Kinder in Tageseinrichtungen

Sind die Kinder bei Bewegungsangeboten in Kooperation mit einem Sportverein (Übungsleiter*in des Vereins kommt in die Kita oder Kita-Kinder besuchen Sportstätte) gesetzlich unfallversichert?

Die Kinder sind grundsätzlich bei Bewegungsangeboten über die UKH gesetzlich unfallversichert, wenn es sich um offizielle Veranstaltungen des Kindergartens handelt. Der Versicherungsschutz besteht allerdings nur für Körperschäden – Sachschäden sind nicht abgedeckt.

Sind die Kinder bei einem gemeinsamen Fußmarsch auch auf dem Weg zwischen Kindergarten und Turnhalle gesetzlich unfallversichert?

Ja, der Versicherungsschutz besteht auf dem Weg zwischen Kindergarten und Sportstätte. Unabhängig von der Frage des Versicherungsschutzes muss selbstverständlich eine entsprechende Beaufsichtigung durch genügend Begleitpersonal von der Kita gewährleistet sein.

Besteht der gesetzliche Unfallversicherungsschutz auch, wenn die Kinder im Privat-Pkw (Eltern oder Kita-Personal) mitfahren oder der Sportverein einen Fahrdienst übernimmt?

Auch bei diesen Fahrten besteht Versicherungsschutz. Es ist u. E. jedoch wichtig, dass die Eltern der mitfahrenden Kinder im Vorfeld ihr Einverständnis schriftlich erklären.

Die Kita muss in Abstimmung mit dem Träger die als Fahrer eingesetzten Personen offiziell (möglichst schriftlich) beauftragen. Dann sind diese ebenfalls gesetzlich unfallversichert.

Selbstverständlich ist darauf zu achten, dass die Kinder entsprechend den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung, d. h. mit geeignetem Kindersitz und Sicherheitsgurt, transportiert werden.

Die Frage der KFZ-Versicherung (bei Schäden am eingesetzten Fahrzeug) muss getrennt bewertet werden.
 

Die Erzieherin/der Erzieher hat keine Übungsleiter-Lizenz. Sind die Kinder bei den Bewegungsangeboten auch dann gesetzlich unfallversichert?

Dieser Versicherungsschutz für die Kinder besteht auch dann. Die Erzieher*innen müssen natürlich über ausreichende Fachkenntnisse verfügen, insbesondere hinsichtlich des Geräteeinsatzes und der entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen.

Welche Geräte können von den Erzieher*innen eingesetzt werden?

Sie dürfen nur solche Geräte verwenden, die sie aufgrund ihrer Aus- oder Fortbildung fachgerecht einsetzen können. Hierzu gehören u. a. Kenntnisse über Gefahren und Schutzmaßnahmen wie z. B. Fallschutz (Matten).
 

Wie sieht es mit der Nutzung von typischen Sporthallengeräten in der Vereinssporthalle aus?

Hierfür gilt ebenfalls, dass nur solche Geräte verwendet werden dürfen, für deren Einsatz seitens bei den Erzieher*innen entsprechende Fachkenntnisse vorliegen. Dies müssen die Kita-Mitarbeiter*innen und Leitungen vor der Hallennutzung klären. In diesem Rahmen sollte auch eine qualifizierte Unterweisung in der Hallennutzung (spezifische Gefahren) durch eine Sportfachkraft erfolgen.

Sind Kinder auch beim einmaligen oder gastweisen Besuch einer Tageseinrichtung versichert?

Versicherungsschutz besteht, wenn das Gastkind offiziell aufgenommen und in das Betreuungsangebot integriert wird.

Wann ist ein Kind, das von einer Tagesmutter betreut wird, gesetzlich unfallversichert?

Voraussetzung für den Versicherungsschutz der Kinder ist die Feststellung der besonderen Eignung der Tagespflegeperson. Diese erfolgt durch den Träger der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendamt). Die Eignung der Tagespflegeperson ist Voraussetzung für den gesetzlichen Versicherungsschutz der betreuten Kinder. Kinder in privat organisierter Tagespflege sind weiterhin unversichert.


Versicherungsschutz besteht nur bei Fremdbetreuung, die Betreuung der eigenen Kinder durch die Tagespflegeperson ist nicht versichert. 

Die versicherte Betreuung kann auch im Haushalt der Eltern des Kindes stattfinden.

Der Versicherungsschutz besteht „während der Betreuung“. 

