2009-06

Das Thema Ladungssicherung spricht 300 Praktiker an

Frankfurt/Lollar, 1. April 2009

 

300 Praktiker aus kommunalen Bauhöfen und Straßenmeistereien, aber auch Sicherheitsingenieure, Arbeitssicherheitsfachleute, Vertreter des Landesbetriebs "Straßen NRW", der Unfallversicherungen von Bund und Land sowie anderer Einrichtungen kamen am 1. April ins Bürgerhaus Lollar, um sich zu Fragen der Ladungssicherung beim Winterdienst auf den aktuellsten Stand zu bringen.

 

Schon äußerlich war das Thema der Tagung, veranstaltet von der Unfallkasse Hessen (UKH) in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium (RP) Gießen, sichtbar, standen doch - bei strahlendem Sonnenschein - zahlreiche Streudienstfahrzeuge auf dem Hof vor dem Bürgerhaus. Denn um eben die ging es: Streufahrzeuge, meist ausgestattet mit mobilen, aufgesetzten Streugeräten, deren Befestigung eine häufige Fehlerquelle ist. Natürlich ging es in Lollar auch um Erkenntnisse, die bei andersartigen Ladungen für mehr Sicherheit sorgen können.

Begrüßt wurden die Teilnehmer von Dr. Torsten Kunz, Leiter der Prävention der UKH, und Henning Bick, Leiter der RP-Abteilung Regionalplanung, Bauwesen und Verkehr. Basiswissen zu Unfallverhütungsvorschriften und gesetzlichen Grundlagen (z. B. Straßenverkehrsordnung) vermittelten dann Thomas Rhiel (UKH) und Jürgen Freigang (RP). Rhiel betonte besonders, dass eine Gefährdungsbeurteilung durch den Betriebsleiter durchgeführt werden muss, um eine korrekte, sichere Handhabung sicherzustellen. Freigang unterstrich, dass Fahrzeughalter und -führer gesetzlich zur ordnungsgemäßen Ladungssicherung verpflichtet sind; wenig bekannt sei, dass bereits laut § 22 Straßenverkehrsordnung die Ladung eine Vollbremsung oder ein Ausweichmanöver ohne Verrutschen überstehen muss. "Natürlich sind auch die Hersteller der Streumaschinen in der Pflicht, die Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Ladungssicherung zu schaffen", so Freigang weiter.

Michael Barfuss vom "Verkehrssicherheitsteam" aus Hohenahr machte die physikalischen Kräfte deutlich: Im Falle eines Falles drücke eine 20 Tonnen (t) schwere Ladung mit 80 Prozent ihres Gewichts (hier 16 t) auf die Stirnwand beziehungsweise zerre mit dieser Kraft an Spannketten oder Gurten. Firmentechniker verschiedener Hersteller erläuterten im einzelnen die Anforderungen, die daher an Ketten, Gurte, Zurrpunkte und Anti-Rutschmatten zu stellen sind. Die zahlreichen Fragen der Teilnehmer machten RP-Ladungssicherungsfachmann Jürgen Freigang eines deutlich: "Wir haben den richtigen Kundenkreis eingeladen - diejenigen, die oft nachts ausrücken müssen oder noch vor dem morgendlichen Berufsverkehr bei Wind und Wetter auf glatten Straßen für unsere Sicherheit unterwegs sind."

 

Bilder der Veranstaltung in Lollar

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