Versicherungsschutz

Wird eine Covid-19 Erkrankung als Arbeitsunfall anerkannt?

In sehr wenigen Einzelfällen kann eine COVID-19-Erkrankung die Voraussetzungen für einen Arbeitsunfall erfüllen. Bislang wird Covid-19 als Allgemeingefahr eingestuft, die – ähnlich wie andere Infektionskrankheiten – keinen Versicherungsschutz begründen kann.

Ein Arbeitsunfall kann aber vorliegen, wenn die Infektion nachweislich während der Arbeit durch den beruflich bedingten Kontakt mit erkrankten Personen entstanden ist. In diesem Fall muss eine Abwägung mit außerberuflichen Infektionswahrscheinlichkeiten vorgenommen werden. Die Infektion durch die berufliche Tätigkeit muss nachgewiesen werden (mit einer Indexperson, die die Infektion übertragen hat).

Handelt es sich um einen anerkannten Schulunfall, wenn sich mein Kind in der Schule mit Covid-19 infiziert?

Wenn sich ihr Kind nachweislich in der Schule oder in der Notbetreuung mit Covid-19 angesteckt hat, kann es sich um einen Schulunfall handeln. In diesem Fall muss eine Abwägung mit außerschulischen Infektionswahrscheinlichkeiten vorgenommen werden. Die Infektion im Rahmen des Schulbesuchs muss durch eine Indexperson, die die Infektion übertragen hat, nachgewiesen werden.

Da die Schulen derzeit noch geschlossen sind, erhält mein Kind Aufgaben von der Schule. Ist mein Kind bei der Bearbeitung dieser Aufgaben versichert?

Versicherungsschutz kann bestehen, wenn seitens der Schule feste Zeiten bestimmt sind, an denen die Schüler*innen die Aufgaben zu erledigen haben und dieser Erledigung von der Lehrkraft kontrolliert wird. Es gelten dann die Voraussetzungen für den Versicherungsschutz wie im Homeoffice für Beschäftigte. Private, sogenannte "eigenwirtschaftliche Tätigkeiten" wie Essen, Trinken, Toilettengang, Spielen am PC etc. sind nicht versichert.

Durch die Kita- und Schulschließung wird ein Kind jetzt an einem anderen Ort betreut. Bin ich auf den Wegen trotzdem versichert?

Ja, wenn die Kinder auf dem Weg von oder zur Arbeitsstätte zur Betreuung gebracht bzw. von dort abgeholt werden. Die Wege von oder zum Home-Office sind in diesem Zusammenhang NICHT versichert. Das heißt, während der ggf. vorübergehenden Zeit der Telearbeit sind die Wege, um Kinder fremder Obhut anzuvertrauen, auch dann nicht versichert, wenn sie vor oder im Anschluss an die Arbeitstätigkeit im Home-Office zurückgelegt werden und die Betreuung der Kinder erst die betriebliche Tätigkeit ermöglicht. Die aktuelle Rechtslage sieht einen Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung auf diesen Wegen nicht vor.

Ist mein Kind während der Notbetreuung versichert?

Obwohl Schulen und Kindergärten geschlossen sind, besteht bei der Notbetreuung von Kindern, deren Eltern in Bereichen der kritischen Infrastruktur tätig sind, Versicherungsschutz. Das gilt auch für die Ferienzeiten und Feiertage, sofern die Schule das Betreuungsangebot anbietet und organisiert. Zur Meldung beim Hessischen Kultusministerium

Mein Kind wird mittags von Bekannten/Verwandten betreut, ist es versichert?

Es besteht kein Versicherungsschutz in selbst-organisierten Eltern-Kind-Gruppen oder bei der Betreuung durch Verwandte und Bekannte.

Ich habe Physiotherapie/KG/Lymph. etc. habe aber Angst zur Praxis zu gehen, kann ich das Rezept aussetzen oder muss ich ein neues beantragen?

Der vom D-Arzt vorgegebene Behandlungsbeginn und die damit zusammenhängenden Fristen werden zunächst bis zum 30.04.2020 ausgesetzt, wenn die Verordnung nach dem 18.02.2020 ausgestellt wurde. Die Fristen werden unterbrochen, wenn der letzte Behandlungstag vor der Unterbrechung nach dem 17.02.2020 liegt.

Die Behandlung ist auch in einem längeren Zeitraum ohne nochmalige D-Arzt-Vorstellung möglich. Die Begrenzung der Gültigkeit der Verordnung auf 4 Wochen entfällt damit bis zum 30.04.2020.

Behalten EAP- und BGSW-Verordnungen bei Behandlungsabbruch oder -unterbrechung ihre Gültigkeit?

Bei Abbruch durch die Patienten (Abreise bzw. Nichtwahrnehmung von Terminen wegen Infektionsgefahr), sollte diese von der Einrichtung dokumentiert und dem Unfallversicherungsträger mitgeteilt werden. Die Abrechnung erfolgt gemäß der erbrachten Leistung.

Eine Verlängerung der Gültigkeit der Verordnung ist in der Regel nicht zu empfehlen. Bei einer Unterbrechung der Maßnahme für mehr als zwei Wochen ist eine Vorstellung und die Verordnung des D-Arztes erforderlich. Dabei sollte eine für die Patienten weitestgehend unbedenkliche Wiedervorstellung hinsichtlich der Pandemieproblematik berücksichtigt werden.

Grundsätzlich kann die Einrichtung belegt werden, solange dort kein identifizierter Fall/ Verdachtsfall aufgetreten ist.

Wann ist eine Coronavirus-Infektion eine Berufskrankheit?

COVID-19-Erkrankungen können ggf. die Voraussetzungen einer Berufskrankheit der BK-Nummer 3101 erfüllen. Nämlich dann, wenn Versicherte durch Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit in bestimmten Bereichen gegenüber der allgemeinen Bevölkerung einer wesentlich erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt waren (hierzu zählen Versicherte mit Tätigkeiten in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder in Laboratorien oder die durch eine andere Tätigkeit in ähnlichem Maße einer Infektionsgefahr ausgesetzt sind). Die Allgemeingefahr tritt dabei wegen des erhöhten beruflichen Risikos in den Hintergrund.

Nähere Erläuterungen von der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) dazu finden Sie in einer gemeinsamen Information für Betriebe und Beschäftigte.

Übernimmt die UKH die Kosten für den Test?

Wenn Versicherte im Rahmen ihrer versicherten Tätigkeit direkten Kontakt mit einer Person hatten, die wahrscheinlich oder bestätigt mit SARS-CoV-2 infiziert war, werden die notwendigen Testungen übernommen.

Muss ich bei Verdacht auf Covid-19 zum Durchgangsarzt?

Eine Vorstellung beim Durchgangsarzt bei einem Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung soll nicht erfolgen. Nach den Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sollen sich Menschen, die eine Infektion vermuten, an das zuständige Gesundheitsamt wenden, das dann die weitere Koordination übernimmt. Bei positiver Testung, entsprechenden Krankheitsanzeichen sowie der Vermutung eines Infektionsweges über die berufliche Tätigkeit muss der behandelnde Arzt oder die Klinik die ärztliche Berufskrankheitenanzeige erstatten. Wenn Versicherte im Rahmen ihrer versicherten Tätigkeit direkten Kontakt mit einer Person hatten, die wahrscheinlich oder bestätigt mit SARS-CoV-2 infiziert war, werden die Kosten notwendiger Testungen von der UKH übernommen.

Ich kaufe für jemanden ein, der Teil einer Risikogruppe ist, bin ich dabei versichert?

Diese Hilfestellung ist gesetzlich unfallversichert. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Helfer*innen bei der von der Gemeinde organisierten Hilfe tätig werden oder im Rahmen privat organisierter Hilfen.

Auch Mitglieder von Vereinen, Parteien oder sonstigen Organisationen, die ihre Unterstützung anbieten, sind bei der jeweiligen Hilfsmaßnahme gesetzlich unfallversichert.

Sofern kein vorrangiger Versicherungsschutz über die jeweils zuständige Berufsgenossenschaft besteht, greift die Satzung der Unfallkasse Hessen, die freiwillige Engagierte und andere ehrenamtlich Tätige unter Versicherungsschutz stellt.

Zuständig ist die Unfallkasse Hessen für alle Unterstützungsangebote, die in hessischen Kommunen durchgeführt werden. Der Versicherungsschutz ist für die Kommunen und die betroffenen Menschen beitragsfrei.

Wir haben diese Informationen in einem Merkblatt für Sie zusammengefasst.

Was gibt es bei der Beschäftigung schwangerer Frauen während der Corona-Epidemie zu beachten?

Bei der Gefährdung durch den Coronavirus ergeben sich besondere Schutzmaßnahmen für Schwangere. In der aktuellen Situation der wachsenden Pandemie sollten schwangere Frauen folgende Tätigkeiten nicht mehr ausüben:

  • Tätigkeiten mit direktem Publikumsverkehr. Hierzu gehört z. B. der Verkauf in Apotheken, im Einzelhandel und an Tankstellen.
  • Tätigkeiten im Außendienst. Hierzu gehören z. B. Behörden, Personentransport, Handwerker, Lieferdienste. Bei den zuvor genannten beruflichen Tätigkeiten ist das Infektionsrisiko per se durch wechselnde Kontakte erhöht!

Auch wenn das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz nicht höher bewertet werden sollte, ist zu bedenken, dass bei einer Erkrankung der Schwangeren unter Umständen nicht alle zur Verfügung stehenden Medikamente verabreicht werden können. Dadurch kann es zu einer unverantwortbaren Gefährdung infolge von notwenigen therapeutischen Maßnahmen kommen.

