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Letzte Änderung: 18. November 2021
Wenn Mitarbeiter*innen Angehörige pflegen

Als Führungskraft den Einklang von Beruf und Pflege ermöglichen

Das Thema häusliche Pflege wird für die Politik sowie für Unternehmen und ihre Führungskräfte zunehmend wichtig. Denn mehr als 4,7 Millionen Menschen sind in Deutschland für rund 2,6 Millionen Personen als pflegende Angehörige tätig. Sechs Prozent aller Personen im erwerbsfähigen Alter pflegen eine*n Angehörige*n; bei den über 45-Jährigen sind es schon zehn Prozent, die neben ihrem eigentlichen Beruf im Einsatz sind. Diese Doppelbelastung führt nicht selten zu Problemen. Wir zeigen mögliche Situationen und Lösungsansätze auf.

Die häusliche Pflege ist über die kommunalen Unfallversicherungsträger versichert, deren Trägerin ist in Hessen die Unfallkasse Hessen (UKH). Zum 1.1.2017 haben sich mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz die Voraussetzungen zum Versicherungsschutz der häuslichen Pflegepersonen geändert.

In den nächsten Jahren ist mit einem ständigen Anwachsen des Anteils der über 80-Jährigen in der Bevölkerung zu rechnen und gleichzeitig liegt die Pflegewahrscheinlichkeit bei dieser Gruppe bei 38,5 Prozent. Es ist also abzusehen, dass dieses Thema in Zukunft noch stärker präsent sein wird - eine Herausforderung auch für Führungskräfte in Unternehmen.

Gemeinsam die Herausforderungen angehen

Viele Beschäftigte verstehen die Pflege ausschließlich als Privatangelegenheit und scheuen sich, Kolleg*innen und Vorgesetzte anzusprechen. So erhält eine Führungskraft diese Information oft erst, wenn es einen akuten Handlungsbedarf gibt. Und dann muss schnell für die Umverteilung von Aufgaben und Verantwortungen gesorgt werden, ohne große Vorbereitung.

Nur bei einem mitarbeiterorientierten, offenen und auf Vertrauen beruhendem Führungsstil haben Führungskräfte die Chance, schon frühzeitig von einem anstehenden Bedarf an Unterstützung zu erfahren und erforderliche Maßnahmen einzuleiten. So können Sie sowohl den Beschäftigten helfen als auch Schaden vom Unternehmen abwenden. Das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ sollte gleichermaßen im Fokus stehen, wie zum Beispiel die Kindererziehungs- und Elternzeiten.

Weitere betriebliche und menschliche Herausforderungen können sich durch die hohe emotionale Belastung der Betroffenen ergeben. Gefühle und Befinden sind von außen nicht ohne Weiteres gut einzuschätzen. Nur im persönlichen Gespräch kann ein möglicher Unterstützungsbedarf festgestellt werden.

Pflegenden Angehörigen kann mobiles Arbeiten das Erfüllen dieser Aufgabe ohne finanzielle Einbußen ermöglichen.

So können Unternehmen Pflegende unterstützen

Mobiles Arbeiten und Teilzeit ermöglichen

Die Unternehmen müssen sich angesichts der absehbaren Entwicklung auf eine stärkere Nachfrage nach Unterstützung vorbereiten. Grundsätzliche Möglichkeiten für Telearbeit und mobiles Arbeiten sind dafür gute Voraussetzungen. Gerade das mobile Arbeiten hat sich in der Corona-Zeit als schneller umsetzbar gezeigt, als es viele vermutet hätten. Mobiles Arbeiten ermöglicht auch Beschäftigten, die nicht selbst in die Pflege eingebunden sind, bei denen aber dennoch Familienbesuche bei oft entfernt lebenden Angehörigen notwendig sind, diese zu bewerkstelligen, ohne den Erholungsurlaub dafür aufzubrauchen.

Auch pflegenden Angehörigen kann mobiles Arbeiten das Erfüllen dieser Aufgabe ohne finanzielle Einbußen ermöglichen.

