"Die sichere Pause" – der Schulhof zum Wohlfühlen

Mehrere Schulkinder sitzen in der Pause auf der Tischtennisplatte des Schulhofes, unterhalten sich oder essen.

Wussten Sie, dass sich rund 27 % aller Schulunfälle während der Pause ereignen? Das sind rund 24.000 Unfälle im Jahr. Daher führte die Unfallkasse Hessen in den Schuljahren 2008 bis 2010 einen Wettbewerb für allgemeinbildende Schulen zum Thema "Die sichere Pause" durch. Im Februar 2011 wurden fünf Schulen prämiert, die vorbildliche und erfolgreiche Maßnahmen im Bereich der Schulhofgestaltung, Bewegungsförderung und Gewaltprävention durchgeführt haben.

Die Preisübergabe erfolgte im Rahmen einer Fachtagung zum Thema "Der Schulhof zum Wohlfühlen- un(bezahlbar)?!" Die 5 Preisträger-Schulen …

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Unser Servicetelefon (montags bis freitags von 7:30-18 Uhr, 069 29972-440) hilft Ihnen gerne weiter. Oder mailen Sie Ihre Fragen an praev(at)ukh.de. Nachfolgend finden Sie auch zahlreiche weitere Informationen, Hilfen und Tipps zum Thema:

Die sichere Pause
In der Pause tummeln sich täglich hunderte Schüler und Schülerinnen auf dem Schulhof oder in der Pausenhalle. Hierfür wird nicht nur Fläche, sondern auch Aufenthaltsraum gebraucht. Da sollte das Schulgelände mehr bieten als Asphalt und den ein oder anderen Baum. Herumrennen und Herumstehen sind auf den langweiligen Flächen oft die einzig möglichen Pausenaktivitäten. Verbotenes wird interessant und Schubsen und Stören sind beliebte Beschäftigungen. Da ist es kein Wunder, dass in den Pausen rund 27 %, in der Grundschule sogar rund die Hälfte der Schulunfälle passiert.

Es gibt kein Patentrezept, wie Unfälle in der Pause zu vermeiden sind. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, den Schulhof kindgerecht, bewegungsfreudig und kommunikationsfreudig zu gestalten und damit zur Unfallverhütung beizutragen.

Wir möchten Ihnen hier einige Anregungen und Hilfen geben und hoffen, Ihnen damit Lust auf eine Veränderung Ihres "Pausenalltags" zu geben. Lassen Sie Ihre eigene Phantasie und Kreativität spielen!

Bevor Sie an die konkrete Planung gehen, sollten Sie sich einen genauen Überblick über die spezifischen Unfallschwerpunkte und -ursachen an Ihrer eigenen Schule verschaffen. Die Projekte sollten dann darauf abgestimmt sein. 

Bauliche Gestaltung, Bewegungsförderung, Gewaltprävention
Eine Möglichkeit, den "Schulhofalltag" zu verändern, ist die bauliche Gestaltung des Schulgeländes. Das Schulgelände hat viele verschiedene Funktionen und Nutzungen. Es kann Unterrichtsort sein, Raum für Bewegung und Spiele bieten, Platz für Streit und Miteinander, aber auch Raum für Ruhe und Entspannung und Naturerfahrung verschaffen. Bei der Um- oder Neugestaltung von Schulgelände zu kindgerechten Spielräumen sollten Unfall- und Gesundheitsschutz bereits während der Planungsphase Berücksichtigung finden. 

Neben einer rein baulichen Veränderung ist die Förderung von Bewegung als Ausgleich zum Stillsitzen nicht nur ein Bedürfnis der meisten Schüler, sondern auch ein Beitrag zur Gesundheitsförderung. 

Stillsitzen, Notenfrust, Klassenkonflikte – der Schulalltag ist selten entspannt und frei von Ärger. Kein Wunder, dass Schüler und Schülerinnen nicht immer freudig nach dem Unterricht in die Pause strömen. Der Schulhof wird dadurch zum „Kampfraum“. Nicht jedes aggressive Verhalten kann und soll verhindert werden, doch es gibt Möglichkeiten, eine andere "Streitkultur" einzuführen und Schülerinnen und Schüler in der ganzen Persönlichkeit zu fördern und zu mehr Verantwortungsübernahme anzuregen. Hier gibt es Infos zum Thema Gewaltprävention.

Fragen beantworten wir am Servicetelefon unter 069 29972-440 und per E-Mail an praev(at)ukh.de.

