Letzte Änderung: 27. November 2022

Unfallkasse Hessen im Porträt: Prävention, Rehabilitation, finanzielle Unterstützung

Die Unfallkasse Hessen als Teil der Gesetzlichen Unfallversicherung – Auftrag, Werte und Ziele

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Aktuelle Satzungen, Vorschriften und Vereinbarungen

Die gesetzliche Unfallversicherung ist neben der Kranken-, Arbeitslosen-, sozialen Pflege- und Rentenversicherung eine wichtige Säule der deutschen Sozialversicherung. Die Unfallkasse Hessen (UKH) ist – wie die Berufsgenossenschaften – eine Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie sichert Arbeitnehmende und Arbeitgebende im Fall von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten ab und verhindert drohende Gesundheitsgefahren. Dieser gesetzliche Auftrag wird in SGB VII definiert. Spitzenverband von Unfallkassen und Berufsgenossenschaften ist der DGUV e. V. An der Spitze der UKH steht eine Selbstverwaltung, die zu gleichen Teilen aus Vertreter*innen der Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden besteht.

Eine Grafik zeigt Eindrücke der UKH-Zuständigkeiten. Zu sehen sind ein Sack mit einem Euro-Zeichen, eine Frau in einem Rollstuhl, zwei Menschen im Gespräch miteinander, ein Bauarbeiter mit Helm, ein Einbeiniger mit Krücken und ein Warnschild. Text in der Mitte des Bildes lautet: „UKAHA! Das sind unsere Aufgaben“
Bild: © schallundschnabel

Die Aufgaben der UKH

Bei der UKH sind alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Hessen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert – außer Beamt*innen. Auch alle Kita- und Schulkinder, Studierende, ehrenamtlich Tätigen, Haushaltshilfen und private Pflegepersonen stehen unter unserem Schutz. Unsere wichtigste Aufgabe nach der Verhütung von Arbeits- und Schulunfällen ist die – oft lebenslange – Betreuung von Unfallopfern. Wir begreifen unseren gesetzlichen Auftrag als soziale Investition in die Gesellschaft.

Gesetzlicher Auftrag und Anspruch der UKH

Unser oberster gesetzlicher Auftrag nach SGB VII lautet: Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle möglichst zu verhüten und Berufskrankheiten entgegenzuwirken (Prävention). Trotz aller Maßnahmen ist das nicht immer möglich. Im Falle eines Falles kümmern wir uns mit allen geeigneten Mitteln um die medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation. Wir helfen mit finanzieller Unterstützung, wie Verletztengeld, Renten oder Pflegegeld. Im Versicherungsfall haben Verletzte und Erkrankte grundsätzlich das Recht auf lebenslange Betreuung durch unsere Reha-Beratung.

Das Logo der UKH an einer Hauswand.
Bild: © UKH

Prävention

Wir sorgen für mehr Sicherheit und Gesundheit in Kitas und Schulen und bei der Arbeit. Grundlagen dafür sind die Beratung, Qualifizierung (Seminare, Fort- und Weiterbildungen) und Überwachung unserer Mitgliedsbetriebe. Die Projektarbeit mit den Unternehmen gehört ebenfalls dazu.

Das Logo der UKH an einer Hauswand.
Bild: © UKH

Rehabilitation

Wenn ein Unfall passiert ist, kümmern wir uns um die ärztliche Versorgung und später um die Wiedereingliederung in Schule und Beruf und ins "normale" soziale Leben. Wir sind dafür da, unseren Versicherten nach einem Unfall so schnell und so gut wie möglich zu helfen. Das tun wir mit allen geeigneten Mitteln. Wir sorgen für die bestmögliche Behandlung und zahlen die Kosten dafür.

Ausschnitt aus einem Foto des UKH Firmengebäudes in Frankfurt am Main
Bild: © UKH

Entschädigung

Wir sorgen dafür, dass durch den Unfall keine zusätzlichen finanziellen Sorgen entstehen. Notfalls mit lebenslanger Rente oder Versorgung der Hinterbliebenen. Wir bemühen uns, unseren gesetzlichen Auftrag schnell, umfassend und unbürokratisch im Sinne unserer Versicherten und unserer Mitglieder auszuführen.

Unsere Strategie

Unser Unternehmensziel erreichen wir durch Nachhaltigkeit. Diese wird nicht als Ergebnis, sondern als Prozess verstanden. Wir steuern den Prozess aktiv und kontrollieren regelmäßig seine Wirkung. Nachhaltigkeit ist der entscheidende Faktor für unsere Betriebskultur, für unseren Geschäftserfolg und unsere Zukunftsfähigkeit.