Durch flexible Teilzeitregelungen ist es den Beschäftigten möglich, sich in die Pflege einzubringen, ohne den Kontakt zum Unternehmen zu verlieren. Vielen Angehörigen ist es wichtig, auch in den Pflegezeiten weiter berufstätig zu sein. Häufig ist die Berufstätigkeit sogar ein verlässlicher Anker in der Zeit der hohen privaten Zusatzbelastungen.

Pflegeberatung anbieten oder vermitteln

Da oft zu Beginn der Pflege der höchste Informationsbedarf besteht, ist es sinnvoll, Kontaktdaten zu Beratungsstellen bereitzustellen (beispielsweise im Intranet) oder auch – insbesondere in größeren Unternehmen – selbst Pflegeberatungen anzubieten.


Offene Kommunikation und Verständnis

Führungskräfte sollten sich offen für das Thema zeigen und auch über die eigene Betroffenheit reden. So erhält man die Chance, dass sich auch die Beschäftigten öffnen und über ihre Probleme berichten. Die Führungskraft kann so besser auf die individuellen Bedürfnisse eingehen.

Eine Umorganisation der Arbeit kann Entlastung bringen.

Zeitliche Freiräume zu schaffen und die Arbeitszeit flexibler zu gestalten liegt oft in der Hand der direkten Führungskraft. Manchmal reicht schon das klare Signal, dass man Verständnis für die Situation hat und auch kurzfristige Abwesenheiten ermöglicht. Auch eine Umorganisation der Arbeit kann Entlastung bringen, zum Beispiel, indem man Reisetätigkeiten oder Teilnahmen an Veranstaltungen weit weg vom Wohnort reduziert. Auch hierbei hat die Corona-Krise gezeigt, dass dieses Verfahren durchaus möglich ist – etwa durch die Nutzung von Video- oder Telefonkonferenzen und digitale Schulungen.

In Hinsicht auf die emotionale Belastung kann es natürlich nur eine am individuellen Bedarf orientierte Unterstützung geben. Ein Gesprächsangebot kann helfen, es kann aber auch erforderlich sein, auf professionelle Unterstützung zu verweisen.

Wenn Beschäftigte die Berufstätigkeit zeitweilig vollständig aufgeben müssen, sollte man klären, ob ein regelmäßiger Kontakt gewünscht wird, um „auf dem Laufenden“ zu bleiben. Und natürlich sollte nach einer Rückkehr in die Berufstätigkeit sensibel mit der Situation umgegangen und ausreichend Zeit eingeräumt werden, um zurück in die Tätigkeit zu finden.

Anspruch auf Freistellung für die Zeit der Pflege

Die Freistellungen nach dem Pflegezeitgesetz und dem Familienpflegezeitgesetz, die kurzzeitige Arbeitsverhinderung und das Pflegeunterstützungsgeld ermöglichen es Beschäftigten, den Beruf und die Pflege von Angehörigen zu vereinbaren.

Anspruch auf Pflegezeit wird Beschäftigten gewährt, die nahe Angehörige in häuslicher Umgebung pflegen. Ein Anspruch auf Freistellung besteht für die häusliche oder auch außerhäusliche Betreuung von minderjährigen pflegebedürftigen nahen Angehörigen und für die Begleitung von nahen Angehörigen in der letzten Lebensphase. Der Anspruch gilt für alle Pflegegrade. Es handelt sich um eine sozialversicherte, von Arbeitgebenden nicht bezahlte vollständige oder teilweise Freistellung von der Arbeitsleistung für die Dauer von bis zu sechs Monaten.

(Quelle: Bundesgesundheitsministerium).

