16.01.2019 - Gesetzliche Unfallversicherung gibt Hinweise:

Dächer sicher von der Schneelast befreien

Absturz gesicherte Person räumt ein Dach von der Schneelast mit Schneeschieber frei.

Wer Schnee auf Dächern räumt, sollte unbedingt auf eine fachgerechte Absturzsicherung achten. Darauf weisen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hin. Was ist zu beachten, damit die Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr, Hilfeleistungsorganisationen, Bundeswehr, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von entsprechenden Firmen und Privatpersonen sicher sind bei ihrer Arbeit auf den Dächern? Die gesetzliche Unfallversicherung gibt dazu Tipps und weiterführende Hinweise.

Wird die Schneedecke auf einem Dach zu schwer, ist die Statik des Gebäudes gefährdet. Um einer möglichen Einsturzgefahr zuvor zu kommen, werden die Dächer geräumt. Ob eine Räumung geboten ist, ergibt eine Prüfung durch eine fachkundige Person. Sie prüft sowohl die Statik und den Zustand des Gebäudes als auch das Gewicht der Schneelast. Die hierzu erforderlichen Lastannahmen sind in Normen geregelt*. Für die direkte, manuelle Ermittlung der Schneelast können Schneemessrohre verwendet werden. Dabei wird mit einem Rohr eine Schneemenge ausgestochen, gewogen und als Flächenlast umgerechnet.

Nachdem der Eigentümer bzw. Gebäudebetreiber so ermittelt hat, ob eine Schneeräumung erforderlich ist, müssen die verantwortlichen Einsatzkräfte vor Beginn der Arbeiten ein Räumkonzept und eine Gefährdungsbeurteilung erstellen. Eine Person mit hierfür ausreichenden Kenntnissen sollte dann die Räumarbeiten koordinieren und überwachen.

"Eine gute Vorbereitung ist das A und O für einen sicheren Einsatz", sagt Martin Sobottke von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). "Ebenso wichtig ist eine gute Kommunikation aller Beteiligten und die Identifizierung möglicher Gefahrenquellen. Ein besonderes Augenmerk muss auf die Absturzgefahr und entsprechende Schutzmaßnahmen gelegt werden."

Worauf müssen Einsatzkräfte achten?
Um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten, müssen vor der Schneeräumung eines Daches einige Rahmenbedingungen geprüft werden.

  • Wie sehen die Wetterprognosen aus? Ist weiterer Schneefall angekündigt?
  • Welche Arbeitsmittel werden auf der Dachfläche benötigt und wie können sie dorthin transportiert werden?
  • Wie weit erhöht sich die Last auf dem Dach durch die Einsatzkräfte und ihr Material?
  • Gibt es einen sicheren Zugang zur Dachfläche?
  • Gibt es sichere Abwurfstellen für den Schnee?
  • Wie sehen die Absturz- und Durchsturzsicherungsmaßnahmen für die Einsatzkräfte aus?

Auf Flachdächern sollten die Einsatzkräfte möglichst durch eine Umwehrung gesichert sein. Ist diese nicht vorhanden und es besteht Absturzgefahr, müssen die Einsatzkräfte durch persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz gesichert werden. An Steildächern müssen temporäre Auffangeinrichtungen eingerichtet werden. Wenn dies nicht möglich ist, muss ebenfalls eine Sicherung durch persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz erfolgen. Dazu müssen geeignete Anschlageinrichtungen, möglichst am Dachfirst, montiert werden oder mit einem Kran oder der Drehleiter der Feuerwehr geschaffen werden.

*) Für Schnee- und Eislasten gilt die DIN EN 1991-1-3/NA: 2010-12 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke – Teil 1-3: allgemeine Einwirkungen – Schneelasten

Weitere Informationen finden Sie in der DGUV Information 212-002 "Schneeräumung auf Dachflächen".

Bild: ©Adobe Stock, Parilov

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Wer ehrenamtlich bei der Europawahl hilft, steht automatisch unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Versicherungsschutz gilt sowohl im Wahlbüro als auch auf den dazugehörigen Wegen. Im Falle eines Unfalls wenden Sie sich bitte an Ihre Kommune, für die Sie als Wahlhelfer*in ehrenamtlich tätig geworden sind. Diese erstellt die Unfallanzeige oder Sie wenden sich selbst direkt bei der UKH telefonisch 069 29972-440 oder per Mail ukh[at]ukh.de. Es ist nicht nötig, sich im Vorfeld bei der UKH anzumelden. Bild: @Adobe Stock

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