anfang an klar, dass es nicht möglich sein würde, allen Versicherten aus diesen Bereichen durch die UKH eine Ausbildung direkt anzubieten - dies ist nur über ein Multiplikatorenmodell zu gewährleisten. Zentraler Ansatzpunkt des Programms ist es, die Beschäftigten in die Lage zu versetzen, Situationen, die in körperliche Auseinandersetzungen münden können, zu erkennen und möglichst so zu steuern, dass eine Eskalation nicht stattfindet. Erst wenn dies nicht gelingt, soll durch die angepasste und professionelle Anwendung von physischer Gewalt als letztem Mittel die körperliche Unversehrtheit aller Beteiligten sichergestellt werden. Unter dem Titel "Umgang mit aggressivem Verhalten im Gesundheitsdienst" wurde ein umfassendes Präventionsprogramm entwickelt, mit dem alle Bereiche dieses Problemfeldes erreicht werden können. Da die zur Umsetzung des Programms erforderlichen Mittel den normalen Seminarhaushalt sprengen würden, wurden hierfür nach entsprechenden Voten von Vorstand, Präventionsausschuss und Vertreterversammlung zusätzliche Mittel bereitgestellt. Im Dezember 2001 wurde das Programm den Betrieben mit psychiatrischen Abteilungen in Form eines Kooperationsvertrages angeboten. Zielgruppe Ansprechpartner/-in Kontakt |