Lesen Sie hierzu auch die Hinweise der Hessischen Landesregierung.

Ausführliche Informationen zu den Risiken des Coronavirus für schwangere Frauen und Säuglinge finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.

Bei mir steht zeitnah eine stationäre Reha-Maßnahme an. Die Einrichtung hat jedoch vorübergehend geschlossen bzw. einen Aufnahmestopp verhängt. Was kann ich jetzt tun?

Sofern kein medizinischer Notfall besteht, kann die Maßnahme zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden. Sie können Ihren Arzt/Ihre Ärztin um eine Verordnung von ambulanten Maßnahmen bitten. Inwiefern diese jedoch bei der aktuellen Situation durchgeführt werden können, kann von uns nicht beeinflusst werden.


Infektionsschutz und Persönliche Schutzausrüstung

Welche organisatorischen Maßnahmen zum Infektionsschutz sind im Betrieb sinnvoll?

  • Stellen Sie dabei sicher, dass persönliche möglichst Kontakte vermieden oder zumindest auf das unvermeidliche Maß begrenzt werden.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter*innen jederzeit, auch im Außendienst, Zugang zu Wasch- und Desinfektionsgelegenheiten haben.
  • Ersetzen Sie Besprechungen/Unterweisungen soweit möglich durch schriftliche, digitale oder telefonische Anweisungen. Möglicherweise reicht eine schriftliche Information, eine elektronische Unterweisung oder ein Kurzbriefing im Freien.

Wird der Betrieb in Regress genommen, wenn nicht genug PSA beschafft werden kann?

In der aktuellen Situation kann es dazu kommen, dass die Versorgung der Arztpraxen mit der notwendigen Ausstattung zum Schutz vor einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus (zum Beispiel geeignete Atemschutzmasken) nicht immer sichergestellt werden kann. Sollte in einer ärztlichen Praxis die notwendige Schutzausrüstung nicht vorhanden sein, schließt dies im Falle einer beruflich erworbenen Infektion den Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung nicht aus.

Ich arbeite weiterhin im Büro, wie kann ich mich dort vor Infektion schützen?

Beachten Sie die allgemeinen Hygieneregeln: 

  • Halten Sie Abstand zu anderen. Die derzeitigen Empfehlungen lauten: mindestens 1,5 Meter.
  • Verzichten Sie auf Begrüßungsformen mit direktem Körperkontakt, zum Beispiel Händeschütteln.
  • Husten und niesen Sie in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch, das Sie anschließend entsorgen.
  • Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mindestens 20-30 Sekunden lang mit Flüssigseife. Verwenden Sie Einmalhandtücher, keine Stoffhandtücher.
  • Fassen Sie sich nicht mit den Händen ins Gesicht.
  • Teilen Sie Arbeitsmaterialien wie Tastatur und Stifte möglichst nicht mit anderen.
  • Lüften Sie Büro- und Aufenthaltsräume regelmäßig. Die Empfehlung lautet viermal täglich für jeweils fünf bis zehn Minuten
  • Nehmen Sie Ihre Mahlzeiten möglichst allein ein, z.B. in Ihrem Büro.
  • Reinigen Sie Ihren Arbeitsplatz nach Beendigung der Arbeit oder gegebenenfalls bei Dienstantritt, insbesondere wenn sie ihn mit anderen teilen.
  • Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie sich krank fühlen.

Quelle: www.infektionsschutz.de (BZgA)

Kann das Coronavirus durch den Kontakt mit Oberflächen übertragen werden?

Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Wege, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert haben. Auch für andere Corona-Viren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt.

Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Corona-Viren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Bekomme ich von Ihnen Desinfektionsmittel, Gesichtsmasken, Handschuhe bezahlt, wenn ich diese benutze, um weiterhin Termine bei Ärzten, Physiotherapeuten etc. wahrzunehmen?

Nein. Solange diese Einrichtungen nicht schließen müssen, ist dort kein erhöhtes Infektionsrisiko gegeben, das solche Schutzmaßnahmen medizinisch notwendig macht.

Nützt es, sich die Hände zu waschen, auch wenn keine Seife verfügbar ist?

Mit Seife die Hände zu waschen, ist deutlich wirksamer als mit Wasser alleine, denn Waschsubstanzen lösen Schmutz und Mikroben von der Haut ab. Zudem neigt man dazu, bei Verwendung von Seife die Hände gründlicher einzureiben und abzuwaschen als ohne, was zur zusätzlichen mechanischen Entfernung von Keimen führt. Auch befinden sich bestimmte Keime im natürlichen Fettfilm der Haut und lassen sich mit Wasser alleine kaum entfernen.

Ist keine Seife vorhanden, sollte man dennoch auf das Händewaschen mit bloßem Wasser nicht verzichten. Denn auch mit Wasser alleine wird zumindest ein Teil der Erreger entfernt. Auch wenn die Verwendung von Seife die Wirksamkeit des Händewaschens deutlich steigert, ließ sich in Untersuchungen bereits durch das Händewaschen nur mit sauberem Wasser beispielsweise die Häufigkeit von Durchfallerkrankungen senken.

Was gibt es beim Mundschutz zu beachten?

Beschäftigte, die bei der Arbeit ein besonders hohes Risiko haben, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren, müssen filtrierende Atemschutzmasken tragen. Medizinische Gesichtsmasken, auch Mund-Nasen-Schutzmasken genannt, reichen für Arbeitsbereiche mit hohem Risiko nicht aus, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Wie Sie Schutzmasken richtig verwenden, finden Sie hier.

Den Unterschied zwischen Nase-Mund-Schutz und Atemschutzmasken verdeutlicht dieses Plakat.

Wann muss ich den Mund-Nase-Schutz tragen?

Der Mund-Nase-Schutz soll vor allem dann getragen werden, wenn Sie sich in öffentlichen Räumen aufhalten, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann. Dies gilt z. B. im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen. Einige Städte haben eine Tragepflicht für den öffentlichen Raum ausgesprochen. Infomieren Sie sich ggf. über Ihre örtlichen Regelungen.

Wie trage ich den Mund-Nase-Schutz richtig?

Setzen Sie die Maske so auf, dass sie Mund und Nase bedeckt. An den Rändern sollte sie möglichst eng sitzen. Beim Aufsetzen der Maske sollten Sie die Innenseite der Maske nicht mit den Händen berühren, um sie nicht mit Viren zu kontaminieren. Am besten setzen Sie die Maske nur mit frisch gewaschenen Fingern auf.

Wenn die Maske feucht geworden ist (z. B. durch die Atemluft), entsorgen Sie sie über den Hausmüll in einem geschlossenen Müllbeutel. Die Außenseite der Maske kann durch Erreger kontaminiert sein. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Hände die Außenseite nicht berühren – insbesondere beim Ausziehen. Waschen Sie sich gründlich die Hände, sobald Sie die Maske abgelegt haben – mindestens für 20-30 Sekunden und mit Seife.

Warum ist es dann überhaupt wichtig einen Mund-Nase-Schutz zu tragen, wenn er mich nicht schützen kann?

Nicht alle, die mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert sind, bemerken dies auch. In der Regel sind Betroffene bereits mit sehr leichten Symptomen ansteckend. Manche Personen, die sich infiziert haben, haben keine Krankheitsanzeichen, könnten den Erreger aber trotzdem verbreiten. In diesen Fällen trägt das vorsorgliche Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dazu bei, das Risiko einer Infektion zu verringern. Außerdem erinnert der Mund-Nase-Schutz andere daran, den geforderten Mindestabstand von 1,5 Metern auch einzuhalten.

Werden Unternehmen bei fehlender Schutzausrüstung in Regress genommen?

Unternehmen haben aufgrund der Corona-Pandemie erhebliche Schwierigkeiten, die nötige Schutzausrüstung für ihre Mitarbeitenden zu beschaffen. Wenn aufgrund einer Notsituation bei der Versorgung erkrankter Personen ohne PSA oder ohne hinreichende PSA gearbeitet werden musste und sich eine versicherte Person infiziert hat, wird die BGW von einer Regressprüfung und Regressnahme Abstand nehmen.

Versicherte Unternehmen haben jedoch dafür Sorge zu tragen, dass immer wieder versucht wird, die notwendige PSA zu erhalten. Das sollte auch dokumentiert werden. Die BGW empfiehlt, entsprechende Unterlagen (z. B. Mitteilungen über Nichtlieferbarkeit von PSA) zu archivieren.

Ferner enthält die Seite der BGW hilfreiche Informationen zum Umgang mit der Covid-19 Pandemie: www.bgw-online.de/corona

Wie pflege ich stark beanspruchte Hände?

Für Arbeitsplätze, an denen bereits ein Hautschutzplan aufgrund von Hautgefährdungen oder Hygienevorschriften vorhanden ist, sind die dort festgelegten Maßnahmen weiterhin zu beachten und keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich.

Für Personen, die sonst keine Tätigkeiten mit erhöhter Hautbelastung ausüben kann sich infolge der zusätzlichen Hygienemaßnahmen der Pflegebedarf der Hände erhöhen. Häufiges Händewaschen, die Händedesinfektion und das Tragen von Handschuhen belasten die Haut. Die konsequente Anwendung von Hautpflegemitteln zur Regeneration der Hautbarriere und Vermeidung von Hautveränderungen ist deshalb sehr wichtig.