Häufige Fragen

Als Führungskraft sind Sie aktuell besonders gefordert, Ihre Mitarbeitenden bei ungewohnten Belastungen und Herausforderungen in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Die veränderten Arbeitsbedingungen sollten so sein, dass Ihre Mitarbeitenden die offiziellen Empfehlungen, bspw. zu Abstandsregelungen und Hygieneempfehlungen, einhalten können. Sorgen Sie dafür, das bspw. ausreichend Seife, Papierhandtücher und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.
Leiten Sie notwendige und hilfreiche Informationen an Ihre Beschäftigten weiter. Auch über die offiziellen Richtlinien hinaus kann die Umorganisation der Arbeit dabei helfen, psychische Belastungen zu reduzieren, wenn Sie z. B. für Arbeitszeitgestaltung flexible Lösungen anbieten. Wenn Sie Home-Office anbieten können, sollten die Beschäftigten nach Möglichkeit großzügig davon Gebrauch machen, um die Anzahl gleichzeitig Anwesender im Betrieb zu reduzieren und so das Infektionsrisiko zu senken.
Bedenken Sie, dass sich die Arbeit für Mitarbeiter*innen, die Kontakt zu Kund*innen, Patient*innen oder Bürger*innen haben, stark verändert hat und unter Umständen besonders belastend sein kann. Es sollte ein Konzept vorhanden sein, wie auch im direkten Kontakt die offiziellen Empfehlungen und Richtlinien eingehalten werden können. Stärken Sie Ihren Mitarbeitenden den Rücken, falls Kund*innen/Patient*innen/Bürger*innen aufgrund der Situation ungewohnt ungeduldig oder aggressiv reagieren und erarbeiten Sie mit Ihren Mitarbeiter*innen Vorschläge zum Umgang mit kritischen Situationen.
Für Ihre Mitarbeitenden sind Sie Vorbild und wichtige Ansprechperson zugleich. Das bedeutet aber nicht, dass Sie für alle Probleme direkt eine Lösung parat haben müssen. Bieten Sie Mitarbeitenden ein offenes Ohr, nehmen Sie Anliegen ernst, binden Sie sie in die Lösungssuche ein und setzen Sie machbare Verbesserungen um.
Prüfen Sie, ob durch die Anliegen in Bezug auf die momentane Situation auch die Gefährdungsbeurteilung zur psychischen Belastung aktualisiert werden muss. Wenn Anliegen außerhalb Ihrer Entscheidungsbefugnis oder Expertise liegen, suchen Sie sich Unterstützung auf der nächsten Führungsebene oder verweisen Sie auf externe Unterstützungsangebote, wie die Corona-Hotline des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Das anonyme und kostenlose Angebot ist täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr unter der Nummer 0800 777 22 44 geschaltet.

Unsere Empfehlung: Konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Sie selbst kontrollieren können (Gestaltung des Tages, Zeitpunkt der Informationsaufnahme, Einhalten von Hygieneregeln). Nutzen Sie möglichst seriöse Medien, um sich zu informieren und halten Sie sich an die Regelungen Ihres Arbeitgebers zu Hygienemaßnahmen. Kümmern Sie sich aktiv um Ihre Sicherheit und um die anderer Personen: So beeinflussen Sie Situationen selbst und leisten einen Beitrag für die Gemeinschaft. Behalten Sie möglichst Ihre Routinen und den Tagesablauf ein - planen Sie Ihren Arbeitstag im Homeoffice mit Arbeitsbeginn, Pausen und Arbeitsende. Fokussieren Sie auf Positives, z. B. den starken Zusammenhalt in Ihrem Team. Suchen Sie das Gespräch und Lösungen mit Vorgesetzten und Kolleg*innen, wenn Sie Ängste oder Probleme haben. Tauschen Sie sich mit für Sie wichtigen Bezugspersonen aus und versuchen Sie nicht, alles mit sich selbst auszumachen. Und scheuen Sie sich nicht, Hilfe außerhalb Ihrer Arbeit zu suchen und anzunehmen. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen betreibt z. B. eine kostenfreie Hotline. Das Angebot ist anonym und täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr unter der Nummer 0800 777 22 44 geschaltet.

Die Corona-Pandemie ist eine Ausnahmesituation, die die Beschäftigten auch psychisch belastet. Diese Belastung müssen Führungskräfte erkennen und ernst nehmen. Sorgen Sie für klare Aufgabenstellungen und abgegrenzte Verantwortungsbereiche. Klare Zuständigkeitsregelungen helfen, die notwendige Orientierung und Prioritätensetzung sicherzustellen. Informieren Sie Ihr Personal regelmäßig über die aktuelle Situation, bevorstehende Änderungen oder getroffene Maßnahmen. Die Kommunikationskette muss transparent und immer gewährleistet sein. Der kollegiale Austausch sollte hierbei ebenso wenig vernachlässigt werden wie die interne Kommunikation zu Leitung oder Trägerverantwortlichen.