Biologische Arbeitsstoffe

Mehr Beschäftigte als allgemein vermutet sind bei ihrer Tätigkeit Mikroorganismen (Bakterien, Pilzen, Viren) und dem Gefährdungspotential von Zellkulturen oder humanpathogenen Parasiten, die beim Menschen Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen hervorrufen können, ausgesetzt.

Zu den Biostoffen zählen beispielsweise Bakterien, Schimmelpilze, Parasiten, Viren und Prionen. Aufgrund ihres hohen Verbreitungsgrades treten Biostoffe nicht nur bei Tätigkeiten in Laboratorien auf. Kontakt zu Biostoffen haben vor allem Beschäftigte in der Abfallwirtschaft, im Gesundheitswesen sowie im Veterinärwesen. Einige Biostoffe lösen Infektionserkrankungen aus, andere sind nicht infektiös, können aber sensibilisierende oder toxische Reaktionen auslösen. In die letzte Gruppe fallen einige Schimmelpilz- und wenige Bakterienarten. Diese spielen unter anderem in der Landwirtschaft und bei der Gebäudesanierung eine bedeutende Rolle. Sie können sensibilisierende und toxische Reaktionen der Atemwege verursachen. Es ist Aufgabe des Unternehmers, die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten zu treffen.

Ausgangspunkt aller Schutzüberlegungen ist die Gefährdungsbeurteilung, sie umfasst die Schritte Informationsbeschaffung, Beurteilung der Gefährdung, Festlegung der Schutzmaßnahmen und die Dokumentation. Die Gefährdungsbeurteilung setzt - je nach Art der Tätigkeiten - spezielle Kenntnisse voraus.

 Die Biostoffverordnung (BioStoffV) gibt deshalb vor, dass sie fachkundig durchzuführen ist und der Arbeitgeber sich ggf. entsprechend beraten lassen muss. Es existieren vielfältige Hilfen zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung in den Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe und im Regelwerk der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Gerade bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen sind arbeitsmedizinische Aspekte wesentliche Bestandteile der Prävention. Darum verpflichtet die Biostoffverordnung in Verbindung mit der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) den Arbeitgeber für eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen.

Links

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (z.B. Technische Regeln Biologische Arbeitsstoffe)
Publikationen der der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)
Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
• GESTIS-Biostoffdatenbank