Cremen Sie sich nach jedem Händewaschen/Desinfizieren die Hände. Für das Eincremen nach der Arbeit sind fetthaltige Cremes zu empfehlen. Nutzen Sie dafür Produkte ohne Duftstoffe.

Tipp: Denken Sie beim Eincremen an Fingerkuppen, Nagelfalz und Fingerzwischenräume!

Werden Einmalhandschuhe verwendet, beachten Sie folgendes:

  • Handschuhe möglichst wechseln, wenn sie innen feucht sind. Eventuell Baumwollhandschuhe unterziehen (ebenfalls rechtzeitig wechseln)
  • Nach der Benutzung Hautpflegemittel auftragen

Die Anwendung von Hautschutz- oder Hautpflegemitteln unter Einmalhandschuhen wird nicht empfohlen, da für eine Schutzwirkung (Verringerung der Hautquellung, bzw. des Schwitzens) bisher keine überzeugenden Wirksamkeitsnachweise vorliegen. Zudem kann je nach Zubereitungsform das Aufquellen der Haut unter dem Handschuh und das Herauslösen von Handschuhinhaltsstoffen gefördert werden.


Bildungseinrichtungen (Kita und Schule)

Die FAQ's ersetzen nicht die durch den Träger durchzuführende Gefährdungsbeurteilung, welche gegebenenfalls den behördlichen Vorgaben oder dem Stand der Technik (z. B. Angaben des RKI) angepasst werden müssen.

Sind Einrichtungen u. U. länger geschlossen als sonst üblich, muss nach der Wiederaufnahme des Betriebes sichergestellt werden, dass in den Wasserleitungen eine Legionellenbelastung ausgeschlossen werden kann.

Im Hinblick auf Hygienepläne sollte sich der Träger der Kindertageseinrichtung unbedingt bei der zuständigen Landesbehörde über mögliche spezielle Regelungen zur aktuellen Situation informieren (z. B. Hygienemaßnahmen, Pandemiepläne, etc.)

Denken Sie daran die Betriebsanweisungen spezifisch für Desinfektionsmittel + Bio-Stoffe wie dem Coronavirus anzupassen und das pädagogische Fachpersonal darin zu unterweisen.

Weitere Informationen finden Sie in der Empfehlung für Kindertagesstätten im Umgang mit Corona der DGUV auf Grundlage des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard der Bundesregierung. 

Welche Masken sind für Kita-Mitarbeiter*innen sinnvoll? Gibt es Empfehlungen der UKH?

Zum Schutz vor SARS-CoV 2 kommen je nach Infektionsgefahr unterschiedliche Schutzartikel zum Einsatz. Unterschieden werden dabei im wesentlichen Masken, die als Behelfs-Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) aus handelsüblichen Stoffen hergestellt werden (sog. "Community-Masken") und solche, die wegen gesetzlicher Vorgaben und technischer Normen eine spezifizierte Schutzwirkung haben wie der medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS), oder filtrierende Halbmasken (Atemschutzmasken FFP1 bis 3). Das Tragen von Atemschutzmasken (FFP1-3) ist entsprechend der durchgeführten Gefährdungsbeurteilung in der Regel nur dann erforderlich, wenn Beschäftigte ein besonders hohes Risiko haben, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren und direkten Kontakt zu infizierten Personen oder infektiösem Material haben, beispielsweise im Gesundheitswesen oder bei der Labordiagnostik. Personen, die Atemschutzmasken tragen sind, müssen unterwiesen werden und es muss eine arbeitsmedizinische Vorsorge sichergestellt werden.

Der Einsatz Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) oder Mund-Nase-Schutz (MNS) kann bei korrektem Umgang einen Beitrag zur Verringerung des Risikos leisten, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken (Fremdschutz). Für Kinder wird das Tragen von MNB oder MNS wegen der Gefahr für unsachgemäßen Gebrauch (Spiel mit und Tausch von Mund-Nasen-Schutz) nicht befürwortet, denn das Risiko einer Infektion könnte sich so sogar erhöhen.

Beschäftigte, Erziehungsberechtigte und sonstige erwachsene Personen sollen, wenn das Abstandsgebot von 1,5 m untereinander nicht eingehalten werden kann, Mund-Nasen-Bedeckungen oder einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Vorrang hat jedoch das Einhalten des Mindestabstands. Die Entscheidung über das Tragen von MNB oder MNS im Rahmen der Betreuungsaufgaben obliegt den Trägern und pädagogischen Fachkräften, die einvernehmliche Lösungen entwickeln sollten, bzw. den Kindertagespflegepersonen.

Nachfolgend eine Übersicht für Beispiele des situationsbedingten Einsatzes von Mund-Nasen-Bedeckungen/Mund-Nase-Schutz

 

SituationMund-Nasen-Bedeckung
Beschäftigte im Kontakt mit Eltern, z.B. Bring- und AbholsituationEmpfohlen
(Für Beschäftigte und Eltern, vor allem, wenn 1,5 m Abstand nicht eingehalten werden kann)
Beschäftigte im Kontakt untereinanderEmpfohlen
(Für Beschäftigte und Eltern, vor allem, wenn 1,5 m Abstand nicht eingehalten werden kann)
Beschäftigte im Kontakt mit externen (z.B. notwendige Fachdienste, Lieferanten)Empfohlen
Kinder im Kontakt untereinanderNein
Kinder nehmen Kontakt zu Beschäftigten aufNein
Beschäftigte im Kontakt zu KindernEmpfohlen (in vorhersehbaren und planbaren Situationen)
Es wird die Analyse kritischer Hygienesituationen im pädagogischen Alltag empfohlen
Pflegerische Tätigkeiten der Beschäftigten, z.B. Wickeln, Erste-Hilfe-Maßnahmen oder das Auftragen von SonnencremeEmpfohlen

Bei der Betreuung von Kindern kann nicht vollständig auf Körperkontakt verzichtet werden. Ist es dann sinnvoll, Handschuhe zu tragen? Wenn ja, welche Handschuhe?

Da durch das Tragen von Einmalhandschuhen kein 100%-iger Schutz vor einem Hautkontakt mit Corona-Viren erzielt werden kann (Handschuhe können undicht sein oder beim Ausziehen wird die Außenseite des Handschuhs ggf. berührt), müssen die Hände nach dem Ausziehen der Handschuhe immer desinfiziert oder gründlich gewaschen werden.

Geeignete Einmalhandschuhe sind solche nach DIN 374. Sie sind als persönliche Schutzausrüstung zugelassen und auch bei geringen chemischen Gefährdungen (Reinigungs- und Desinfektionsmittel) ausreichend.

Durch das Tragen von Handschuhen wird die notwendige Händedesinfektion vernachlässigt. Statt Handschuhe zu tragen sollte die grundlegende Basis-Handhygiene eingehalten werden (bspw. Hust- und Niesetikette, Händewaschen und nicht ins Gesicht fassen).

Bei Wickeltätigkeiten sollten allerdings Handschuhe getragen werden.

Kleinen Kindern kann die Notwendigkeit eines Mindestabstandes nur schwer oder gar nicht vermittelt werden. Auch eine Maskenpflicht bei Vorschulkindern lässt sich nicht umsetzten. Wie können die zu betreuenden Kinder einer Kita (im Alter von 1 bis 6 Jahren) vor einer Infektion geschützt werden?

Es ist alternativlos, den Kindern alters- und entwicklungsangemessene Verhaltensregeln (bspw. Händewaschen, Hust- und Niesetikette) zu vermitteln. Unterstützende Medien und Plakate – auch in Fremdsprachen – stehen unter folgenden Links zur Verfügung:

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/bildungseinrichtungen.html
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/coronavirus-covid
https://hygiene-tipps-fuer-kids.de/

Wie müssen die Träger den Einsatz von Personal planen?

Die Träger müssen den Personaleinsatz so planen, dass die Gruppengrößen der zu betreuenden Kinder möglichst klein ist.

Pädagogische Fachkräfte mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf sollen nicht vorrangig zur Betreuung eingesetzt werden. Diese sollen ggf. Kontakt mit Ihrem Betriebsärztlichen Dienst bzw. Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin aufnehmen, um die Arbeitsfähigkeit abzuklären.
RKI "Krankheitsverlauf und demografische Einflüsse"

Wenn Beschäftigte erfahren, dass sie innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einer Person hatten, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, dürfen sie die Kindertageseinrichtung nicht betreten. Gleiches gilt, wenn Beschäftigte während der Kinderbetreuung Kenntnis erlangen, dass ein Kontakt zu einer Person bestand, die nachweislich infiziert ist.

In diesem Fall entscheidet der Träger in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt, ob diese Person weiter in der Betreuung eingesetzt werden kann und darf.
RKI "Entlassungsmanagement"

Was ist bei schwangeren Beschäftigten zu beachten?

Schwangere sind zurzeit nicht für die Kinderbetreuung einsetzbar.

Eine durchgeführte Gefährdungsbeurteilung bildet die Grundlage für die Weiterbeschäftigung von Schwangeren oder Stillenden. Sie düfen nur an Arbeitsplätzen beschäftigt werden, für die der Arbeitgeber die erforderlichen Maßnahmen festgelegt hat. Ohne Gefährdungsbeurteilung greift also ein Beschäftigungsverbot (§10 Abs. 3 MuSchG). Wird bei der Gefährdungsbeurteilung eine unverantwortbare Gefährdung festgestellt, ist bei der Umsetzung von Maßnahmen folgende Reihenfolge zu beachten:

1. Umgestaltung der Arbeitsbedingungen z. B.

  • Kontaktverbot mit Kolleg*innen, Patienten und Kunden,
  • Arbeitszeitmodelle mit Schichtarbeit oder Telearbeit.

