Letzte Änderung: 01. Oktober 2022

Gesundheitsförderung der Kleinsten

Kinderfitness statt Pommesbude: Gemeinsam für ein gesundes Leben in Frankfurt

Wie kann man Gesundheit für Kinder in der Stadt wirkungsvoll gestalten? Am besten fragt man die Kinder! Das Präventionsgesetz, die Landesrahmenvereinbarung und die Bedeutung der eigenen Gesundheit sowie ein individuelles Verständnis für ein gesundes und glückliches Aufwachsen in Frankfurt: Mit diesen Punkten beschäftigt sich das Projekt "GUT GEHT’S – Gemeinsam für ein gutes und gesundes Leben in Frankfurt".

Eine Reihe von Pommes frites nimmt den Großteil des Bildes ein. Drei illustrierte Menschen laufen mit einem Drachen durch das Bild. Unten im Bild steht: "Fit statt Fritten"
Bild: © schallundschnabel

Wenn man erreichen möchte, dass sich Lebenswelten und Handlungsfelder nicht immer weiter voneinander entfernen, sind gute Kooperationen aller Akteure mit Gesundheitsbezug in der Prävention wichtig. Dazu müssen Strukturen vor Ort in den jeweiligen Kommunen geschaffen werden. Auch um gemäß des Settingansatzes wichtige Impulse für die Gesundheit geben zu können.

GUT GEHT‘S – Gesundheitsförderung in Frankfurt

Prävention und Gesundheitsmanagement sollen in der Stadt kooperativ umgesetzt werden. Zum Erhalt, zur Verbesserung und Förderung von Gesundheit und zur Verhütung von Krankheiten der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger wurde 2017 das Projekt "GUT GEHT’S – Gemeinsam für ein gutes und gesundes Leben in Frankfurt" gestartet. Die neu geschaffenen Strukturen von "GUT GEHT’S" beteiligen Personen verschiedener Lebenswelten und externe Akteure, politische Netzwerke, innerstädtische Akteure, das Gesundheitsamt und als Gesamtverantwortliche die Stadt Frankfurt und somit den Magistrat. Die Kooperationspartner der Lenkungsgruppe (u. a. die Techniker Krankenkasse) unterstützen die thematische Schwerpunktsetzung und priorisieren die Handlungsempfehlungen und bringen die notwendigen Maßnahmen in Gang.

Stadtgesundheitskonferenzen als Dreh- und Angelpunkt

Es sind Stadtgesundheitskonferenzen geplant, zu denen neben den Dezernaten, politischen Gremien und städtischen Ämtern auch folgende Partner*innen eingeladen werden, sich aktiv zu beteiligen:

  • Sozialversicherungsträger (z. B. Unfallkasse und Träger der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung)
  • Wohlfahrtsverbände
  • Krankenhäuser
  • landesbezogene Einrichtungen (z. B. Ärztekammer, staatliches Schulamt, Polizei usw.)
  • Organisationen der Zivilgesellschaft (z. B. Vereine, Stadtelternbeirat, Schüler*innenrat, Ehrenamtliche etc.)

Gesund aufwachsen

Auf der Stadtgesundheitskonferenz 2018 „Gesund aufwachsen“ wurde das interdisziplinäre Präventionsprojekt „GUT GEHT’S“ erstmals vorgestellt. Es gab Workshops zu den Lebenswelten: Familie, Krippe/Kita, Schule und Quartier/Wohnumfeld. Ihre Inhalte bezogen sich dabei meist auf konkrete Projekte in Quartieren unter Berücksichtigung der dortigen Lebenswelten. Die Komplexität des Themas sowie die Vielzahl der Beteiligten und der zu Beteiligenden wurde in den einzelnen Impulsvorträgen dargestellt. Immer wieder wurde auf die Wichtigkeit von nachhaltigen und niedrigschwelligen Angeboten für die Umsetzung in den Quartieren hingewiesen und auf bekannte Projekte Bezug genommen.

Checkliste: Ideen für eine gerechtere Gesundheitsförderung

  • bessere Vernetzung von Kita, Schule und Erziehungsberatung
  • Schulgesundheitsfachkräfte an allen Schulen
  • ergonomische Möbel und Bewegungsräume in Schulen
  • kostenlose Nutzung des ÖPNV für alle Kinder
  • sicherere, besser ausgeleuchtete Schulwege

Auch Schüler und Schülerinnen diskutierten über Maßnahmen, die ihre eigene Gesundheit fördern können.  Bild: © UKH

Die gesundheitliche Chancengleichheit soll weiter auf- und ausgebaut werden, damit Gesundheit und Lebensqualität der Frankfurter Bürger*innen für spezifische Settings in Stadtteilen gefördert werden.

Darauf aufbauend fand am 27. September 2019 eine Kinder- und Stadtteilkonferenz statt. Für das Gesundheitsziel „Gesund aufwachsen“ wurde 2018–2020 der Pilotstadtteil Höchst mit Anbindung an Unterliederbach ausgewählt. Die Stadtteilauswahl erfolgte auf breiter Datenbasis der Gesundheits- und Sozialberichterstattung, um zielgenau ungleiche Gesundheitschancen abzubauen, quartiersbezogene Gesundheits- und Präventionsangebote für vulnerable Zielgruppen zu erschaffen und gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern.