Bauliche Gestaltung des Schulhofes:

Normen

  • DIN EN 1176 Spielplatzgeräte
  • DIN EN 1177 Stoßdämpfende Spielplatzböden
    u.a. enthalten im DIN-Taschenbuch 105 Kinderspielgeräte
    Beuth Verlag Berlin www.beuth.de

Internetlinks mit Praxisbeispielen

  • http://www.rguvv.sichere-schule.info (Hier können Sie Empfehlungen zur Gestaltung von Außenspielflächen einsehen. Ausführlich werden die Anforderungen für die Sicherheit der Nutzer von Spiel- und Kletterlandschaften beschrieben und Hilfen für die Planung, den Kauf bzw. Eigenbau und die Aufstellung gegeben. Sie finden auch alle erforderlichen Anforderungen zur Prüfung und Wartung der Geräte)
  • http://www.gruen-macht-schule.de (Hinweise und Tipps der Beratungsstelle für ökologische und kindgerechte Schulhofgestaltung)
  • http://www.mehrbewegungsraumfuerkinder.de (Hier finden Sie die Ergebnisse des Wettbewerbs des Landessportbundes Hessen zum Thema Umgestaltung von Schulhöfen und Kindergarten-Außenräumen” des Jahres 2006. Sie können dort zahlreiche Praxisbeispiele einsehen)
  • http://www.umweltlernen-frankfurt.de/Freiflaechen/index.htm (Hier finden Sie Angebote für Schulen und Schulträger zu den Themen grüne Schulhöfe und Schulhofumgestaltung)
  • http://www.lebensraum-schulhof.de (Hier können Sie die Ergebnisse des Landesmodellprojektes Schleswig-Holstein zu Pausenhöfen als selbstgestaltete, ökologische, soziale und demokratische Lebens- und Lernräume einsehen)
  • http://www.schulhofdschungel.de (Hier finden Sie Hinweise , wie die biologische Vielfalt auf dem Schulhof gefördert werden kann)

Literatur

Sonstiges

In einer Studie der Unfallkasse Berlin zu Sicherheit und Wohlbefinden in der Grundschule (SiWoGS) sind als Ergebnis des Projektes Erfolgsfaktoren für Schul(hof)konzepte erarbeitet worden. Die Broschüre zur Studie können Sie als PDF-Datei hier herunterladen.

Gewaltprävention auf dem Schulhof

Broschüren/Literatur

Internetlinks mit Praxisbeispielen

  • DGUV: Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung bietet auf Ihrer Homepage verschiedenste Informationen und Daten zum Thema Gewalt an Schulen
  • Portal des Hessischen Kultusministeriums: Schule und Gesundheit- Gewaltprävention: Dort sind zahlreiche Projekte und weiterführende Hinweise zu finden.

Weitere Links

  • Koordinierungsstelle Gewaltprävention
    Staatliches Schulamt Lahn-Dill-Kreis und Landkreis Limburg-Weilburg
  • FAUSTLOS ist ein für die Grundschule und den Kindergarten entwickeltes Curriculum, das impulsives und aggressives Verhalten von Kindern vermindern und ihre sozialen Kompetenzen erhöhen soll.
  • Das Netzwerk gegen Gewalt ist eine Initiative der Hessischen Staatskanzlei, des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport, des Hessischen Kultusministeriums, des Hessischen Sozialministeriums, des Hessischen Justizministeriums und des Landespräventionsrates.
  • Landespräventionsrat
    Die Kontaktadresse des Hessischen Landespräventionsrates
  • Fass mich nicht an
    Forum für interessierte Jugendliche mit News, Forum, Projekten und einem Bereich für Erwachsene mit Pin-Board für den Austausch, einer Ideenbörse usw.
  • Visionary
    ist ein europäisches Kooperationsprojekt zum Thema Gewalt, Mobbing und Bullying in der Schule, das sich vor allem an Lehrer, Eltern, Experten und Schüler richtet.
  • Basta – Mach mit – Nein zur Gewalt
    basta ist eine Plattform gegen Gewalt und Extremismus speziell für Jugendliche und Schüler
  • fairplayer – gegen Gewalt an Schulen und für soziale Kompetenz!
    Die Initiative fairplayer wurde mit dem Ziel gegründet, etwas gegen Gewalt an Schulen und die Auswirkungen von Gewalt zu unternehmen sowie Kompetenzen von Jugendlichen zu stärken
  • Respekt Aktion gewaltfreie Schulen
    Mit RESPEKT – Aktion gewaltfreie Schulen wird den Kommunen durch die Initiative RESPEKT ein erprobtes ressourcen- und lösungsorientiertes Gewaltpräventionskonzept zur Verfügung gestellt. Ziel des Projektes ist es, Gewaltprävention in den Kommunen und Schulen strukturell zu verankern und eine schul- und institutionsübergreifende Vernetzung zu diesem Thema zu erreichen
  • Bündnis für Kinder
    Das Bündnis für Kinder will einen Beitrag leisten für ein gewaltfreies Aufwachsen junger Menschen.
  • Kinderschutzbund
    Die Website des Deutschen Kinderschutzbundes.
  • Klasse 2000
    Klasse 2000 ist das bundesweit größte Programm zur Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtvorbeugung in der Grundschule. Es begleitet Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse. Über 200.000 Kinder wurden bereits erreicht.
  • Weisser Ring
    Der Weisse Ring ist die einzige bundesweite Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien.
  • Bundeskriminalamt
    Hier finden Sie zahlreichen kriminologische Publikationen zum Downloaden und den Infopool des Bundeskriminalamtes, in dem seit 1995 nationale und internationale Präventionsprojekten gesammelt werden.