Wenn eine Umgestaltung nicht möglich ist:
2. Umsetzung auf einen anderen Arbeitsplatz z. B. Verwaltungsarbeiten in einem unkritischen Bereich.

Wenn die Umsetzung auch nicht möglich ist, dann:
3. Freistellung von der Arbeit.

Diese Maßnahmen hat der Arbeitgeber eigenverantwortlich umzusetzen. Es bedarf hier keiner ärztlichen oder behördlichen Bestätigung. Weitere Informationen

Wann dürfen Kinder nicht betreut werden?

Kinder dürfen nicht zur Betreuung kommen, wenn sie selbst oder Angehörige des gleichen Hausstands ...

  • Krankheitssymptome aufweisen. Auch Covid-19 ähnliche Krankheitssymptome, die bspw. durch Allergien oder Erkältung ausgelöst werden können, sollten abgeklärt sein. Die betroffenen Kinder dürfen bis zur Abklärung nicht betreut werden.
  • in Kontakt zu infizierten Personen stehen oder seit dem Kontakt mit infizierten Personen noch nicht 14 Tage vergangen sind. Dies gilt nicht für Kinder, deren Eltern in der gesundheitlichen Versorgung berufsbedingt in Kontakt mit Infizierten sind.
  • bei denen innerhalb der letzten 14 Tagen vor dem beabsichtigten Besuch der Kita einer der folgenden Punkte zutrifft:
    • Einreise von jedem Staat außerhalb Deutschlands auf dem Land-. See- oder Luftweg seit dem 10. April 2020.
    • Aufenthalt in einem Gebiet, das vom Robert Koch-Institut bereits als Risikogebiet für SARS-CoV-2 festgelegt wurde oder bis zu 14 Tage nach der Ein-/ bzw. Rückreise nachträglich als solches eingestuft wurde.

Achtung: Eltern, die ihre Kinder in die Betreuung der Kita oder Kindertagespflegestelle geben, obwohl für die die festgelegten Ausnahmen nicht gelten, oder bei denen die Infektionsschutzkriterien nicht erfüllt sind, handeln ordnungswidrig.

Näheres ist auch dem Elternbrief des Hessisches Ministerium für Soziales und Integration zu entnehmen, Stand 9. April

Welche Hygieneregeln müssen von Kindern und Personal beachtet werden?

Die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege (TRBA 250) bildet die Grundlage für die hygienischen Verhaltensregeln – hier insbesondere der Abschnitt 4.1."Mindestschutznaßnahmen":

Die Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen sollen untereinander den Mindestabstand von 1,5 Metern (besser 2 Meter) und folgende Hygieneregeln einhalten:

  • Häufigeres Händewaschen während der Arbeit mit Seife inkl. Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen und Fingernägel für mindestens 20 Sekunden (Hautschutz danach nicht vergessen und Hände eincremen)
  • Desinfektion der Hände nach den Vorgaben aus dem Hygieneplan,
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge, auf keinen Fall in die Hand
  • Schutzhandschuhe und Desinfektionsmöglichkeiten im Sanitär- und Wickelbereich und für die Versorgung von Wunden bereitstellen
  • Ausstattung der Waschbecken mit ausreichend Flüssigseife und Papierhandtüchern,
  • Besteck und Geschirr bei mind. 60 ° C reinigen
  • Oberflächen, die mit den Händen berührt werden, insbesondere Türklinken, Tischoberflächen, in Kinderkrippen auch Fußböden, Spielzeuge je nach Bedarf häufiger reinigen
  • Alle 2-3 Stunden Stoß lüften

Diese Verhaltensregeln können auch mit den Kindern erarbeitet und umgesetzt werden. Ein kindgerecht illustriertes Infoblatt, wie man das gründliche Händewaschen mit Kindern üben kann, finden sie hier.

Vorbehaltlich anderer Erkenntnisse sollten die Beschäftigten in der Kindertageseinrichtungen:

  • nach dem Arbeitstag duschen und Haare waschen,
  • die Kleidung wechseln,
  • die Kleidung im Verdachtsfall bei 60 ° C waschen.

Was ist bei der Bring- und Abholsituation zu beachten?

Die bring- und abholberechtigten Personen können die Kinder wie gewohnt zur Kindertageseinrichtung bringen. Es ist nicht erforderlich, dass die Kinder schon an der Eingangstüre an die Beschäftigten übergeben werden, wenn das Abstandsgebot bei den Bring- und Abholsituationen eingehalten werden kann. Eine Ausnahme vom Abstandsgebot gilt bei der Übergabe junger Krippenkinder.

Die Kommunikation bei der Bring- und Abholsituation muss infektsicher sein. Wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, können temporäre Trennwände aus Plexiglas angebracht werden oder entsprechende Bodenmarkierungen auf die einzuhaltenden Abstände hinweisen. Wenn diese Alternativen nicht möglich sind, sollte zumindest ein Mund-Nase-Schutz getragen werden.

Es wird empfohlen, dass sich Eltern und Kinder beim Betreten der Kindertageseinrichtungen umgehend gründlich die Hände desinfizieren.

Wie sollten die Gruppen organisiert sein?

Die Gruppen sollten so klein wie organisatorisch möglich sein und sich während der Betreuungszeit nicht durchmischen. Jede Gruppe sollte möglichst immer von den gleichen Beschäftigten betreut werden, die den Kindern auch bekannt sind.

Die Infektionswahrscheinlichkeit ist im Freien geringer als in geschlossenen Räumen, deshalb sollten sich die Gruppen viel im Außengelände aufhalten. Außenbereiche, die den Mindestabstand nicht ermöglichen wie z. B. Höhlen, sollten gesperrt werden.

Wenn es möglich ist, sollten die Wasch- und Toilettenbereiche gruppenbezogen genutzt werden.

Welcher Beitrag zum Infektionsschutz kann bei der pädagogischen Arbeit beachtet werden?

Bei der pädagogischen Arbeit mit den Kindern sollten im Idealfall keine angeleiteten Aktivitäten durchgeführt werden, bei denen die Kinder in engen Körperkontakt zueinander oder zu den Betreuungspersonen kommen. Dies ist schwer umsetzbar, ebenso wie bspw. Abstandsgebote zwischen Kindern durchzusetzen oder auf erforderlichen körperlichen Kontakt bzw. körperliche Nähe der Betreuungspersonen zu den Kindern gänzlich zu verzichten.

Aber: Da sich die Infektion vordergründig durch Tröpfchen überträgt, sollte zumindest auf einen angemessenen Abstand zwischen den Gesichtern der pädagogischen Beschäftigten und den Gesichtern der Kinder hingewiesen und geachtet werden.

Was muss die Kita beim Auftreten von Krankheitszeichen veranlassen?

Die Krankheitssymptome bei Kindern sind häufig weniger stark ausgeprägt als bei Erwachsenen. Ein Kind mit Symptomen einer Atemwegserkrankung oder Fieber sollten schnellstmöglich von den Eltern zur Abklärung der Symptomatik abgeholt werden. Bis dahin sollte sich das Kind in einem separaten Raum oder in einem abgrenzbaren Bereich ohne engeren Kontakt zu den anderen Kindern oder den Beschäftigten aufhalten.

Zeigen sich während der Betreuung Krankheitssymptome bei Beschäftigten, muss die Arbeitstätigkeit sofort beendet werden. Es wird empfohlen, sich dann telefonisch an einen Arzt/eine Ärztin, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder das Gesundheitsamt zu wenden.

Weitere Informationen zu vielen Fragen (auch zu Ansteckung und Symptomen) finden Sie hier.

Wie kann die individuelle Belastung der pädagogischen Fachkräfte verringert werden?

Diese Ausnahmesituation stellt für die Beschäftigten auch eine psychische Belastung dar, die die Führungskräfte ernst nehmen sollten.

Sorgen Sie für klare Aufgabenstellungen und abgegrenzte Verantwortungsbereiche. Klare Zuständigkeitsregelungen helfen, die notwendige Orientierung und Prioritätensetzung sicherzustellen.

Informieren Sie regelmäßig über die aktuelle Situation, bevorstehende Änderungen oder getroffene und Maßnahmen. Die Kommunikationskette muss gewährleistet sein. Der kollegiale Austausch sollte hierbei ebenso wenig vernachlässigt werden wie die interne Kommunikation zu Leitung oder Trägerverantwortlichen.


Mobiles Arbeiten

Die Hinweise zum Versicherungsschutz bei Homeoffice, Telearbeit oder mobilem Arbeiten betreffen neben den Beschäftigten in Kommunen und Behörden auch Eltern, die während der Kita- und Schulschließungen zu Hause bleiben.

Tipps wie sie auch von Zuhause aus sicher und gesund arbeiten hat die Verwaltungsberufsgenossenschaft hier in einer Infografik zusammengefasst.

Wir führen die nächste Unterweisung per Videokonferenz durch. Wie können wir dies dokumentieren?

Machen Sie einen Screenshot während der Unterweisung von der Namensliste oder den Videocall-Fenstern Ihres Konferenztools und dokumentieren Sie so, wer teilgenommen hat. Ist dies nicht möglich, können die Teilnehmenden per Mail an den Unterweisenden bestätigen, dass sie an der Unterweisung teilgenommen haben. Voraussetzung: alle haben ihre eigene Dienst-Mailadresse.

