Verwaltungen

Allgemeines

Leicht unscharfes Foto eines Schreibtisches. Rechts am Bildrand steht eine Tasse, links sieht man einen Aktenordner.

Büroarbeitsplätze stellen nach wie vor einen wesentlichen Teil der Arbeitsplätze in öffentlichen Verwaltungen dar. Der zunehmende Einsatz moderner Datenverarbeitungstechnik hat auch hier einen fast vollständigen Wandel zur Bildschirmarbeit nach sich gezogen. Dieser Strukturwandel ist durch eine zunehmende und immer schnellere Verarbeitung von Wissen und den forcierten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik geprägt. Die Gestaltung der Arbeitsmittel und Büroräume sowie die Arbeitsorganisation hat diesem Wandel allerdings nur begrenzt Rechnung getragen. 

Stand in der Vergangenheit aus Sicht der Unfallversicherungsträger der klassische Arbeitsunfall im Mittelpunkt, ist nunmehr die sitzende und bewegungsarme Tätigkeit vor dem Bildschirm Auslöser für Beschwerden und Erkrankungen der Beschäftigten. Verspannungen im Nacken und Rücken sowie Augenbeschwerden durch unzureichend gestaltete Bildschirmarbeitsplätze zählen hierbei zu den am häufigsten genannten Symptomen. Arbeitsplätze mit Publikumsverkehr, z.B. in Sozialämtern und Meldestellen belasten zusätzlich und verlangen ein hohes Maß an Stressresistenz. Die Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen unterliegt daher einer Reihe von Anforderungen, die sich sowohl aus rechtlichen Vorgaben wie auch aus ergonomischen Erfordernissen herleiten.

Der rechtliche Rahmen wird im Wesentlichen durch die Bildschirmarbeits-Verordnung geprägt, die als nationale Umsetzung der EU-Bildschirmrichtlinie (90/279/EWG) seit Dezember 1996 in der Bundesrepublik Anwendung findet. Von Seiten der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand wird mit der GUV-Information Bildschirm- und Büroarbeitsplätze (GUV-I 650) eine inhaltliche Konkretisierung der Anforderungen aus der Bildschirmarbeits-Verordnung vorgenommen. Informationen für die Gefährdungsbeurteilung von Bildschirmarbeitsplätzen finden Sie in dem Leitfaden Gefährdungs- und Belastungskatalog Verwaltung, Büroräume (Bildschirmarbeiten) (GUV-I 8713).

In der Bildschirmarbeits-Verordnung wird dem Arbeitgeber analog § 5 Arbeitsschutzgesetz aufgetragen, die Bedingungen am Arbeitsplatz zu beurteilen. Der Arbeitgeber muss geeignete Maßnahmen treffen, um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter zu gewährleisten. Dazu zählt u.a. die Organisation des Arbeitsablaufs, so dass die Tätigkeit regelmäßig durch Pausen oder andere Arbeiten unterbrochen wird. Weiterhin ist den Beschäftigten vor Aufnahme der Arbeit und danach in regelmäßigen Abständen (3 – 5 Jahre) eine Untersuchung der Augen und des Sehvermögens anzubieten (Vorsorgeuntersuchung G 37). Neben den organisatorischen Verpflichtungen bestehen auch Anforderungen an die Gestaltung des Arbeitsplatzes und der eingesetzten technischen Komponenten.