Wir verfolgen rechtskonforme, gleichzeitige und gleichberechtigte Zwecke im Rahmen aller Prozesse. Das gilt für die Kerngeschäfte (Prävention, Rehabilitation, Entschädigung, Widerspruch, Klage und Regress) genauso wie für die Administration (Geschäftsführung, Verwaltung, Stabsstellen). Wir arbeiten auf der Basis von ethischen, sozialen, wirtschaftlichen und umweltbezogenen Zielen.

Haftungsablösung für Unternehmer*innen: Sicherheit für Beschäftigte und Arbeitgebende

Seit der Einführung der gesetzlichen Unfallversicherung im Jahr 1885 richten sich die Ansprüche der Beschäftigten nach einem Arbeitsunfall ausschließlich gegen die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse und nicht mehr gegen Arbeitgebende. Damit wird die soziale Absicherung der Beschäftigten nach einem Arbeitsunfall oder bei einer Berufskrankheit auf eine solide, allgemein verbindliche Basis gestellt.

Das Prinzip „Ablösung der Unternehmerhaftpflicht“ prägt bis zum heutigen Tag die Struktur der gesetzlichen Unfallversicherung. Es unterscheidet sie von allen anderen Zweigen der Sozialversicherung, denn es begründet die Finanzierung der Ausgaben allein durch die Unternehmerinnen und Unternehmer. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen keine Beiträge für ihren gesetzlichen Unfallschutz.

Gerade für Arbeitgebende hat die Ablösung der Haftpflicht viele Vorteile: Sie bewahrt sie vor wirtschaftlichem Risiko und drohendem Ruin durch Schadensersatzklagen verunglückter Arbeitnehmer*innen. Diese können im Einzelfall einen existenzbedrohenden Umfang annehmen. Auf diese Weise leistet die gesetzliche Unfallversicherung einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt des sozialen Friedens.

Die Versicherten der UKH

Rund 2,8 Millionen Menschen in Hessen waren 2021 bei der UKH versichert:

227.459 Angestellte und Arbeiter*innen des öffentlichen Dienstes
178.298 Beschäftigte in rechtlich selbstständigen Unternehmen
164.607 Ehrenamtlich Tätige
118.400 Versicherte in Hilfeleistungsunternehmen
472.041 Private Pflegepersonen
81.657 Blutspender*innen
340.151 Kinder in Tageseinrichtungen oder Tagespflege
705.470 Schüler*innen in allgemein bildenden Schulen
189.685 Schüler*innen in berufsbildenden Schulen
308.984 Studierende
46.935 Private Haushaltshilfen
29.066 Andere Versicherte

Die UKH in Zahlen 2021

Versicherungsfälle:

50.889 meldepflichtige Schulunfälle, davon 1 tödlich
4.055 meldepflichtige Schulwegunfälle, davon 2 tödlich
4.807 meldepflichtige Arbeitsunfälle, davon 6 tödlich
1.620 meldepflichtige Wegeunfälle, davon 3 tödlich
2.717 meldepflichtige Berufskrankheiten (Verdachtsanzeigen)

Entschädigungsleistungen (gerundet, Auszug):

18,4 Mio. Euro für ambulante Behandlungen
11,4 Mio. Euro für stationäre Behandlung und häusliche Pflege
5,9 Mio. Euro für Verletztengeld und besondere Unterstützung
32,4 Mio. Euro für Renten an Versicherte und Hinterbliebene
12,9 Mio. Euro für sonstige Heilbehandlungen und Leistungen zur beruflichen und sozialen Teilhabe

Ausgaben für Prävention (gerundet):

11,0 Mio. Euro für Beratung, Überwachung, Qualifizierung, Projekte für Sicherheit und Gesundheit in den Betrieben etc.

Weitere Medien

  • Detailseite: Jahresbericht – Jahresbericht der Unfallkasse Hessen 2021

    Jahresbericht

    Jahresbericht der Unfallkasse Hessen 2021

    Hinter den Zahlen stehen Menschen

  • Detailseite: UKH Broschüre – Unfallkasse Hessen – Ihre gesetzliche Unfallversicherung

    UKH Broschüre

    Unfallkasse Hessen – Ihre gesetzliche Unfallversicherung

    Infoflyer

  • Detailseite: UKH Satzung – Satzung der Unfallkasse Hessen

    UKH Satzung

    Satzung der Unfallkasse Hessen

    vom 22. November 2018 in der Fassung des 1. Nachtrags vom 15. Juli 2021

  • Detailseite: UKH Satzung – Mehrleistungssatzung der Unfallkasse Hessen

    UKH Satzung

    Mehrleistungssatzung der Unfallkasse Hessen

    vom 06. November 2013 in der Fassung des 1. Nachtrages vom 22. November 2018 und 2. Nachtrages vom 29. Mai 2019

  • Detailseite: Öffentliche Bekanntmachungen – Mehrleistungssatzung der Unfallkasse Hessen

    Öffentliche Bekanntmachungen

    Mehrleistungssatzung der Unfallkasse Hessen

    1. und 2. Nachtrag

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