Informationen zur DGUV Vorschrift 2

Grundsätzliches

Die DGUV Vorschrift 2 „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ gilt seit dem 01.01.2011 und konkretisiert das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) für die Mitgliedsbetriebe der Unfallkasse Hessen. Sie löste die Vorgängervorschrift „Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (GUV – V A 6/7) direkt ab.

Die wichtigsten Neuerungen der DGUV Vorschrift 2 im Überblick:

  • Es gibt drei grundlegende Betreuungsmodelle, abhängig von der Betriebsgröße.
  • Die geforderten Mindesteinsatzzeiten werden stets als Gesamtsumme für den Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit angegeben. Dem Betrieb obliegt die Aufteilung.
  •  Es gibt flexible Einsatzzeiten, die die Gefährdungssituation des einzelnen Betriebes berücksichtigen: Je nach Gefährdung gibt es 3 Gruppen zur Berechnung der Grundbetreuung. Zusätzlich können betriebsspezifische Betreuungsanlässe anfallen.
  • Es werden gleiche Einsatzzeiten für gleichartige Betriebe gefordert, unabhängig vom zuständigen Unfallversicherungsträger.

Häufige Praxisprobleme

Hier finden Sie Antworten auf die vier allerhäufigsten Praxisfragen. Darüber hinaus finden Sie weiter unten eine weitere Rubrik „Häufig gestellte Fragen“.

Betriebsspezifische Betreuung

Häufig kommt es zu Abgrenzungsfragen zwischen der Betriebsspezifischen Betreuung und der Grundbetreuung. Für beide Betreuungsleistungen findet sich jeweils ein eigener Aufgaben- bzw. Anlasskatalog in der Vorschrift. Dabei ist zu beachten, dass in den Gefährdungsgruppen I und II bestimmte Anlässe bereits durch die höhere Grundeinsatzzeit pro Beschäftigtem abgedeckt wird. Beispiel: Das Fällen von Bäumen als gefährliche Arbeit (Punkt 1.1 d) der Tabelle „Leistungsermittlung“ aus Anhang 4) fällt in einem Forstbetrieb mit der Gefährdungsgruppe I bereits in die Grundbetreuung. In einem Freischwimmbad (Gruppe III) hingegen wäre die gleiche Arbeit ein betriebsspezifischer Anlass für eine Beratung

Teilzeitbeschäftigte

Immer wieder geht es darum, wie die Betreuungszeit für Teilzeitbeschäftigte berechnet wird. Die DGUV Vorschrift 2 erläutert den Begriff des „Beschäftigten“ nicht näher. Die Unfallkasse betrachtet alle drei derzeit gängigen Berechnungsmodelle als grundsätzlich zulässig. Sie empfiehlt jedoch ihren Mitgliedsbetrieben das mittlere „ASiG“-Modell, weil es im Regelfall den im öffentlichen Dienst üblichen Teilzeitmodellen am besten Rechnung trägt. Der Artikel „DGUV Vorschrift 2 im zweiten Jahr“ zitiert den entsprechenden Vorstandsbeschluss der Unfallkasse und erläutert die drei Modelle

 

Vertragsgestaltung

Die neue Flexibilität wirft praktische Fragen der Vertragsgestaltung zum Beispiel mit einem überbetrieblichen Dienst auf. In dem Artikel „DGUV Vorschrift 2 im zweiten Jahr“ finden Sie dazu einige Anregungen für die Praxis.

 

WZ-Schlüssel

Der WZ-Schlüssel ist eine Tabelle, nach der sich der Betrieb selbst einer Gefährdungsgruppe zuordnen kann. Die Gefährdungsgruppe ist maßgeblich für die Berechnung der Einsatzzeiten in der Grundbetreuung. Die Gruppen III (gering) bis I (hoch) bilden dabei das Unfall- und Betriebskrankheitengeschehen der einzelnen Branchen ab. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat diese Einteilung auf der Grundlage ihrer bundesweiten Daten vorgenommen und dieses Zahlenwerk mit einer Aufstellung aller Wirtschaftszweige (WZ) des Statistischen Bundesamtes kombiniert. Leider sind Städte und Gemeinden in dieser Wirtschaftszweigliste nicht aufgeführt. Dies hat zur Folge, dass sich eine Stadt oder Gemeinde nicht mit einer einzigen Schlüsselnummer wiederfinden kann, sondern ihren Betrieb nach Verwaltung, Bauhof etc. aufteilen muss. Diese Ausnahme wird in der DGUV Vorschrift 2 mit einem Beispiel im Anhang I der Vorschrift erläutert.

Hier finden Sie weitere häufig gestellte Fragen sowie Antworten zur DGUV Vorschrift 2.

 

Unternehmermodell

Das sogenannte "Unternehmer-Modell" ist ein alternatives bedarfsorientiertes Modell für die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung. Dieses Modell gemäß Anlage 3 der DGUV Vorschrift 2 gilt nur für Betriebe bis zu 50 Beschäftigten. Es besteht alternativ zur Regelbetreuung. Voraussetzung für den Wechsel aus der Regelbetreuung ist u.a. die Pflichtschulung für Unternehmer. Die Unternehmerschulung wird auf Nachfrage angeboten.

Alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen Modellwechsel im Überblick:

  • Betriebsgröße bis zu 50 Beschäftigte (Teilzeitkräfte nach "ASiG"-Modell zählen)
  • Teilnahme des Unternehmers an der Schulung
  • Erfolgreiche Abschlussprüfung des Schulungsteilnehmers
  • Vorlage einer aktuellen und angemessenen Gefährdungsbeurteilung
  • Festlegung eines Fortbildungsturnus des Unternehmers
  • Berichte nach § 5 der DGUV Vorschrift 2

Regelbetreuung

Jedes Unternehmen mit Beschäftigten ist nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) zu einer arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Betreuung verpflichtet. Für die Mitgliedsbetriebe der Unfallkasse konkretisiert die DGUV Vorschrift 2 diese Anforderung als Regelbetreuung. Die Regelbetreuung unterscheidet nach Betriebsgröße: Für Betriebe bis zu 10 Beschäftigte sind keine festen Einsatzzeiten vorgeschrieben. Für Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten wird eine Grundbetreuung entsprechend der Gefährdungsgruppe (siehe auch WZ-Schlüssel) verlangt sowie eine betriebsspezifische Betreuung bei entsprechenden Anlässen. Für die betriebsinterne Dokumentation der betriebsspezifischen Betreuung steht folgende Dokumentationshilfe zur Verfügung

Ihre Ansprechperson

Bei Fragen zur Vorschrift 2 wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Aufsichtsperson oder unseren Experten Gero Heinz (g.heinz[at]ukh.de) bzw. das Service-Telefon der UKH 069-29972-440.