Während der Videokonferenz sollte der*die Unterweisende zwischendurch Verständnisfragen an die Unterwiesenen stellen, um sicher zu gehen, dass die Inhalte auch verstanden wurden. Aber auch die Teilnehmenden müssen die Möglichkeit haben, direkte Rückfragen zustellen (mündlich oder schriftlich im Chat).

Wie kann ich im Homeoffice sicher und gesund arbeiten?

  • Gerät so aufstellen, dass möglichst keine Fenster oder Lichtquellen sich darin spiegeln. Tageslicht kommt am besten von der Seite.
  • Alle Arbeitsmittel, die ständig benötigen, sollten sich direkt vor Ihnen befinden. Unordnung lenkt ab und stresst.
  • Die Arbeit am Laptop kann länger als dessen Akkukapazität in Anspruch nehmen. Das Kabel des Netzteiles vorsorglich so verlegen, dass ein Stolpern und hängenbleiben vermieden wird.
  • Separate Tastatur, Maus und wenn vorhanden auch einen separaten Bildschirm für Arbeiten am Notebook nutzen, da sie eine ergonomischere Arbeitshaltung ermöglichen. Tipp: Sowohl Mauszeigergeschwindigkeit als auch Doppelklickeigenschaften lassen sich in den Einstellungen des Betriebssystems individuell anpassen. Der Mauszeiger sollte sich ohne allzu viele Mausbewegungen – handgelenkschonend – steuern lassen.
  • Der Abstand zum Bildschirm sollte 50-70 cm betragen. Am besten schaut man entspannt von oben auf den Bildschirm herab, so als würde man ein Buch lesen. Als Faustformel gilt: Es sollte über den oberen Bildschirmrand hinweg geschaut werden können – ohne den Kopf in den Nacken zu strecken.
  • Richtiges Sitzen und Sitzplatz: Die Oberarme hängen locker herab und bilden mit den Unterarmen eine waagerechte Linie zur Tastatur. Oberarme und Unterarme bilden einen Winkel von 90° oder mehr. Es sollte immer die ganze Sitzfläche genutzt werden, damit der Rücken abgestützt wird. Gegebenenfalls mit der Rückenlehne korrigieren. Der rechte Winkel gilt auch für die Ober- und Unterschenkel. Dabei sollten die Füße ganz auf den Boden gestellt werden, zur Not muss eine improvisierte-Fußstütze vorhanden sein.
  • Dynamisches Sitzen ist wichtig. Also öfter die Sitzhaltung ändern und Bewegungspausen machen, um Verspannungen im Rücken vorzubeugen.

Was ist der Unterschied zwischen Telearbeit und Homeoffice?

  • Telearbeit: Gemäß § 2 Abs. 7 ArbStättV (Arbeitsstättenverordnung) sind Telearbeitsplätze vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten, für die der Arbeitgeber eine mit den Beschäftigten vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat. Die Ausstattung des Arbeitsplatzes entspricht daher den betrieblichen Büroarbeitsplätzen.
  • Mobiles Arbeiten: Im Gegensatz zur Telearbeit ist die Arbeitsform des mobilen Arbeitens (auch mobile Telearbeit oder Mobile Office genannt) bisher nicht rechtlich definiert. Charakteristisch für das mobile Arbeiten ist, dass es weder an das Büro, noch an den häuslichen Arbeitsplatz gebunden sein muss. So können Mitarbeiter*innen von einem beliebigen Ort über das mobile Netz ihre Arbeit erledigen.

Gilt die Arbeitsstättenverordnung auch für mobiles Arbeiten?

Die Ausstattung mit einem dienstlichen Notebook oder gar die Nutzung privater Computer für dienstliche Zwecke fällt nicht in den Geltungsbereich der Arbeitsstättenverordnung. Die Arbeit erfolgt hier ohne Bindung an einen fest eingerichteten Arbeitsplatz außerhalb des Betriebes. Allerdings muss der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin seinen/ihren Pflichten gemäß des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) weiterhin dadurch gerecht werden, indem er/sie organisatorische Maßnahmen trifft und den Beschäftigten klare Verhaltensanweisungen gibt. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass kurzfristig verordnetes mobiles Arbeiten im Homeoffice in der Dauer wie ein Telearbeitsplatz anmuten kann – je nachdem wie lange die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus andauern.

Ist ein Unfall während der Arbeit zu Hause versichert?

Beschäftigte sind auch im Homeoffice gesetzlich gegen Arbeitsunfälle versichert. Dies gilt allerdings nur, wenn ein Unfall unmittelbar im Zusammenhang mit der Arbeit passiert, und nicht bei "privaten Verrichtungen". Geht der Arbeitnehmer in seine private Küche, um sich ein Glas Wasser zu holen und rutscht dabei aus, greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht.

Mein Arbeitgeber bietet aktuell Online-Formate für den Betriebssport an. Bin ich währenddessen versichert?

Wenn die angebotenen Kurse Teil des betrieblichen Sportangebots sind, die nun online stattfinden, dann sind Sie während der Ausübung gesetzlich unfallversichert. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um Live-Angebote/Live-Streams handelt, bei denen der Kontakt zur Trainingsleitung für Nachfragen oder ähnliches stattfinden kann.

Generell sollten Sie darauf achten, dass Sie genügend Platz haben, um die Übungen ausführen zu können, der Untergrund nicht rutschig ist und Sie angemessene Kleidung tragen (rutschhemmende Schuhe, bequeme Kleidung, etc.). Nehmen Sie an Bewegungsangeboten nur teil, wenn Sie sich gesund fühlen. Über Vorerkrankungen oder akute Beschwerden sollten Sie im Vorhinein mit der jeweiligen Kursleitung sprechen, um festzustellen, ob das Training für Sie aktuell geeignet ist.

Sind bei Telearbeit und dem mobilen Arbeiten generell Vorgaben aus dem Arbeitsschutzrecht zu berücksichtigen?

Sowohl bei Telearbeit und beim mobilen Arbeiten hat der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht und die Verantwortung, die Sicherheit und Gesundheit seiner Beschäftigten gleichermaßen sicherzustellen. Für beide Tätigkeitsbereiche gilt hier das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und es müssen die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände getroffen werden, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen.

Welche Vorgaben gelten bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes?

Arbeitet ein Beschäftigter nur gelegentlich oder befristet im Homeoffice, ist es ausreichend, wenn dafür ein Laptop genutzt wird. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) geht davon aus, dass diese Form der mobilen Arbeit auch für die aktuelle Corona-Situation gilt. Erst bei regelmäßiger Arbeit von zu Hause aus, der sogenannten Telearbeit, muss ein fester Bildschirmarbeitsplatz eingerichtet und die Arbeitsstättenverordnung beachtet werden. Die Arbeitsstättenverordnung regelt in Einheit mit der Gefährdungsbeurteilung dann auch die Büroausstattung (drehbarer Bürostuhl, Beleuchtungssituation etc.)

Welche Regeln gelten für die Arbeitszeit im Homeoffice?

Sind im Arbeitsvertrag feste Arbeitszeiten geregelt, gelten diese auch im Homeoffice, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Auch wenn die Arbeitszeit im Homeoffice eher frei gestaltet werden kann, muss das Arbeitszeitgesetz eingehalten werden. Es regelt sowohl die Höchstarbeitszeit von normalerweise acht Stunden als auch die Vorschrift zur Ruhezeit von mindestens elf Stunden zwischen zwei Arbeitstagen. Bis 23 Uhr zu arbeiten und dann am nächsten Tag um 8 Uhr morgens weiterzumachen, wäre also nicht erlaubt.

Was machen Eltern, die im Homeoffice arbeiten und gleichzeitig Kinder betreuen müssen?

Auch hier gilt das Arbeitszeitgesetz. Zu weiteren Regelungen sprechen Sie am besten ihren Arbeitgeber an. Wenn Sie Ihre Kinder zu Hause betreuen, stehen weder Sie noch die Kinder dabei untergesetzlichem Unfallversicherungsschutz. Bei Unfällen greift in diesem Fall die Krankenversicherung. Bei Unsicherheiten sprechen Sie uns gerne an.

Welche Anforderungen an den Datenschutz gibt es?

Auch die Datenschutzgesetze sind bei der Arbeit von zu Hause aus zu beachten. So dürfen sensible Informationen, beispielsweise Kunden- und Personaldaten, in der Wohnung nicht offen herumliegen. Der Zugang zu betriebsinternen Systemen muss geschützt sein. Die Arbeitnehmer*innen müssen sicherstellen, dass nur sie allein, also auch nicht Familienangehörige oder gar Dritte, Zugang zu PC und Mobiltelefon und damit zu vertraulichen Daten am Homeoffice-Arbeitsplatz haben.

Wie kann ich mein Team aus der Ferne immer noch führen?

Wie effektive Teamführung gelingt, wenn die Mitarbeiter*innen im Homeoffice sind, haben wir hier für Sie zusammengestellt.


Psychische Belastung

Was können Beschäftigte tun, um die psychische Belastung bei der Arbeit zu reduzieren?

Konzentrieren Sie sich zunächst auf die Dinge, die Sie selbst unter Kontrolle haben können. Das kann zum Beispiel sein, wie Sie Ihren Tag gestalten, wann Sie sich gezielt informieren und wie Sie die Hygieneregeln einhalten. Die Grafik der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen ruft dies in Erinnerung.