Der Begriff der Betreuung schließt daher alle Tätigkeiten des Kindes in dieser Zeit ein. Nicht im Zusammenhang mit der Betreuung stehende eigenwirtschaftliche (private) Tätigkeiten sind unversichert. Angesichts des typischen Alters der betreuten Kinder (bis drei Jahre) ist dies aber auch in tatsächlicher Hinsicht kaum möglich.

Die Kinder sind nur dann versichert, wenn die Tagespflegeperson eine Pflegeerlaubnis des Jugendamtes hat bzw. diese beantragt hat. Zur Prüfung des Versicherungsschutzes muss eine Kopie der Pflegeerlaubnis angefordert werden.

Bin ich als Tagesmutter auch bei der Unfallkasse Hessen versichert?

Tagesmütter sind grundsätzlich ebenfalls gesetzlich unfallversichert. Über den zuständigen Unfallversicherungsträger entscheidet jedoch die Form der Betreuung. 

Ist die Tagesmutter selbständig tätig (und betreut die Kinder beispielsweise bei sich zu Hause), so ist sie bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (www.bgw-online.de) versichert. Dort hat eine Meldung innerhalb einer Woche nach Aufnahme der Tätigkeit zu erfolgen. 

Betreut die Tagesmutter überwiegend Kinder einer Familie in der Familienwohnung, so wird sie als Angestellte des Haushalts angesehen. Dann ist die Unfallkasse Hessen zuständig und die Tagesmutter muss hier angemeldet werden. 
Zusätzlich ist in diesem Fall eine Meldung des Arbeitgebers (z. B. der Eltern) bei der Minijobzentrale erforderlich, wenn das Entgelt unter 400 Euro liegt.

Sind Geschwister- oder Besuchskinder während des Aufenthalts in einer Tageseinrichtung versichert?

Besuchskinder (auch Gastkinder genannt), die gelegentlich (auch nur für einen Tag) in eine Tageseinrichtung gehen und zusammen mit den anderen Kindern betreut werden, sind ebenfalls versichert. Sie müssen also bewusst und gewollt in das Betreuungskonzept der Einrichtung aufgenommen werden. Dabei handelt es sich um solche Kinder, die in eine Kindertageseinrichtung gegeben werden, ohne dass für diese Kinder ein Betreuungsvertrag mit der Einrichtung geschlossen worden ist. Meistens sind dies die kleineren Geschwister von Kindern, welche die Einrichtung regulär besuchen.  

Ebenso sind Kinder, die ansonsten in einer anderen Tageseinrichtung bzw. von einer Tagespflegeperson betreut werden und nur ausnahmsweise die Betreuungsform bzw. die Einrichtung wechseln, versichert. Dies kann z. B. in Krankheitsfällen oder in den Einrichtungsferien der Fall sein.

Ist ein Kind nur auf dem Gelände der Tageseinrichtung geschützt?

Kinder in Tageseinrichtungen sind für die Dauer des Besuchs grundsätzlich bei allen Tätigkeiten versichert. Dies gilt ausnahmsweise auch für den Toilettengang oder die Einnahme einer Mahlzeit. Der Versicherungsschutz besteht ferner auf den unmittelbaren Wegen sowie für die Zeit, in der die Tageseinrichtung die Obhutspflicht ausübt. Auch von der Tageseinrichtung veranstaltete Ausflüge, Besichtigungen etc. sind versichert. Besondere Veranstaltungen wie das Mitbringen eines Tieres in der Einrichtung aus pädagogischen Gründen oder eine Brandschutzunterweisung durch die Feuerwehr stehen ebenfalls unter gesetzlichem Unfallversicherungsschutz. Die Obhutspflicht endet mit dem erlaubten Verlassen der Einrichtung bzw., wenn die Kinder wieder den Eltern übergeben werden.

Welche Unterlagen sind erforderlich, um eine Tageseinrichtung für Kinder zu eröffnen?

Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung verlangen als Grundvoraussetzung die Beschäftigung fachlich qualifizierten Personals, d.h. zumindest die Leitung der Einrichtung muss in den Händen einer staatlich geprüften sozialpädagogischen Fachkraft liegen. Daneben sind eine Vereinssatzung, die Gemeinnützigkeitsbescheinigung des Finanzamtes sowie eine Betriebserlaubnis des Landesjugendamtes erforderlich. Abschließend benötigen wir von Ihnen den Namen und die Adresse der Einrichtung, dazu noch Anzahl und Alter der Kinder, welche die Einrichtung regelmäßig besuchen.