Bundesweiter Hitzeaktionstag:

So meistern Sie die Hitzewelle am Arbeitsplatz

Am 5. Juni 2024 macht der Hitzeaktionstag auf die Gefahren hoher Temperaturen aufmerksam. Dr. Stefan Hussy von der DGUV betont die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen. Mehr zu Prävention und Schutz im Artikel.

Bild: © pit24, Adobe Stock

Hitzeaktionstag: Beschäftigte vor hohen Temperaturen schützen

In den Sommermonaten steigen die Temperaturen oft auch in Arbeitsräumen. Das macht es schwerer, sich dort auf die Tätigkeiten zu konzentrieren. Doch nicht nur die Produktivität sinkt – auch die Gesundheit der Beschäftigten ist bedroht. Wie die Risiken langer Hitzeperioden für Beschäftigte in Arbeitsräumen verringert werden können, erläutert die top eins in ihrer neuen Ausgabe zum heutigen bundesweiten Hitzeaktionstag.

Höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

„Studien zum Thema belegen, dass die Produktivität bei der Arbeit abnimmt, je wärmer es wird“, sagt Sebastian Dohm, Wissenschaftler am Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) im Bereich Technische Schutzmaßnahmen, Raumklima, Innenraumarbeitsplätze. Vor allem bei gesundheitlich vorbelasteten Beschäftigten steigt darüber hinaus das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Unternehmen und Einrichtungen sollten daher Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu schützen.

Die rechtliche Grundlage dafür bildet die Arbeitsstättenverordnung. Die Technische Regel ASR A 3.5 „Raumtemperatur“ empfiehlt, bereits ab 26 Grad Raumtemperatur Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Bei 30 Grad und mehr ist vorgeschrieben, dass Unternehmen und Einrichtungen zum Schutz der Beschäftigten tätig werden müssen.

Maßnahmen nach dem TOP-Prinzip

In der Gefährdungsbeurteilung ermitteln Führungskräfte, welche Maßnahmen greifen. Dabei haben technische Maßnahmen Vorrang vor organisatorischen und personenbezogenen. An heißen Tagen die Jalousien geschlossen zu halten und Ventilatoren aufzustellen, gehört beispielsweise zu den technischen Möglichkeiten. Wenn organisatorisch möglich, kann es zudem helfen, die Arbeitszeiten flexibel zu halten, damit Beschäftigte bereits in den kühlen Morgenstunden ihre Arbeit aufnehmen können. Schließlich können Unternehmen und Einrichtungen noch die Bekleidungsregeln lockern oder Dienstkleidung bereitstellen, die für höhere Temperaturen geeignet ist. Bei der Wahl der Maßnahmen sei deren Wirksamkeit entscheidend, so Experte Dohm.

Klimawandel verstärkt UV-Strahlung

Beschäftigte, die nicht in Räumen, sondern regelmäßig im Freien arbeiten, müssen nicht nur vor Folgen von Hitze geschützt werden. Die natürliche UV-Strahlung kann verschiedene Formen von Hautkrebs auslösen. Welche Schutzmaßnamen Führungskräfte zur Prävention ergreifen können, erläutert ein weiterer Beitrag der top eins.

Beide Artikel sind Teil eines Themenschwerpunkts zum Hitzeaktionstag auf der Magazin-Website der top eins. Ein weiterer Beitrag stellt den Hitzeaktionsplan des Unfallkrankenhauses Berlin vor. Dieser wird im Rahmen eines Pilotprojekts bereits auf einer Station der Klinik angewendet. Nach erfolgreicher Probe soll der Aktionsplan in den kommenden Monaten schrittweise für die gesamte Klinik ausgerollt werden.

Über top eins

top eins bietet praxisrelevante Informationen und Tipps für Führungskräfte im öffentlichen Dienst. Das Magazin erscheint viermal im Jahr und wird von bestimmten Unfallkassen kostenfrei an die bei ihnen versicherten Einrichtungen geschickt. Weitere Interviews, Hintergrundartikel und Neuigkeiten zu spannenden Themen erhalten Führungskräfte auf topeins.dguv.de.


Gesetzliche Unfallversicherung: „Hitze kann tödlich sein“ – Arbeits- und Bildungswelt klimafest machen

Bild: © DGUV, Nikolaus Brade

Zum bundesweiten Hitzeaktionstag am 5. Juni 2024 erklärt Dr. Stefan Hussy, Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbandes der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV):

Wir müssen die Arbeitswelt, Betreuungs- und Bildungseinrichtungen gemeinsam klimafest machen. Das gilt insbesondere mit Blick auf sommerliche Hitzewellen. Hitze schadet nicht nur der Leistungsfähigkeit und Konzentration und erhöht damit das Risiko für Arbeitsunfälle. Besonders bei der Arbeit und dem Aufenthalt im Freien können hohe Temperaturen im schlimmsten Fall zu einem Hitzschlag führen, der lebensbedrohlich werden kann. Schwere Arbeitsunfälle durch Hitzschlag verdeutlichen immer wieder: Hitze kann tödlich sein!

Viele Unternehmen und Einrichtungen haben die Risiken von Hitze bereits erkannt und Schutzmaßnahmen ergriffen, aber noch längst nicht alle. Daher werben Berufsgenossenschaften und Unfallkassen anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags dafür, auch in der Arbeits- und Bildungswelt weiter für die Gefahren von Hitze zu sensibilisieren.

In Fragen des Hitzeschutzes stehen die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung Unternehmen und Einrichtungen mit ihren Strukturen und Angeboten zur Beratung und Qualifizierung zur Seite - hier wird bereits seit Jahren wichtige und wissenschaftsbasierte Präventionsarbeit geleistet, die die Folgen des Klimawandels antizipiert.

Unser gemeinsames Ziel muss sein: Menschen müssen wissen, welche Maßnahmen vor gefährlicher Hitze schützen, wie sie bei anderen Hitzeerkrankungen erkennen und wie sie Betroffenen helfen können. Die Häufigkeit extremer Wetterereignisse wie Hitzewellen, aber auch Stark- und Dauerregen wird durch den Klimawandel weiter steigen. Als Gesellschaft und Volkswirtschaft müssen wir uns darauf vorbereiten."

Weitere Informationen:

In einer repräsentativen Umfrage der DGUV aus dem Jahr 2022 gab mehr als die Hälfte der Befragten an, in Hitze und Hitzestress Risiken für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu sehen.

Hintergrundinformationen zum Thema sommerliche Hitze bei der Arbeit in Innenräumen und im Freien sowie zu Schutzmaßnahmen stellt die DGUV auf ihrer Website zur Verfügung. Branchenspezifische Angebote finden sich auf den Websites der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, zum Beispiel für die Bauwirtschaft und das Gesundheitswesen.

Quelle: DGUV

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