Informieren Sie sich in seriösen Medien über die offiziellen Empfehlungen sowie die Regelungen Ihres Arbeitgebers und halten Sie diese ein (beispielsweise Handhygiene, Abstandsregelungen, o. ä.). Wenn Sie sich aktiv um die Ihre eigene Sicherheit und die Gesundheit anderer bemühen, unterstützt es das Gefühl, dass Sie die Situation selbst beeinflussen und einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten können.

Behalten Sie, soweit möglich, Ihren gewohnten Tagesablauf und Ihre Routinen bei, denn sie geben Sicherheit und Halt. Planen Sie auch im Homeoffice Ihren Tagesablauf ganz "normal" mit Arbeitsbeginn, Pausen und Arbeitsende.

Fokussieren Sie sich auf das Positive. Achten Sie auch in schwierigen Situationen auf die positiven Aspekte der aktuellen Situation wie den starken Zusammenhalt unter den Kolleg*innen. Wenn Sie ein konkretes Problem in Ihrem Arbeitsalltag erkennen (beispielweise ungeduldige oder aggressive Kund*innen, erhöhter Zeitdruck oder viele krankheitsbedingte Ausfälle unter den Kolleg*innen), dann suchen Sie mit Kolleg*innen und mit Ihrer Führungskraft nach Alternativen und Lösungsmöglichkeiten.

Nicht für alle Herausforderungen kann direkt Abhilfe geschaffen werden. Hier kann es helfen, sich bei Stress und negativen Gefühlen mit Ihren Bezugspersonen oder Vertrauenspersonen im Unternehmen auszutauschen. Informieren Sie Ihre Führungskraft, wobei diese Sie unterstützen kann oder wenn Sie an die Grenzen Ihrer Möglichkeiten kommen.

Scheuen Sie sich nicht, auch außerhalb des Unternehmens Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen betreibt eine kostenfreie Hotline. Das Angebot ist anonym und täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr unter der Nummer 0800 777 22 44 geschaltet.

Was können Führungskräfte tun, um die psychische Belastung der Mitarbeitenden zu reduzieren?

Als Führungskraft sind Sie aktuell besonders gefordert, Ihre Mitarbeitenden bei ungewohnten Belastungen und Herausforderungen in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Die veränderten Arbeitsbedingungen sollten so sein, dass Ihre Mitarbeitenden die offiziellen Empfehlungen bspw. zu Abstandsregelungen und Hygieneempfehlungen einhalten können. Sorgen Sie dafür, das bspw. ausreichend Seife, Papierhandtücher und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.

Leiten Sie notwendige und hilfreiche Informationen an Ihre Beschäftigten weiter. Auch über die offiziellen Richtlinien hinaus kann die Umorganisation der Arbeit dabei helfen, psychische Belastungen zu reduzieren, wenn Sie z. B. für Arbeitszeitgestaltung flexible Lösungen anbieten. Wenn Sie Home-Office anbieten können, sollten die Beschäftigten nach Möglichkeit großzügig davon Gebrauch machen, um die Anzahl gleichzeitig Anwesender im Betrieb zu reduzieren und so das Infektionsrisiko zu senken.

Bedenken Sie, dass sich die Arbeit für Mitarbeiter*innen, die Kontakt zu Kund*innen, Patient*innen oder Bürger*innen haben, derzeit stark verändert hat und unter Umständen besonders belastend sein kann. Es sollte ein Konzept vorhanden sein, wie auch im direkten Kontakt die offiziellen Empfehlungen und Richtlinien eingehalten werden können. Stärken Sie Ihren Mitarbeitenden den Rücken, falls Kund*innen/Patient*innen/Bürger*innen aufgrund der Situation ungewohnt ungeduldig oder aggressiv reagieren und erarbeiten Sie mit Ihren Mitarbeiter*innen Vorschläge zum Umgang mit kritischen Situationen.

Für Ihre Mitarbeitenden sind Sie Vorbild und wichtige Ansprechperson zugleich. Das bedeutet aber nicht, dass Sie für alle Probleme direkt eine Lösung parat haben müssen. Bieten Sie Mitarbeitenden ein offenes Ohr, nehmen Sie Anliegen ernst, binden Sie Ihre Mitarbeitenden in die Lösungssuche ein und setzen Sie machbare Verbesserungen um.

Prüfen Sie, ob durch die Anliegen in Bezug auf die momentane Situation auch die Gefährdungsbeurteilung zur psychischen Belastung aktualisiert werden muss. Wenn Anliegen außerhalb Ihrer Entscheidungsbefugnis oder Expertise liegen, suchen Sie sich Unterstützung auf der nächsten Führungsebene oder verweisen Sie auf externe Unterstützungsangebote wie die Corona-Hotline des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Das anonyme und kostenlose Angebot ist täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr unter der Nummer 0800 777 22 44 geschaltet.

Wie kann ich allgemein mit Ängsten in Zusammenhang mit dem Corona-Virus umgehen?

In ungewohnten Situationen wie der aktuellen entstehen Gefühle wie Angst, Verwirrung oder Stress. Diese Gefühle sind absolut normal und verständlich. Viele Menschen sorgen sich um erkrankte Personen, die ihnen nahestehen oder sind in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Es gilt, pragmatisch nach Lösungen zu suchen, statt durch unproduktives Grübeln die Ängste noch zu verstärken.

Konzentrieren Sie sich zur Bewältigung der negativen Gefühle deshalb auf die Dinge, die Sie kontrollieren können wie den eigenen Umgang mit den offiziellen Hygieneempfehlungen, Ihr Verhalten anderen gegenüber oder Ihre Sichtweise auf die Situation. Lassen Sie außer Acht, was Sie sich nicht kontrollieren können, z. B. ob sich andere an die Regelungen halten. Auch die Grafik der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen ruft dies nochmal in Erinnerung.

Informieren Sie sich über seriöse Medien und legen Sie hierfür Zeiten fest (z. B. einmal am Tag vor dem Arbeitsbeginn). Der bewusste Umgang mit seriösen Medienangeboten hilft, informiert zu bleiben und gibt Handlungssicherheit. Wenn Sie bewusste Nachrichtenpausen einlegen, trägt das zur Beruhigung von Ängsten bei. Versuchen Sie nach Möglichkeit, eine feste Tagesstruktur einzuhalten. Auch regelmäßige Bewegung und Entspannungsübungen sowie der regelmäßige (digitale) Kontakt mit Freund*innen und Kolleg*innen helfen bei der Bewältigung.

Scheuen Sie sich nicht davor, bei Bedarf Hilfe in Anspruch zu nehmen, beispielsweise bei der Corona-Hotline des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Das anonyme und kostenlose Angebot ist täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr unter der Nummer 0800 777 22 44 geschaltet.


Kommunale Betriebe

Welche persönliche Schutzausrüstung für Bauhöfen ist beim Entleeren von Papierkörben und Auflesen von Müll im öffentlichen Bereich sinnvoll?

  • Statten Sie Abfallbehälter mit einem Abfallsack aus. So kann das Ausleeren von Hand auf eine offene Ladefläche oder das Umschütten in andere Behälter unterbleiben. Der Handkontakt zu Abfällen muss unbedingt vermieden werden.
  • Sorgen Sie dafür, dass solche Arbeitshandschuhe getragen werden, die der mechanischen Beanspruchung standhalten und außen leicht zu reinigen sind. Empfohlen werden Schutzhandschuhe mit Nitril- oder Latexbeschichtung – möglichst  auch am Handrücken.
  • Passen Sie den Reinigungszyklus der Arbeits- und Warnkleidung an. Dazu ist eventuell ein weiterer Satz Kleidung/PSA erforderlich.
  • Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz und FFP2-Atemschutz wird derzeit nicht als sinnvoll angesehen.
  • Für das Aufsammeln von Müll sollten Greifer oder Zangen benutzt werden.

Braucht unser Unternehmen einen Pandemieplan?

Pandemiepläne können vor allem für mittlere und große Unternehmen bei einem über mehrere Wochen andauernden Pandemieereignis existenznotwendig sein. Falls solche Pläne nicht vorhanden sind, sollten sie möglichst umgehend aufgestellt werden.

Pandemiepläne regeln, wie im Pandemiefall der Betrieb aufrechterhalten werden kann – und zwar unter Beachtung der Aspekte des Gesundheitsschutzes für die Mitarbeitenden. Pandemiepläne umfassen beispielsweise Regelungen bei Erkrankungen im Betrieb, Dienstreisen und Tagungen und Hinweise zu Hygienemaßnahmen. Desweiteren können organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen durch die Ansteckung der Beschäftigten untereinander oder durch Außenstehende wie Kunden oder Dienstleister festgelegt werden. Tipps zur Aufstellung betrieblicher Pandemiepläne finden sich auf der Website der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Wie können wir in unserem Betrieb den Kundenkontakt organisieren?

Der Kontakt sollte möglichst vermieden werden. Sorgen Sie dafür, dass Kunden keinen Zugang zu den Betriebsgebäuden haben. Dort wo Kundenverkehr zwingend notwendig ist, müssen geeignete Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Dazu gehören Abstandsregelungen durch Beschilderung und Bodenaufkleber in den Wartezonen. Passen Sie die Öffnungszeiten so an, dass die Anwesenheit von Kunden sich über den Tag verteilen kann.

Wie können Bezahlvorgänge kontaktlos gestaltet werden?

Das Bezahlen soll bevorzugt elektronisch erfolgen. Die Kunden sollten auf die Möglichkeit des bargeldlosen Bezahlens und der berührungsfreien PIN-Eingabe (z. B. mittels mitgebrachtem Stift) hingewiesen werden.

