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Letzte Änderung: 27. November 2021
Arbeitssicherheit bei Waldarbeiten

Sicheres Arbeiten im Forst trotz steigender klimatischer Herausforderungen

Sturm, Trockenheit und Schädlinge: Der hessische Wald und der Landesbetrieb HessenForst stehen vor großen Herausforderungen. Dabei sind sicheres und gesundes Handeln im Forst (über-)lebenswichtig.

Bild links: Prototyp einer Absturzsicherung beim Hochsitzbau. Bild rechts: Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer schädigten den Wald bereits beträchtlich.  Bild: © UKH

Das Sturmtief Friederike mit 1,5 Mio. Festmetern geworfenem Holz allein in Hessen; der Jahrhundertsommer 2018 – von April bis Oktober nahezu ohne Niederschläge; das massive Auftreten des Borkenkäfers, Hitzerekorde und Trockenheit in 2019: HessenForst steht ökologisch und wirtschaftlich vor großen Herausforderungen.

Große Mengen Holz müssen aus dem Wald geholt werden. Gleichzeitig gilt es im Interesse einer nachhaltigen Forstwirtschaft und im Interesse des Gemeinwohls den Wald langfristig zu erhalten. Diesen gewachsenen Anforderungen kann man nur mit guten, gesunden Arbeitsbedingungen und motivierten Mitarbeiter*innen, von Forstwirten bis zur Leitungsebene, begegnen.

Präventionskampagne kommmitmensch!

Die Kampagne kommmitmensch hat eine wichtige Kernbotschaft: „Sicherheit und Gesundheit sind Werte für alle Menschen, jede Organisation und die Gesellschaft. Sie sollen Gegenstand allen Handelns werden. Präventives Handeln ist lohnend und sinnstiftend“.

Mit „best practice“-Beispielen zu den verschiedenen Handlungsfeldern der Kampagne und anhand ihrer Schwerpunkte (z. B. Absturzunfälle) möchten wir den Erfolg dieser Kernbotschaft belegen und zeigen, wie die Handlungsfelder Unternehmen und Beschäftigten helfen können, die in vielen Wirtschaftsbereichen gestiegenen Arbeitsanforderungen zu bewältigen.

Absturzunfälle zu vermeiden ist eine zentrale Aufgabe

Gerade Absturzunfälle haben oft schwerwiegende Konsequenzen für die Betroffenen. Darum wird in der Kampagne ein besonderes Augenmerk auf diese Art von Unfällen gelegt. Wichtig ist, einen Bezug herzustellen zwischen der Verhütung von Absturzunfällen und den Handlungsfeldern Führung, Kommunikation, Beteiligung, Fehlerkultur sowie Betriebsklima.

Ein Forstarbeiter steht auf einem großen Stapel gefällter Baumstämme. Er trägt Handschuhe, Helm und auf dem Rücken ein Rückhaltesystem, durch das er mit einem Karabiner an einem über die Stämme gespannten Seil festgeschnallt ist.
Absturzsicherung und PSA im Renghausener Polter  Bild: © UKH

Best practice: Führung und Kommunikation am Beispiel Absturzsicherung auf Poltern

Die Unternehmensleitung ist ein entscheidender Impulsgeber für präventives Handeln und die Mitarbeiter*innen werden an der Problemlösung beteiligt.
Die großen Mengen Holz, die aufgrund von Sturmereignissen aus dem Wald geholt werden, können vom Handel gar nicht aufgenommen werden. Daher wird Holz in sogenannten Poltern gelagert. Durch eine Bewässerung der Bestände ist eine Werterhaltung gesichert.

Bei der Lagerung können erhebliche Absturzgefährdungen entstehen, z. B. durch Besteigung der Lager aus Wartungsgründen. Die sogenannten Polter sind circa acht Meter hoch, der Untergrund ist nass und durch die sich lösende, verwitterte Rinde auch rutschig. Bei der Sicherung dieser Arbeitsplätze ist Kreativität gefordert, denn entsprechende technische Lösungen gibt es nicht von der Stange.

Der entscheidende Impuls, um hier sicher und gesund arbeiten zu können, kam im konkreten Beispiel von der Landesbetriebsleitung. Hier wurde nach einer passenden Sicherung gesucht und zusammen mit den Mitarbeiter*innen am Lagerplatz auch eine technische Lösung gefunden: ein Rückhaltesystem mit speziellen, für den Lagerplatz geschaffenen Anschlagpunkten. Diese Lösung ergab sich in einem regen Austausch aller Beteiligten: der Landesbetriebsleitung, der zuständigen Fachkraft für Arbeitssicherheit des Medical Airport Service und vor allem, um die Praxistauglichkeit und Akzeptanz sicherzustellen, mit den Kolleg*innen vor Ort. Nur durch das Einbeziehen der Mitarbeiter*innen auf dem Lagerplatz, die die Vorrichtung nutzen und um deren Sicherheit es geht, konnte die abgebildete Lösung gefunden und die Praxistauglichkeit erprobt und bestätigt werden. Diese Sicherung wurde zwischenzeitlich auch in anderen Bundesländern übernommen.

