Pflegende Angehörige und häusliche Pflegepersonen

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Über 400.000 pflegebedürftige Menschen in Hessen werden zu Hause gepflegt. Jemanden zu pflegen bedeutet, großen Einsatz zu bringen. Dieses gilt sowohl psychisch als auch physisch. Der Gesetzgeber hat dies erkannt und die häusliche Pflege unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gestellt. Angehörige, die einen Menschen in seinem Haushalt pflegt, stehen unter dem gesetzlichen Unfallschutz der Unfallkasse Hessen.

Versichert bei der häuslichen Pflege

Wer einen Menschen in dessen Haushalt pflegt, beim Baden, Anziehen oder Essen hilf, steht unter gesetzlichem Unfallschutz.

Voraussetzung ist, dass die Pflegetätigkeit

  • dem Pflegebedürftigen min. Pflegegrad 2 im Sinne des Sozialgesetzbuches zugutekommt,
  • nicht erwerbsmäßig ist, d. h. die Pflegeperson keine finanzielle Zuwendung bekommt, die das gesetzliche Pflegegeld übersteigt,
  • in häuslicher Umgebung stattfindet,
  • mindestens einen Umfang von zehn Stunden pro Woche, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche hat.

Versichert sind unmittelbar pflegebezogene Tätigkeiten wie:

  • Mobilität z. B. Hilfe beim Aufstehen und Zubettgehen, beim An- und Auskleiden, Stehen, Treppensteigen,
  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten z. B. Hilfe beim Lesen der Uhrzeit/des Datums
  • Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen z. B. Beruhigen des Pflegebedürftigen bei Angstzuständen oder Wahnvorstellungen
  • Selbstversorgung z. B. Hilfen beim Essen und Trinken, dem An- und Ausziehen
  • Krankheits- oder therapiebedingte Anforderungen und Belastungen z. B. auf den Wegen zu Arzt- oder Therapiebesuchen
  • Alltagsleben und soziale Kontakte z. B. Organisation sozialer Kontakte wie beispielsweise dem Schreiben von Briefen, E-Mails
  • Hilfen bei der Haushaltsführung z. B. auf den Wegen von und zu Behörden und Banken
  • Wege z. B. ist auch der direkten Weg zum oder vom Ort der Pflegetätigkeit gegen Unfälle versichert

Nicht versichert sind Tätigkeiten, die nicht in einen der oben genannten Bereiche fallen. Kein Versicherungsschutz besteht bei außerhäuslichen Aktivitäten, die nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit den pflegerischen Maßnahmen oder den Hilfen bei der Haushaltsführung stehen (z. B. Begleitung bei Spaziergängen als Freizeitbeschäftigung oder beim Besuch kultureller Veranstaltungen). Diese und weitere Informationen haben wir in einem Merkblatt für Sie zusammengefasst, damit Sie sie in Ruhe nachlesen können.


Inform – Das Magazin der UKH

Ausgewählte Artikel zur Pflege und wie die UKH Unfallopfern hilft, die Zuhause gepflegt werden, stellen wir auf Inform online bereit:


Weiterführende Informationen

Hier finden pflegende Angehörige im Magazin "Pflege daheim" immer wieder neue Anregungen wie sie z. B. Job und häusliche Pflege miteinander vereinbaren können. Sie können sich das Magazin kostenfrei herunterladen oder nach Hause bestellen.