Bei Barzahlung gilt: Damit das Geld nicht direkt an die Kassenkraft übergeben werden muss, nutzen Sie ein kleines Tablett oder eine Schale als fixe Geldablage. Da in vielen Fällen doch ein gewisser direkter Kontakt mit Bargeld erfolgt, muss auf eine konsequente Händehygiene geachtet werden. Sofern möglich verzichten Sie auf Unterschriften auf Dokumenten. Einen guten Schutz gegen Tröpfchen o. ä. bieten Trennscheiben, z. B. aus Plexiglas.

Weiter ist das Anbringen von Aushängen zu Verhaltensregeln für die Kunden am Eingang und Ausgang (z. B. Abstand einhalten zu Personen im Laden, im Treppenhaus oder im Fahrstuhl) zur Senkung des Infektionsrisikos für die Kunden und die Beschäftigten erforderlich.

Aushänge zum Download: www.bghw.de

Wie lassen sich Kontakte im internen Betrieb vermindern oder vermeiden?

Lassen Sie die Teams zeitlich versetzt beginnen, ggf. sollten Sie diese vorher in kleinere Gruppen aufteilen. Die Teams betreten das Betriebsgelände erst kurz vor Arbeitsbeginn und verlassen es danach schnell wieder. Mehrere Teams sollen nicht zu Pausen oder Besprechungen aufeinandertreffen. In den Pausen selbst sollte der Mindestabstand von 1,5m eingehalten werden. Um ein Aufeinandertreffen der Beschäftigten in Kantinen zu verhindern, stellen einige Betriebe Lunchpakete bereit.

Die Abwicklung der arbeitstäglichen Touren sollte ohne Zugang zur Disposition gewährleistet werden.

Die Nutzung der Umkleide- und Duschräume ist so zu regeln, dass sich verschiedene Teams und Gruppen nicht dort treffen. Sorgen Sie aber dafür, dass die Beschäftigten den Kleidungswechsel und das Duschen nach der Arbeit nicht nach Hause verlegen. Auch das Reinigen der Arbeitskleidung muss in jedem Fall weiterhin vom Betrieb übernommen werden.

In der Abfallsammlung wird in Teams mit Fahrer*in/Lader*in gefahren. Wie sollen sich diese verhalten?

  • Die gleichzeitige Anwesenheit und Begegnungen auf dem Betriebshof verringern, z. B. durch unterschiedliche Abfahrtszeiten.
  • Das Aussetzen der Zeiterfassung kann unnötige Anwesenheitszeiten sowie das Aufeinandertreffen an Erfassungsterminals verhindern.
  • Kein gemeinsames Frühstücken oder Kaffeetrinken mit den anderen Besatzungen.
  • Die Zahl der Mitfahrenden im Fahrerhaus möglichst begrenzen. Neben dem Fahrer sollte nur eine weitere Person im Fahrerhaus mitfahren, es sei denn es ist organisatorisch sichergestellt, dass das Team privat diszipliniert und während der Arbeitszeit nur innerhalb des Teams unterwegs ist.
  • Die Teams sollten möglichst auf Dauer zusammengestellt werden, um die Anzahl der Kontaktpersonen so gering wie möglich zu halten.
  • Bei notwendiger Kommunikation nach Möglichkeit nicht in Richtung des Gesprächspartners wenden.
  • Bei Mitfahrt im Fahrerhaus möglichst oft lüften.
  • Das Fahrzeug mindestens arbeitstäglich mit geeigneten Mitteln (fettlösende Haushaltsreiniger/Spülmittel) reinigen, insbesondere bei schichtweiser Nutzung eines Fahrzeugs durch verschiedene Fahrer.
  • Eine Desinfektionsmöglichkeit und eine Waschgelegenheit müssen am Fahrzeug mitgeführt werden.

Wie sollen sich die Lader*innen verhalten, welche die Tonnen transportieren? Ist spezielle Schutzausrüstung nötig?

  • Spezielle Schutzausrüstung für die Atemwege (wie z. B. Mundschutz oder Atemschutz in Form von Halbmasken) ist bei der Ladetätigkeit nicht sinnvoll da die Verschleppung von Keimen in den Gesichtsbereich beim An- und ablegen der Masken zu erwarten ist.
  • Deckel der Abfallsammelbehälter geschlossen halten. Nicht in die Behälter greifen.
  • Abfälle nicht anfassen, Heruntergefallenes mit Schaufel oder Greifer bewegen.
  • Möglichst von Personen fernhalten.
  • Hygienemaßnahmen beachten bezüglich möglicher Kontaktflächen (Fahrzeuginnenraum, Türgriffe), z. B. Reinigung mit fettlösenden Haushaltsreinigern/Spülmittel. Diese sind aufgrund eines zusätzlichen mechanischen Effekts zur Inaktivierung und Entfernung von Coronaviren geeigneter als reine Desinfektionsmittel. Hierbei sollten getränkte Einmaltücher genutzt werden. Wenn die Reinigung mittels Eimer und Wischlappen erfolgt, müssen danach das Wischwasser und der Lappen gewechselt werden.
  • Handschuhe vor dem Einstieg ins Fahrerhaus ausziehen und diese, wenn möglich, nicht mit ins Fahrzeug nehmen.
  • Türinnengriffe grundsätzlich nicht mit Handschuhen anfassen.

Wie sollen sich die Mitarbeitenden auf dem Betriebshof verhalten?

  • Schwarz-/Weißtrennung unbedingt weiterhin einhalten! Nicht mit der verschmutzten Arbeitskleidung nach Hause fahren.
  • Zeitliche Abstände zwischen Fahrzeugbesatzungen beim Aufenthalt im Schwarz-/Weiß-Bereich einführen.
  • Duschen mit Seife ist in der jetzigen Situation weiterhin dringend zu empfehlen und der beste Schutz gegen das Virus.
  • Zugang zu den Duschen unter Berücksichtigung der Abstandsregelungen begrenzen.
  • Generell Abstand (min. 1,5 bis 2 Meter) voneinander halten.

Wie sollen wir in der Abfallbehandlung den Annahmebereich organisieren?

  • Kontakte minimieren, Abstände für Wartende ermöglichen.
  • Eingänge papierlos behandeln.
  • Erforderliche Ausstattung zur Verfügung stellen (z. B. Eingabestifte für Touchscreen-Geräte).
  • Touchscreens bei automatischen Waageeinrichtungen und andere Bedienelemente sollten regelmäßig gereinigt werden.
  • Die notwendige Nutzung von Sanitäreinrichtungen durch Fremdpersonal nach Möglichkeit über mobile Einrichtungen gewährleisten, die auch die Möglichkeit bieten, die Hände zu reinigen.

Wie vermindern wir die Risiken bei der Leerung kommunaler Abfallbehälter (Papierkörbe)?

  • Es sollten nur Abfallbehälter verwendet werden, die mit einem Abfallsack ausgestattet sind, das Ausleeren von Hand auf eine offene Ladefläche oder Umschütten in andere Behälter ist zu vermeiden.
  • Der Handkontakt zu Abfällen muss unbedingt vermieden werden. Bei der Leerung sollten passende Hilfsmittel, z. B. Greifer oder geeignete Säcke, eingesetzt werden.
  • Schutz vor Schmierinfektionen bietet regelmäßiges Händewaschen bzw. Desinfektion der Hände.

Wie gehen wir mit kontaminierten Abfällen um – beispielsweise mit Abfällen aus dem Gesundheitswesen?

Das Robert Koch Institut gibt zur Entsorgung von Abfällen, die mit Sekreten oder Exkreten kontaminiert sind, folgende Empfehlung: Die Entsorgung erfolgt nach folgenden Abfallschlüsselnummern (ASN):

  • Aus Haushalten immer Restabfall ASN 20 03 01.
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die nur "in sporadischen Einzelfällen" entsprechend infizierte/erkrankte Patienten behandeln, z. B. Hausarztpraxen, ASN 18 01 04; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18.
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die entsprechend infizierte/erkrankte Patienten "schwerpunktmäßig behandeln", z. B. Isolierstationen der Krankenhäuser, ASN 18 01 03*; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18.

Der Verband Kommunaler Unternehmen hat die Empfehlung in einer Sonderinformation unter Punkt drei konkretisiert.

Welche Maßnahmen sollten abwassertechnische Betriebe für die Corona-Situation treffen?

Der Fachausschuss zum Arbeits- und Gesundheitsschutz der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) hat aus gegebenem Anlass aktuelle Hinweise zu Pandemiemaßnahmen in Abwasserbetrieben erarbeitet und passt diese regelmäßig an, zur Webseite der DWA

Wie vermindern wir die Risiken bei der Leerung städtischer Abfallbehälter (Papierkörbe)?

  • Der Handkontakt zu Abfällen muss unbedingt vermieden werden. Bei der Leerung sollten passende Hilfsmittel eingesetzt werden.
  • Schutz vor Schmierinfektionen bietet regelmäßiges Händewaschen bzw. Desinfektion der Hände.

Wie organisieren wir den sicheren Betrieb von Recyclinghöfen?

  • Zur Vermeidung direkter Kontakte sollte die gleichzeitige Anzahl der Kunden/Kundinnen auf dem Hof begrenzt werden.
  • Gegebenenfalls Öffnungszeiten erweitern (Entzerrung) und dies kommunizieren.
  • Abstände vor dem Kassenhäuschen ermöglichen; Einweiser halten Abstand zu den Einliefernden.
  • Bei der Schadstoffannahme Abstandsregelungen treffen und durch Markierungen verdeutlichen; Kunden/Kundinnen und Beschäftigte sollten sich nicht gleichzeitig im Annahmebereich aufhalten.

