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Letzte Änderung: 04. Dezember 2021

Ausbildung und Qualifizierung zum*zur Arbeitsschutzkoordinator*in

Die rechte Hand der Unternehmensleitung in Sachen Arbeitsschutz

Mit fortschreitender Deregulierung der verbindlichen Vorschriften zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit verändern sich auch die Aufgaben der Arbeitgebenden ständig. Es gilt nicht mehr nur, starre Grenzwerte einzuhalten und punktuell Defizite zu beseitigen. Es geht vielmehr darum, vorausschauend Bedürfnisse festzustellen und nachhaltige Strategien zu reibungslosen, sicheren und gesundheitsförderlichen Arbeitsprozessen zu entwickeln. Eine wichtige Hilfe in der betrieblichen Organisation von Sicherheit und Gesundheit sind die Arbeitsschutzkoordinator*innen.

Grundlage für die zielgerichtete Planung und koordinierte Durchführung von Maßnahmen zu Sicherheit und Gesundheit ist stets eine geeignete Aufbau- und Ablauforganisation im Betrieb. Unternehmer*innen müssen als oberste Leitungen sicherstellen, dass solche Maßnahmen bei allen Tätigkeiten (und eingebunden in die betrieblichen Führungsstrukturen) beachtet werden. Die Beschäftigten müssen ihren Mitwirkungspflichten nachkommen können. Die herausgearbeiteten Maßnahmen für sicheres und gesundheitsförderliches Arbeiten sind zudem kontinuierlich auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und bei Bedarf an sich ändernde Gegebenheiten anzupassen. Bei all diesen Aufgaben der Betriebsleitungen hat sich der Einsatz von Arbeitsschutzkoordinator*innen (ASK) in der Praxis sehr gut bewährt.

How to: Jemanden zum*zur ASK beauftragen

Damit ASK im Sinne der obersten Leitung handeln können und im Betrieb akzeptiert sind, ist eine offizielle Beauftragung notwendig. Die Leitung legt schriftlich fest, welche Aufgaben und Befugnisse der*die ASK hat. Sie grenzt diesen Tätigkeitsbereich insbesondere gegen den der Fachkraft für Arbeitssicherheit und den der Betriebsärztin/des Betriebsarztes ab. Ziel ist es, für Transparenz im Betrieb zu sorgen.

Diese Beauftragung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern eine Organisationsmaßnahme. Die Aufgaben sind entsprechend konkret zu beschreiben, damit der/die ASK Eigenverantwortung geltend machen kann. Gibt es ein Organisationshandbuch, eine Stellenbeschreibung oder eine Dienstanweisung, die die Aufgabe der Arbeitsschutzkoordination ausreichend beschreiben, so reicht die persönliche Bestellung aus. Sind diese Grundlagen nicht vorhanden, so ist eine schriftliche Beauftragung mit der differenzierten, konkreten Auflistung der Aufgaben und Befugnisse erforderlich.

Aufgaben, Befugnisse und Ressourcen (Kompetenzen, finanzielle Mittel) müssen aufeinander abgestimmt werden, sonst entstehen Lücken oder Konflikte bei der Umsetzung. Die Festschreibung der Qualifizierung sichert ein hohes Qualitätsniveau bei der Ausführung.

Die beauftragten ASK sowie der jeweilige Zuständigkeitsbereich sollten im Betrieb bekannt sein, damit diese Personen ihre Tätigkeit erfolgreich ausüben können.

Ablauf der Beauftragung (kann formal genauso gehandhabt werden wie eine Pflichtenübertragung auf Führungskräfte):

  • schriftliche Beauftragung
  • möglichst konkrete Benennung der Aufgaben
  • Festlegung der erforderlichen Kompetenzen und Mittel
  • Sicherstellung der Qualifizierung

Die beauftragten ASK sowie der jeweilige Zuständigkeitsbereich sollten im Betrieb bekannt sein, damit diese Personen ihre Tätigkeit erfolgreich ausüben können.

Weitere Aufgaben – Doppelfunktion

Die Rolle der*des ASK kann auch mit weiteren Aufgaben und Pflichten zu Sicherheit und Gesundheit im Betrieb verknüpft sein. Er/sie nimmt diese dann in eigener Verantwortung wahr. Arbeitsschutzkoordinator*innen agieren also zeitweise in einer Doppelfunktion, die es ermöglicht, in betriebliche Abläufe einzugreifen und somit direkt sichere und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zu gestalten.

Aber Achtung: Wenn nicht klar ist, ob die Fachkraft lediglich koordinierend tätig wird oder direkt weisungsbefugt handelt, kann es zu Irritationen und Missverständnissen kommen!