Besonders war, dass zu dieser interaktiven Veranstaltung auch Schüler*innen aus Höchst und Unterliederbach eingeladen waren, um mitzuarbeiten und mitzudiskutieren. Die Leitfragen („Welche Ideen für Maßnahmen haben Sie/habt ihr, damit man in Frankfurt noch besser gesund aufwachsen kann?“ und: „Was sollte zuerst angegangen werden?“) wurde in Kleingruppen diskutiert und die Ergebnisse zu den Handlungsansätzen dem Plenum vorgestellt.  

Die erste Ideensammlung zeigte die Vielfalt, aber auch die Herausforderung in der Umsetzung.

Gemeinsam gestalten ist eine lohnenswerte Investition für mehr Gesundheit.

Workshop in Kleingruppen  Bild: © UKH

Stadtgesundheitskonferenzen als Dreh- und Angelpunkt

Es sind Stadtgesundheitskonferenzen geplant, zu denen neben den Dezernaten, politischen Gremien und städtischen Ämtern auch folgende Partner*innen eingeladen werden, sich aktiv zu beteiligen:

  • Familie: Einrichtung von Orten für Familien zum Austausch und Dialog
  • Kita: Schaffung von Bewegungsangeboten im Sozialraum
  • Schule: Stärkung des psychischen Wohlbefindens
  • Quartier: Schaffung von Treffpunkten für gemeinsame Nutzung

Prävention und Gesundheitsförderung können beim Abbau ungleich verteilter Gesundheitschancen helfen und somit dazu beitragen, das Präventionsgesetzes und die Landesrahmenvereinbarung umzusetzen.

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Eine Gruppe Menschen steht mit Helm und Rollern vor einem RollerKIDS Banner.
Einige Böcke in unterschiedlichen Größen stehen in einer Sporthalle. Eine junge Frau steigt gerade auf einen von ihnen. Im Hintergrund bilden andere sportbekleidete Menschen eine Schlange.

Die Ergebnisse der Tischgespräche wurden direkt dokumentiert.  Bild: © UKH

Fazit: Der Dialog mit Kindern ist wichtig!

Für die geforderte übergreifende Zusammenarbeit war insbesondere der Dialog mit den Kindern absolut gewinnbringend.
Der Prozess wurde dadurch anspruchsvoller und es wird spannend, wie die Ideen der Kinder- und Stadtteilkonferenz in "GUT GEHT’S" eingebracht werden.

Es gab viele Vorschläge, wie das bereits gute Angebot in Höchst erweitert werden kann:

  • Spaziergangs-Treff im Park initiieren
  • mehr Bewegungsförderung an Schulen
  • "Kinderfitnessbude" mit einem Bewegungsparcours
  • Gesundheitskompetenzen der Eltern stärken
  • Radwege ausbauen
  • Wartehäuser von Straßenbahnen und Bahnen begrünen
  • "Hilfe-Inseln" einrichten (Läden, in denen Kinder um Hilfe bitten können)

Gemeinsam gestalten (auch wenn die Menge an Ideen in der Umsetzung nicht immer exakt mit der Verabschiedung des PrävG zu tun hatten) ist eine lohnenswerte Investition für mehr Gesundheit.

Ein Blick auf die Homepage von "GUT GEHT’S" lohnt sich: Hier kann jede Kommune Anregungen zur eigenen Umsetzung und Empfehlungen für die Bildung von Strukturen auch in kleinerem Rahmen finden.

In Zeiten von Corona

Die Themen des Präventionsgesetzes, der Landesrahmenvereinbarung und der operativen Umsetzung passen auch zur aktuellen Entwicklung: die Gesundheitskompetenz der Familien soll erhöht und der soziale Zusammenhalt trotz körperlicher Distanz gestärkt werden. Seit einigen Monaten haben das eigene Wohnumfeld und die nahe Umgebung (= Lebenswelt) eine ganz andere Bedeutung als noch zu Jahresanfang.

Gerade jetzt gilt in Frankfurt das Motto: "Gemeinsam für ein gutes und gesundes Leben in Frankfurt – auch während der Corona-Pandemie!"

Das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention

… trat am 25. Juli 2015 in Kraft. Folgend wurde von allen Landesregierungen gefordert, Landesrahmenvereinbarungen zu erarbeiten. Im April 2016 unterzeichnete Hessen diese als erstes Bundesland. Die Unterzeichnenden – neben dem Land Hessen zahlreiche Träger der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherung – richten ihre Aktivitäten auf die in den Bundesrahmenempfehlungen festgelegten Ziele und Handlungsfelder aus – entsprechend ihrem jeweiligen gesetzlichen Auftrag. So werden der Gesundheitsförderung in Hessen Impulse gegeben und Handlungsbedarfe in der Prävention identifiziert.

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