Best practice: Kommunikation und Beteiligung am Beispiel Hochsitzbau

Auch beim sicheren Bau von Hochsitzen war Kommunikation der Auslöser einer innovativen Problemlösung, um schweren Absturzunfällen vorzubeugen.

Die Jagd ist ein gesellschaftlich viel diskutiertes Thema. Beim Landesbetrieb HessenForst gehört sie zu den Dienstpflichten und Aufgaben, um nachhaltige Forstwirtschaft zu gewährleisten. Neben der eigentlichen Jagd ist auch das Bauen von Hochsitzen eine dienstliche Aufgabe.ie Sie wird im Zusammenhang mit Arbeitsschutz von den ausführenden Forstwirt*innen häufig angesprochen. Unfälle im Zusammenhang mit dem Bau von Hochsitzen sind in der Regel Absturzunfälle und damit schwerwiegend.

Das Bauen von Hochsitzen ist ein Thema, bei dem eine Antwort, eine praxistaugliche Lösung auf die Frage „Wie baue ich sicher?“ oft ausbleibt. Auch hier gibt es keine Lösung „von der Stange“, da es viele Arten von Hochsitzen gibt und die Situation vor Ort immer anders ist.

Da beim Aufstellen von vorgefertigten Hochsitzkanzeln häufig keine geeigneten Absturzsicherungen vorgesehen waren, arbeiteten die Forstwirt*innen dabei zum Teil ungesichert.

Das Thema wurde in Seminaren der Unfallkasse Hessen (UKH) mit Arbeitsschutzberater*innen und Sicherheitsbeauftragten von HessenForst diskutiert. Daraufhin wurde unter Beteiligung von Forstwirt*innen, UKH und Landesbetriebsleitung der Prototyp einer Absturzsicherung entwickelt und produziert. Eine Weiterentwicklung dieses Prototypen wird zwischenzeitlich kommerziell vertrieben.

Dieses Beispiel zeigt, dass praxisgerechte Lösungen gefunden werden, wenn man die Erfahrung und das Wissen der Beschäftigten nutzt. Die Anleitung für den Hochsitzbau mit Absturzsicherung finden Sie hier.

„Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.“

Konfuzius

Fehlerkultur vorleben und etablieren

Mit dem obigen Zitat wies bereits Konfuzius auf ein weiteres Handlungsfeld der Kampagne hin: die Fehlerkultur.

Fehler passieren und sind menschlich. Insbesondere die in der Einleitung genannten Bedingungen, Arbeitsverdichtung und hoher Druck sind oft Auslöser für Fehler in der Forstwirtschaft. Gerade beim Umgang mit der Motorsäge bei der motormanuellen Holzernte können Fehler schwerwiegende bis tödliche Konsequenzen haben.

Abhilfe schaffte hier die Gruppenanalyse als Instrument, eine Fehlerkultur im Landesbetrieb HessenForst zu etablieren und Fehler im positiven Sinne zu thematisieren: Die Forstwirt*innen sind gehalten, ihre Schnitttechnik hinsichtlich möglicher sicherheitsrelevanter Abweichungen gegenseitig zu bewerten. Es wurde also eine Art Vier-Augen-Prinzip eingeführt, bei dem Korrekturen der Routinearbeiten auf kollegialer Ebene vorgenommen werden.

Das Thema Fehlerkultur setzt voraus, dass im betrieblichen Miteinander ein entsprechendes Betriebsklima vorherrscht – ebenfalls ein Handlungsfeld der Kampagne.

Sicherheit und Gesundheit – selbstverständlich einbeziehen!

Die Beispiele belegen, dass der Beruf des Forstwirts bzw. der Forstwirtin sehr vielfältig, aber auch sehr gefährlich ist.
Dies ist sicher ein Grund dafür, warum Sicherheit und Gesundheit als eigene Werte im Landesbetrieb benannt und im täglichen Denken und Handeln selbstverständlich sind. Die Kampagne kommmitmensch unterstützt diesen Prozess wesentlich. Die beschriebenen Handlungsfelder stehen nicht für sich alleine, sondern verstärken sich gegenseitig. In ihrer Gesamtheit machen die sechs Handlungsfelder die Kultur der Prävention eines Unternehmens aus.

Hilfestellungen

Die zentralen Instrumente der Kampagne sind ein Fünf-Stufen-Modell, der Kurzcheck für den Selbsttest zum Stellenwert von Sicherheit und Gesundheit im Unternehmen sowie die kommmitmensch-Dialoge, die helfen, den Kulturveränderungsprozess anzustoßen.

Sie möchten mehr über die Präventionskampage kommmitmensch wissen?

Informieren Sie sich über die Kampagne, ihre Inhalte und die Handlungshilfen und werden Sie selbst zum kommmitmensch! Wir unterstützen Sie gern dabei.

Häufige Fragen

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