Anforderungen an die Funktion der Arbeitsschutzkoordinator*innen

Die Auswahl einer geeigneten Person liegt in der Verantwortung der Betriebsleitung. Die Voraussetzungen, um eine solche Aufgabe zu übernehmen, lassen sich nur begrenzt formal bestimmen:

  • Kenntnis der Unternehmerpflichten aus Gesetzen, Verordnungen und Unfallverhütungsvorschriften
  • gute Kenntnis der betrieblichen Organisation und Prozesse
  • ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit
  • persönliche Akzeptanz durch Führungskräfte nachgeordneter Organisationseinheiten

Im Arbeitsschutzgesetz werden die wichtigsten Aufgaben der Unternehmer*innen in allgemeiner Form umrissen. Viele andere Vorschriften greifen daraus Kernelemente auf und spezifizieren sie für einen bestimmten Anwendungsbereich. Die erforderlichen Kenntnisse lassen sich nur durch eine gezielte und ausreichende Qualifizierung erlangen und ausbauen.

Die Arbeitsschutzkoordinatorin/der Arbeitsschutzkoordinator sollte darüber hinaus über eine hohe soziale Kompetenz, eine gute Kommunikationsfähigkeit sowie über eine gewisse Ausdauer verfügen. Als Bindeglied zwischen Arbeitsschutz-Expert*innen und Führungskräften sollte die Person im Betrieb zudem gut vernetzt sein.

Qualifizierung als Arbeitsschutzkoordinator*in

Die Funktion der Arbeitsschutzkoordinatorin/des Arbeitsschutzkoordinators soll in den Mitgliedsbetrieben der Unfallkasse Hessen qualitativ vergleichbar ausgestaltet sein. Dies erfordert ein Basiswissen zu gesetzlichen Vorgaben, Vorschriften der UKH und nützlichen Handlungskonzepten für die Organisation und Koordination von Aufgaben zu Sicherheit und Gesundheit im Betrieb.

Für potenzielle Arbeitsschutzkoordinator*innen bietet die Unfallkasse Hessen spezielle, auf das zukünftige Tätigkeitsfeld ausgerichtete Seminare an. Der UKH Zertifikatslehrgang Arbeitsschutzkoordination umfasst acht Schulungstage und setzt sich aus insgesamt vier Pflichtmodulen zusammen:

Basisqualifizierung 1: Grundlagen zu Sicherheit und Gesundheit (zweitägig)

Dieses Seminar umreißt die grundlegenden Regelungen im Arbeitsschutz und vermittelt Ihnen einen Überblick über die Organisation von Sicherheit und Gesundheit im Betrieb sowie zu den Aufgaben und Pflichten aller beteiligten Personen.

Themen:

  • Die gesetzliche Unfallversicherung
  • Aufgaben, Verantwortung und Haftung
  • Organisation von Sicherheit und Gesundheit im Betrieb
  • Gefährdungsbeurteilung und Grundprinzipien der Prävention
  • Möglichkeiten der Informationsbeschaffung
  • Das duale Arbeitsschutzsystem

Alternativ ist auch der Besuch des Seminars "Aufgaben der Führungskräfte zu Sicherheit und Gesundheit" möglich.

Basisqualifizierung 2: Organisation von Sicherheit und Gesundheit und Pflichtenübertragung (zweitägig)

Eine erfolgreiche Organisation von Sicherheit und Gesundheit im Betrieb setzt immer die Klärung der Aufgaben und Zuständigkeiten voraus. Dieses Seminar vermittelt alle wichtigen Aspekte zu Aufgaben, Pflichten und Verantwortung von Führungskräften im Arbeitsschutz und zeigt Wege zu einer rechtssicheren Arbeitsschutzorganisation im Betrieb auf.

Themen:

  • Aufgaben zu Sicherheit und Gesundheit
  • Geeignete Aufbau und Ablauforganisation
  • 6 Schritte zur Verbesserung der Organisation von Sicherheit und Gesundheit im Betrieb
  • Arbeitsschutzkoordinator*innen und ihre Aufgaben
  • Anforderungen an Delegation und  Übertragung von Pflichten

Aufbaumodul: Einführung in die Gefährdungsbeurteilung für Führungskräfte (zweitägig)

Die Beurteilung der Arbeitsbedingungen im Betrieb ist Grundlage für die systematische Gestaltung sicherer und gesunder Arbeitsplätze. Im Zuge der Deregulierung beinhalten die meisten Gesetze, Verordnungen und Vorschriften nur noch abstrakte Schutzziele. Der Vorteil ist, dass sich dadurch die Möglichkeit eröffnet, selbst praxisgerechte und individuelle Maßnahmen zu wählen. Diese müssen betriebsspezifisch mit einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt und dokumentiert werden. Das Seminar erläutert, wie man eine systematische Durchführung der Gefährdungsbeurteilung im gesamten Unternehmen anstößt und gibt Hilfestellung für die praxisgerechte Umsetzung.

