Im gezeigten Foto ist ein Sicherheitsmangel zu erkennen: Die Stehleiter eignet sich nicht als Arbeitsplatz, weil diese Sprossen statt Stufen verbaut hat, welche keine Standtiefe von mindestens 80 mm aufweisen. Das kann schnell gefährlich werden. Wer auf einer Leiter arbeitet, muss sicher stehen – mit beiden Füßen auf einer stabilen Stufe oder Plattform. Zu schmale Stufen oder ungeeignete Tritte reichen dafür nicht aus. Schon eine kleine Bewegung zur Seite kann dazu führen, dass man abrutscht, das Gleichgewicht verliert oder stürzt.
Leitern sollten als Arbeitsplatz nur dann zum Einsatz kommen, wenn es keine sicherere Lösung gibt und die Leiter zur Aufgabe passt. Bei Stehleitern heißt das unter anderem: Die Stufen müssen mindestens 80 Millimeter breit sein. Außerdem sollte die Arbeit ohne seitliches Hinauslehnen und möglichst ohne freihändiges Arbeiten möglich sein. Werkzeug ist in einer geeigneten Werkzeugtasche besser aufgehoben. Ist die Arbeitsstelle nicht gut erreichbar, gilt: absteigen, Leiter umstellen, sicher weiterarbeiten.
Prüfen Sie deshalb vorab in der Gefährdungsbeurteilung, welches Arbeitsmittel wirklich geeignet ist. Häufig bieten Podestleitern, Rollgerüste oder Hubarbeitsbühnen mehr Sicherheit. Entscheidend sind dabei Arbeitshöhe, Dauer der Tätigkeit, Art der Arbeit und die Bedingungen vor Ort. Vor der Nutzung hilft auch ein kurzer Check: Steht die Leiter eben und stabil? Trägt der Untergrund? Sind die Schuhe sauber und rutschhemmend? Ist die Leiter in Ordnung?
Weitere praktische Hinweise zum Thema gibt die DGUV Information 208-016 "Die Verwendung von Leitern und Tritten".