Welche Hygienemaßnahmen sind im Außendienst von Bauhofmitarbeiter*innen geboten?

  • Steht im Außendienst kein Waschbecken zur Verfügung, die Hände müssen aber gesäubert werden (z. B. bei Grün- und Erdarbeiten), dann sollten Wasserbehälter mit Zapfhahn, Handreinigungsmittel und Einmalhandtücher mitgeführt werden. Bei den übrigen Arbeiten ist ein Händedesinfektionsmittel ausreichend.

Was ist beim Betrieb von Sortierkabinen zu beachten?

  • Prüfen, ob Betrieb zeitweise unterbleiben kann.
  • Die Besetzung verringern, Abstände vergrößern.
  • Händehygiene ermöglichen, Reinigungsmöglichkeiten in Kabinennähe.
  • Die Handschuhe häufiger wechseln.

Wie können Universitäten und Hochschulen aktuell einen sicheren Betrieb in Lehre, Forschung und Verwaltung organisieren?

Für die Bereiche Forschung und Verwaltung sowie in den Forschungseinrichtungen gilt der Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Im Lehrbetrieb und in Bereichen, in denen die Umsetzung nicht ohne weiteres möglich ist, müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung Kompensationsmaßnahmen festgelegt werden.

Hochschulleitungen können sich an den Empfehlungen für Hochschulen orientieren. Die Muster-Gefährdungsbeurteilung zum Corona-Virus dient als Grundlage und muss auf die jeweiligen Bedingungen angepasst werden. Wenn Sie dabei Unterstützung benötigen, wenden Sie sich an Ihre zuständige Fachkraft für Arbeitssicherheit und die Betriebsärzt*innen vor Ort.


Erste Hilfe

Der Großteil meiner Mitarbeiter*innen arbeitet im Homeoffice, muss ich für die im Unternehmen verbleibenden Mitarbeiter*innen Ersthelfende zur Verfügung stellen?

Ja. Die Grundversorgung in Bezug auf die Erste Hilfe muss sichergestellt sein. Hierbei kann auch auf externe Personen als Ersthelfende zurückgegriffen werden; zum Beispiel Sicherheitspersonal, das oftmals eine Erste-Hilfe-Aus-bzw. Fortbildung nachweisen kann. Es sollte versucht werden – auch bei einem reduzierten Personalstamm - die in der DGUV Vorschrift 1 festgelegte Mindestanzahl zu erreichen (bei 2 bis 20 anwesenden Versicherten ein Ersthelfender, bei über 20 anwesenden Versicherten in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 % und in sonstigen Betrieben mindestens 10 % der anwesenden Beschäftigten). Ist dies aufgrund der aktuellen Situation nicht immer möglich, sollte man auch unter Einbeziehung der Gefährdungsbeurteilung der vorgegebenen Anzahl an Ersthelfenden möglichst nahekommen.

Viele Beschäftigte arbeiten im Homeoffice. Muss ich mich als Unternehmer bzw. Unternehmerin auch hier um die Erste Hilfe kümmern?

Da Ersthelfende erst ab zwei anwesenden Versicherten zur Verfügung stehen müssen, ist bei allein von zu Hause aus Arbeitenden kein Ersthelfender notwendig. Arbeiten von zu Hause aus stellen in der Regel keine gefährliche Alleinarbeit dar. Deshalb ist es ausreichend, wenn die Möglichkeit besteht, erforderlichenfalls einen Notruf per Festnetz- oder Mobiltelefon absetzen zu können.

Welche Regelungen gibt es bei Überschreitung der Fortbildungsfrist für Ersthelfende?

Nach der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" hat der Unternehmer bzw. die Unternehmerin dafür zu sorgen, dass die Ersthelfenden "in der Regel" in Zeitabständen von zwei Jahren fortgebildet werden. Sollte die Fortbildungsfrist auf Grund der Absagen im Rahmen der Corona-Virus-Pandemie-Planung überschritten werden, lässt die Forderung insbesondere in der aktuellen Situation einen gewissen Handlungsspielraum offen. Bei deutlicher Überschreitung oder in Zweifelsfällen sollte erneut eine Teilnahme an einer Ersten-Hilfe-Ausbildung erfolgen. Diese Einzelfallentscheidung muss im Unternehmen getroffen werden. Anhaltspunkte für die Entscheidung sind die Erfahrung des Ersthelfenden und sein Einsatzgebiet. Bei langjährigen und erfahrenden Ersthelfenden kann auch bei Fristüberschreitung die Teilnahme an einer Erste-Hilfe-Fortbildung leichter begründet werden als bei einem Mitarbeitenden, für den es die erste Fortbildung wäre. Ebenso sind die spezifischen Arbeitsplatzgegebenheiten zu berücksichtigen. Gegebenenfalls kann der Betriebsarzt bzw. die Betriebsärztin in die Entscheidung eingebunden werden.

Ein Tipp: Der zeitliche Umfang der Neu-Ausbildung ist identisch mit der Fortbildung und beträgt ebenfalls 9 Unterrichtseinheiten (Nettoausbildungszeit: 6h 45 min). In Zweifelsfällen können Sie Ersthelfende also ohne Zeitverlust statt zu einer Fort- auch zu einer Ausbildung anmelden.

Wie ist zu verfahren bei bereits geplanten Erste-Hilfe-Kursen?

Sind Teilnehmende zu Erste-Hilfe-Kursen angemeldet und die Kurse nicht bereits durch die ausbildende ermächtigte Stelle abgesagt, sollten Sie sich umgehend mit der ermächtigten Stelle bezüglich einer Verschiebung der Ersten-Hilfe-Aus- oder Fortbildung in Verbindung setzen. Gegebenenfalls sind die Vorgaben eines privatrechtlichen Vertrages zwischen ermächtigter Ausbildungsstelle/Unternehmen zu beachten.

Dürfen mir als Unternehmen Kosten für abgesagte Erste-Hilfe-Kurse in Rechnung gestellt werden?

Das kommt auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Ausbildungsstelle an, mit der Sie einen Vertrag geschlossen haben. Grundsätzlich ist es für ermächtigte Ausbildungsstellen zulässig, Regelungen zu treffen, um bei Stornierung angemeldeter Personen Kosten in Rechnung zu stellen (Stornoregelungen). Ob diese Regelungen auch im Fall der Untersagung des Kursbetriebs durch Behörden angewendet werden können, muss zivilrechtlich geklärt werden.

Können Erste-Hilfe-Kurse auch online absolviert werden?

Nein. Erste-Hilfe-Kurse nach DGUV Vorschrift 1 müssen nach wie vor als Präsenzveranstaltung absolviert werden. Ziel jedes Erste-Hilfe-Kurses ist die ganzheitliche Handlungskompetenz der Ersthelfenden in Notfallsituationen. Die reine Wissensvermittlung steht daher im Hintergrund. Augenmerk wird stattdessen auf das praktische Üben gelegt. Einen Verband anzulegen oder Betroffene psychisch zu betreuen kann man nur mit anderen Menschen üben. Daher sind online-Kurse für die Erste Hilfe ausgeschlossen.

Was müssen Ersthelfende aktuell besonders beachten, wenn sie Erste-Hilfe leisten?

Ersthelfende müssen immer darauf achten, sich selbst zu schützen. Klassische Beispiele sind die Absicherung einer Unfallstelle oder das Anziehen von Einmalhandschuhe bei der Versorgung von Wunden. Diese Regel gilt unabhängig von der aktuellen Corona-Pandemie. Momentan sollten Ersthelfende aufgrund des Corona-Virus aber besonders auf Maßnahmen des Eigenschutzes achten, zum Beispiel falls verfügbar Atemschutzmaske und Schutzbrille tragen. Dazu gehört außerdem das Abstand halten, wenn es möglich ist. Auch das Einhalten der Husten- und Niesetikette und gründliches Händewaschen zählen dazu.

Muss bei Wiederbelebungsmaßnahmen auch zwingend beatmet werden?

Die Frage zur möglichen Infektionsgefahr bei der Beatmung ist berechtigt, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Gesundheitslage und umso mehr, je höher die Anzahl nicht getestet infizierter und nicht genesener Personen steigt.

Die Maßnahmen der Ersten-Hilfe, wie sie in der Aus- und Fortbildung betrieblicher Ersthelfender geschult werden, sehen grundsätzlich bei den Wiederbelebungsmaßnahmen

  • in erster Linie die Herzdruckmassage,
  • die Anwendung eines AED (falls vorhanden) und
  • die Beatmung vor.

Diese Lehraussagen sind verpflichtend durch die ermächtigten Ausbildungsstellen einzuhalten und dürfen auch nicht anders geschult werden.

Für Betriebe könnte das Thema "Beatmung" im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, unter Einbeziehung der Betriebsärztin bzw. des Betriebsarztes dahingehend berücksichtigt werden, dass ggf. ergänzende Beatmungsmasken vorgehalten werden. In Bezug auf das Infektionsrisiko und die Anwendung sollten detaillierte Informationen beim Hersteller eingeholt werden. Die Ersthelfenden müssen dann unterwiesen werden.

Es liegt im Ermessen der handelnden Personen im Rahmen der Reanimation auf die Beatmung notfalls zu verzichten, bis gegebenenfalls eine geeignete Beatmungshilfe zur Verfügung steht.