Entsorgung/Abfall

Allgemeines

Mitarbeiter eines Entsorgungsbetriebes, entleert eine Abfalltonne am Entsorgungsfahrzeug.

Bei der Einsammlung und Behandlung von Abfällen sind die Beschäftigten der Entsorgungsbetriebe erheblichen Gefährdungen ausgesetzt. Hohe physische, aber auch erhebliche psychische Anforderungen führen zu einem Unfallaufkommen, dass gemessen an anderen Betriebsarten deutlich erhöht ist. Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind jedoch eine ganz wesentliche Voraussetzung für eine hohe Effektivität und Produktivität.

Aktuelles Seminarangebot

Die Unfallkasse Hessen stellt Ihren Mitgliedern darüber hinaus ein umfangreiches Informationsangebot zur Verfügung. Nachfolgend sind ausgewählte Druckschriften, Informationen und Medien aufgeführt, die speziell auf die Belange "Entsorgung/Abfall" ausgerichtet sind.

Ausgewählte Schriften für den Bereich Abfallsammlung

GUV-Nr.Titel der Druckschrift
GUV-R 283-1Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten der Abfallwirtschaft – Teil1: Sammlung und Transport von Abfall (Bisher GUV-R 2113)
GUV-I 8522Arbeitsmedizinische Vorsorge und Beratung in der Abfallwirtschaft
GUV-I 8530Sicherheit bei der Müllabfuhr für Müllwerker (Faltblatt)
GUV-I 8531Sicherheit bei der Müllabfuhr für Aufsicht Führende (Faltblatt)
GUV-I 8759Beurteilung von Gefährdungen und Belastungen am Arbeitsplatz in der Abfallwirtschaft
GUV-I 8591Warnkleidung

Abfallbehandlung

Spezielle Druckschriften für den Bereich "Abfallbehandlung":

GUV-Nr.Titel der Druckschrift
GUV-R 238-2Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten der Abfallwirtschaft – Teil 2: Behandlung von Abfall
(wird z.Zt. überarbeitet)
GUV-R 127GUV-Regel Deponien
GUV-I 842Beispielsammlung Explosionsschutzmaßnahmen bei der Arbeit auf und in Deponien

Straßenreinigung

Spezielle Druckschriften für den Bereich "Straßenreinigung":

GUV-Nr.Titel der Druckschrift
GUV-V C52Straßenreinigung
GUV-I 8529Sicherheit bei der Straßenreinigung

Medien

Projekte der Unfallkasse Hessen

Ein- und Aussteigen aus Fahrzeugen
Das Projekt "Ein- und Aussteigen aus Fahrzeugen'" wurde 2003 initiiert. Die Projektgruppe, bestehend aus Sicherheitsfachkräften hessischer Entsorgungsbetriebe und dem Sachgebiet „Entsorgung'' der UKH, hatte sich als Ziel gesetzt, die durch Ein- und Aussteigen aus Fahrzeugen bedingten Unfälle zu reduzieren. Diese machten in der Entsorgungswirtschaft mehr als 5 % des Unfallgeschehens und der Ausfalltage aus und waren deshalb ein klar zu erkennender Unfallschwerpunkt. Dazu wurden die Unfälle der beteiligten Betriebe über den gesamten Projektverlauf statistisch erfasst und ausgewertet. Als zentrale Maßnahme zur Reduzierung des Unfallgeschehens wurden Mitarbeiterinformationen, z. B. Faltblätter und Plakate sowie ein Kurzfilm erstellt. Der Film kann entweder als DVD direkt von der Unfallkasse Hessen bezogen werden oder als Download herunter geladen werden.

Die Projektevaluation hat gezeigt, dass bei konsequentem Einsatz der zur Verfügung gestellten Medien die Ein- oder Aussteigebedingten Unfälle in den beteiligten Betrieben deutlich zurückgegangen sind.

 

Lärm bei der Abfallsammlung
Die Unfallkasse Hessen hat in Zusammenarbeit mit mehreren kommunalen Entsorgungsunternehmen Lärmmessungen bei der Abfallsammlung durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Mülllader sowohl bei der herkömmlichen Behälterabfuhr als auch während der Sperrmüllentsorgung häufig erheblich durch Lärm belastet sind. Dies führt neben dem Risiko eine Berufskrankheit zu erleiden auch arbeitstäglich zu Beeinträchtigungen. Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Gereiztheit sind nur einige Aspekte, die oft zum Feierabend des Müllladers gehören. Neben einer optimalen Wartung und Pflege gibt es zahlreiche technische Möglichkeiten am Fahrzeug, am Fahrzeugaufbau und insbesondere an der Fahrzeugschüttung, die Belastung erheblich zu reduzieren. Darüber hinaus ist auch die Behälterbeschaffenheit von großer Bedeutung. Bei Kunststoffbehältern sind eine Deckelöffnungs- und Deckelzuschlagsdämpfung, eine Absetzdämpfung und spezielle Radlager einfache und kostengünstige Möglichkeiten, die Lärmgefährdung erheblich zu reduzieren. Auch organisatorische Maßnahmen können sehr hilfreich sein, die Belastungen zu minimieren. Eine wirksame Lärmreduzierung bei der Sammelfahrt ist nicht nur für den Müllwerker erforderlich, auch der Bürger profitiert davon.

Wenn die technischen und organisatorischen Maßnahmen nicht ausreichen, muss der Müllwerker durch geeignete persönliche Schutzausrüstung geschützt werden. Hier bewähren sich bei der Abfallsammlung so genannte „Gehörschutz - Otoplastiken" mit geringer Dämmung und linearem Frequenzgang besonders. Sie sind nach derzeitigem Kenntnisstand einer anderen Gehörschutzlösung vorzuziehen, weil neben den Dämmungseigenschaften auch die hygienischen Aspekte sehr gut berücksichtigt werden können. Außerdem sind individuelle Lösungen für Müllwerker mit erkennbarer Vorschädigung technisch realisierbar.

Verhütung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren in der Entsorgungsbranche – VerEna

Mit diesem Projekt der UKH – in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen BUK , anderen Unfallkassen und Gemeindeunfallversicherungsverbänden sowie Krankenkassen – sollte typischen Belastungen der Beschäftigten in der Straßenreinigung und Abfallwirtschaft, in Klärwerken und Kanalbetrieben präventiv begegnet werden.

Die Ergebnisse sind im INQA Bericht 6 "Handlungsleitfaden für das betriebliche Gesundheitsmanagement in Entsorgungsbetrieben" dokumentiert. Dieser Leitfaden kann bei der UKH angefordert werden.

Links

Haben Sie Fragen?

Dr. rer. nat. Gerlinde Brunke
Telefon: 0561 72947-21

Oliver Heise:
Telefon: 069 29972-212

Thomas Rhiel:
Telefon: 069 29972-210