Themen:

  • Grundlagen zur Beurteilung von Arbeitsbedingungen
  • Erhebungsmethoden
  • Führungsverantwortung
  • Beteiligung der Beschäftigten

Aufbaumodul: Gesundheit im Betrieb (zweitägig)

Eine systematische betriebliche Gesundheitsförderung hilft der obersten Leitung und ihren Beschäftigten dabei, gesund, motiviert und produktiv arbeiten zu können. Das Seminar vermittelt Basiswissen zur Gestaltung von Gesundheit im Unternehmen und Strategien zur nachhaltigen Umsetzung von Maßnahmen für gesunde Beschäftigte.

Themen:

  • Gesundheitskultur im Betrieb und die Rolle der Führungskraft
  • Basiswissen Gesundheitsmanagement: Vorgehen, Instrumente, Maßnahmen, Kooperationsmöglichkeiten, Schnittstelle zum Arbeitsschutz und betrieblichen Eingliederungsmanagement

Sie sollten den Lehrgang zur Arbeitsschutzkoordinatorin/zum Arbeitsschutzkoordinator mit der "Basisqualifizierung 1" beginnen, da alle weiteren Module auf den grundlegenden Inhalten dieses Seminars aufbauen.

Unser Seminarkalender bietet einen Überblick über alle Termine und die Möglichkeit der Online-Anmeldung.

Netzwerk der Arbeitsschutzkoordinatorinnen und Arbeitsschutzkoordinatoren

Mit einem Netzwerk für ASK bietet die UKH eine Basis zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch sowie zur Information über Neuigkeiten im Bereich Sicherheit und Gesundheit im Betrieb.

Neben aktuellen Themen zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und Neuerungen bei Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften steht vor allem der Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu praxisgerechten Lösungen aus den eigenen Betrieben im Vordergrund. Sie finden alle Termine und die Anmeldemöglichkeiten auf unseren Seminarseiten.

Seminare

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Weitere Medien

Häufige Fragen

Um Arbeitsschutzkoordinator*innen in ihrer Tätigkeit zu unterstützen, bietet die UKH ein abgestimmtes Qualifizierungskonzept an, welches insgesamt vier Module umfasst:

  • Basisqualifizierung 1: Grundlagen zu Sicherheit und Gesundheit
  • Basisqualifizierung 2: Arbeitsschutzorganisation und Pflichtenübertragung
  • Aufbaumodul: Einführung in die Gefährdungsbeurteilung für Führungskräfte
  • Aufbaumodul: Gesundheit im Betrieb

Wenn Sie innerhalb von drei Jahren alle vier Module besucht haben, können Sie das UKH Zertifikat Arbeitsschutzkoordination bei uns anfordern.

Nein. Die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG ist Sache der Arbeitgebenden und der Führungskräfte. Der betriebsärztliche Dienst und die Fachkraft für Arbeitssicherheit haben wie bisher die Aufgabe, den/die Arbeitgeber*in/Leiter*in des Betriebs bei der Einführung eines Konzepts zur Gefährdungsbeurteilung, bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung und bei der Auswertung zu unterstützen.

Für die Grundbetreuung sind feste Einsatzzeiten und Aufgaben in der Vorschrift vorgegeben. Sie deckt Aufgaben ab, die typischerweise in allen Betrieben vorkommen. Zusätzliche zeitweilig oder dauernd erforderliche Aufgaben sollen durch die betriebsspezifische Betreuung aufgefangen werden, weshalb diese auch individuell für den Betrieb festzulegen ist. Der Betrieb ermittelt ergänzend Art und Umfang der Betreuung selbst auf der Basis des vorgegebenen Verfahrens.

Entsprechend den Aufgabenkatalogen nach §§ 3 und 6 ASiG sind mehrere Aufgaben von Betriebsarzt/Betriebsärztin und Fachkraft für Arbeitssicherheit gleich lautend. Der betriebsärztliche Dienst und die Fachkraft für Arbeitssicherheit gehen diese Aufgaben jeweils mit ihrer spezifischen Fachkompetenz an. Die in den §§ 3 und 6 ASiG für Betriebsarzt oder Fachkraft für Arbeitssicherheit spezifisch vorgegebenen Aufgaben können nicht gegenseitig übernommen werden. In jedem Fall gilt, dass Betriebsärzt*innen und Fachkraft für Arbeitssicherheit ihre Beratungen und Betreuungsleistungen soweit wie möglich gemeinsam bzw. abgestimmt wahrnehmen sollten.