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Letzte Änderung: 28. November 2021
Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz beim Engagement für Geflüchtete

Hilfe auch für Helferinnen und Helfer

Auch das Bundesland Hessen ist von der Sorge und Verantwortung für viele Tausend Geflüchtete betroffen. Diese werden einerseits durch professionelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kommunen, Landes- und Bundeseinrichtungen, andererseits aber auch von vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern unterstützt. Die Unfallkasse Hessen (UKH) ist u. a. für die Unfallverhütung und Unfallabsicherung der Angestellten und Arbeiter*innen im hessischen öffentlichen Dienst zuständig. Dieselben gesetzlichen Leistungen (Prävention, medizinische Betreuung, Rehabilitation und Geldleistungen) stehen im Versicherungsfall auch den freiwilligen Helferinnen und Helfern zu, die sich im Rahmen der Geflüchtenhilfe engagieren.

Freiwillige Helferinnen und Helfer genießen denselben Unfallversicherungsschutz wie regulär Beschäftigte, wenn sie Tätigkeiten übernehmen, die eigentlich in den Bereich der „öffentlichen Hand“ fallen. Bedingung ist, dass sie im Auftrag einer Kommune, eines Landkreises oder des Landes Hessen tätig werden. Das gilt auch für Engagierte, die sich um Geflüchtete kümmern.

Voraussetzungen für den Unfallversicherungsschutz über Land, Kommune, Landkreis

Der „öffentliche Auftraggeber“ übernimmt die organisatorische Regie für die Einsätze, indem er

  • für die Einteilung und Überwachung der zu erledigenden Aufgaben zuständig ist,
  • weisungsbefugt gegenüber Helferinnen und Helfern ist,
  • die Organisationsmittel zur Verfügung stellt,
  • und das wirtschaftliche Risiko trägt.

Personen, die sich als Mitglieder von Verbänden oder privaten Organisationen (z. B. Vereinen) im Auftrag oder mit ausdrücklicher Genehmigung einer Gebietskörperschaft freiwillig engagieren, sind ebenfalls gesetzlich unfallversichert.

Versicherungsschutz im Rahmen des Engagements über die Kirche

Versicherungsschutz bei anderen Berufsgenossenschaften

Bürger*innen, die innerhalb des organisatorischen Verantwortungsbereichs der Kirche tätig werden, können bei der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) versichert sein. Für Unfälle, die sich im Zusammenhang mit Wohlfahrtspflegeunternehmen (z. B. Diakonie, AWO) ergeben, greift die Zuständigkeit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (nähere Infos dazu unter www.vbg.de oder www.bgw.de).

Was ist versichert?

Versichert sind alle beauftragten Tätigkeiten und die damit verbundenen Wege. Ebenfalls versichert sind notwendige Fortbildungsmaßnahmen und Besprechungen, wenn diese durch die Kommune veranlasst werden. Dieser Versicherungsschutz ist gesetzlich geregelt, das heißt, er besteht ohne Anmeldung und ist beitragsfrei. Im Falle eines Unfalls im Ehrenamt übernimmt die UKH alle Kosten für Körperschäden. Sachschäden werden nicht erstattet.

Achtung: Ein vorheriger schriftlicher Auftrag ist zwar nicht notwendig, erspart aber im Falle eines Unfalls im Ehrenamt ggf. umfangreiche Ermittlungen. Es ist sinnvoll, eine Liste der Helferinnen und Helfer zu erstellen, um später die Beauftragung bestätigen zu können.

So melden Sie einen Unfall beim Engagement für Geflüchtete

Die Mitgliedsbetriebe der UKH nutzen die Unfallanzeige, die auch für regulär Beschäftigte gilt. Sie steht im Mitgliederportal zur Verfügung.

So vermeiden Sie Unfälle

Die freiwilligen Helfer*innen kennen die speziellen Gefahren und Risiken der ihnen zugewiesenen Aufgaben in der Regel nicht. Bitte tragen Sie dafür Sorge, dass die Ehrenamtlichen nach den gleichen Arbeitsschutz-Standards in ihre Aufgaben eingewiesen werden wie Ihre regulär Beschäftigten. Auch die eventuell notwendige Schutzausrüstung sollte vergleichbar sein.

Achtung: Diese Maßgabe gilt auch für Geflüchtete, die freiwillige Aufgaben übernehmen (z. B. Dolmetschen).

Gesundheitsschutz für freiwillig Helfende

Im Rahmen der Betreuung von Geflüchteten besteht in der Regel kein erhöhtes Risiko für Infektionskrankheiten. Es genügen die üblichen Hygienemaßnahmen, wie

  • regelmäßiges, gründliches Händewaschen
  • evtl. regelmäßige Desinfektion der Hände

Konsequent angewandte Hygienemaßnahmen sind der beste Schutz für die eigene Gesundheit und die anderer Personen.

Psychologische Unterstützung

Der Umgang mit Menschen, die auf der Flucht oder in ihrem Herkunftsland großes Leid erfahren haben, kann für die Helferinnen und Helfer seelisch sehr belastend sein. Und auch die Geflüchteten selbst können betroffen sein, wenn sie z. B. zum Dolmetschen für Landsleute eingesetzt werden und deren leidvolle Geschichten wiedergeben sollen. Eine sogenannte Re-Traumatisierung durch die Erinnerung an selbst erlebte Belastungen kann die Folge sein. Für all diese Menschen sollte umgehend psychologische Betreuung organisiert werden.

Bitte wenden Sie sich in solchen Fällen an die nächstgelegene psychiatrische Ambulanz und informieren Sie uns (Servicetelefon: 069 229972-440, ukh[at]ukh.de).

Beachten Sie auch unsere Broschüre „Trauma – was tun? Damit Sie sich nicht mehr so hilflos fühlen müssen."

Häufige Fragen

Unfallversicherungsschutz besteht im Rahmen der Selbsthilfe auch bei Bauarbeiten an Feuerwehrhäusern, wenn die Kommune diese beauftragt und finanziert (organisatorische Verantwortung). Die hierbei eintretenden Unfälle gelten als Arbeitsunfälle im Sinne des Sozialgesetzbuches VII. Voraussetzungen hierfür sind, dass die Beteiligten ihre Tätigkeit ehrenamtlich und unentgeltlich ausüben, dass die Arbeiten im Rahmen eines ordnungsgemäß angesetzten und durchgeführten Feuerwehrdienstes (Arbeits- und Werkstättendienst) erfolgen und diese auch vom Träger des Brandschutzes ausdrücklich genehmigt sind. Fördernde Mitglieder bzw. andere Personen, die nicht der Freiwilligen Feuerwehr angehören, aber ebenfalls an den Baumaßnahmen teilnehmen, sind hierbei nicht nach § 2 Abs. 1 Nr. 12 SGB VII unfallversichert. Für diese Personen besteht Versicherungsschutz nach § 2 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII, wenn sie im Auftrag der jeweiligen Kommune tätig werden. Anspruch auf Mehrleistungen neben den normalen Regelleistungen der gesetzlichen Unfallversicherung hat diese Personengruppe jedoch nicht. Bei der Übertragung von Aufgaben auf Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr und Helfer*innen ist deren Befähigung für die Aufgabenerfüllung hinsichtlich der für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz zu beachtenden Bestimmungen und Maßnahmen zu berücksichtigen (Auswahlverantwortung des Trägers des Brandschutzes nach § 7 UVV GUV-V A 1). Wir empfehlen daher die Beauftragung einer Fachfirma, unter deren Anleitung die Feuerwehrangehörigen und ehrenamtlichen Bürger ausgewählte Aufgaben und Zuarbeiten durchführen. Einfache Arbeiten (z. B. Malerarbeiten) können dagegen von fachkundigem Personal in Eigenregie übernommen werden.

Diese Hilfe ist gesetzlich unfallversichert. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Helfer*innen bei einer von der Gemeinde organisierten Hilfe tätig werden oder im Rahmen privat organisierter Hilfen. Auch Mitglieder von Vereinen, Parteien oder sonstigen Organisationen, die ihre Unterstützung anbieten, sind bei der jeweiligen Hilfsmaßnahme gesetzlich unfallversichert. Sofern kein vorrangiger Versicherungsschutz über eine Berufsgenossenschaft besteht, greift die Satzung der Unfallkasse Hessen, die freiwillig Engagierte und andere ehrenamtlich Tätige unter Versicherungsschutz stellt.

Die Leistungen der Unfallkasse Hessen nach Arbeits- und Schulunfällen werden ohne Antrag von Amts wegen erbracht. Wir erhalten entweder durch die gesetzlich vorgeschriebene Unfallanzeige (Betrieb, Kommune, Land, Kita, Schule) oder durch einen ärztlichen Bericht Kenntnis von einem Unfall und treten sofort in die Prüfung ein: Handelt es sich um einen versicherten Unfall oder eine Berufskrankheit? Die Leistungen werden dann automatisch festgestellt. Selbstverständlich können Sie sich nach einem Unfall auch persönlich bei der Unfallkasse Hessen melden (069 29972-440 oder ukh@ukh.de).

Menschen, die ehrenamtlich im Auftrag einer privatrechtlichen Organisation oder mit Einwilligung von öffentlich-rechtlichen Institutionen aktiv sind, erhalten gesetzlichen Unfallschutz. Dies gilt auch für gewählte Ehrenamtsträger in gemeinnützigen Organisationen, wie in Sportvereinen. Personen, die im Auftrag, mit ausdrücklicher Einwilligung oder in besonderen Fällen auch mit schriftlicher Genehmigung von Kommunen ehrenamtlich tätig sind als Mitglied von Körperschaften, Anstalten, Stiftungen des öffentlichen Rechts, deren Verbände oder Arbeitsgemeinschaften sowie privatrechtlichen Organisationen.Entscheidend ist, ob die Kommune einen konkreten Auftrag oder die Zustimmung zu einem konkreten Vorhaben erteilt. Vor Aufnahme der ehrenamtlichen Tätigkeit sollte auf jeden Fall ein Auftrag oder eine Einwilligung in schriftlicher Form erteilt werden. Beispiel: Personen, die an Aktionen wie „Sauberhafter Frühjahrsputz“, „Gemarkungsputz“ o. ä. teilnehmen, sind als ehrenamtlich Tätige versichert, wenn es sich um Aufgaben handelt, die grundsätzlich von der Kommune zu erfüllen sind und für die im Vorfeld ein schriftlicher Auftrag oder eine Einwilligung erteilt wurde. Ein allgemeiner Aufruf an die Bevölkerung reicht für den Schutz in der gesetzlichen Unfallversicherung nicht aus! In der Regel werden derartige Aktionen von der Gemeinde selbst oder von Vereinen organisiert. Eine schriftliche Beauftragung der einzelnen ehrenamtlichen Helfer*innen ist nicht erforderlich. Um umfangreiche Ermittlungen nach einem Unfall zu vermeiden, sollte die Gemeinde jedoch bestätigen können, welche Personen als ehrenamtlich Tätige an der Aktion teilgenommen haben.

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