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Letzte Änderung: 28. November 2021
Auswirkungen von psychischen Belastungen und Stress

Psychische Belastung bei der Arbeit erkennen und optimieren

Immer häufiger hört man in der modernen Arbeitswelt von "psychischer Belastung" und ihren möglichen Folgen. Gründe hierfür können die Arbeitsverdichtung, mobile, Tele- und Zeitarbeit, die Zunahme befristeter Beschäftigungsverhältnisse sowie die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, sein. Der Wandel in der Arbeitswelt führt zu besonderem Handlungsbedarf im Hinblick auf sichere und gesunde Arbeit.

Belastung, Stress, Beanspruchung: Ist das nicht dasselbe?

Anders als im alltäglichen Sprachgebrauch, in dem die Begriffe Belastung und Beanspruchung häufig mit etwas Negativem, „Belastendem“ gleichgesetzt werden, gibt es im wissenschaftlichen Kontext eine klare Trennung bei der Definition dieser Begriffe.

Bild: © schallundschnabel

Psychische Belastung

Die internationale Norm DIN EN ISO 10075-1 definiert psychische Belastung als „Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken“.

„Psychisch einwirken“ bedeutet, dass die Belastung Einfluss darauf nimmt, wie eine Person etwas erlebt, denkt oder sich verhält. Auf die Arbeit bezogen sind Belastungen also nichts anderes als die Arbeitsbedingungen, die an einem Arbeitsplatz vorzufinden sind. Sie können folgenden vier Bereichen zugeordnet werden:

  • Arbeitsinhalt/Arbeitsaufgabe
  • Arbeitsumgebung
  • Arbeitsorganisation
  • soziale Beziehungen.

Zu den Arbeitsbedingungen zählen außerdem die neuen Arbeitsformen, welche die betrieblichen Rahmenbedingungen verändern (z. B. Arbeitsplatzunsicherheit oder zeitliche und räumliche Mobilitätsanforderungen).

Beanspruchung

Die Beanspruchung hingegen ist Folge der Belastung. Sie ist definiert als „unmittelbare (nicht langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich individueller Bewältigungsstrategien“ (DIN EN ISO 10075-1).

Sowohl zu hohe als auch zu geringe Belastungen können zu einer Fehlbeanspruchung führen. Ein einfacher Erklärungsansatz, um zu verdeutlichen, was psychische Belastung und deren Folgen sein können, ist das Belastungs-Beanspruchungs-Modell.

Erweitertes Belastungs-Beanspruchungs-Modell

„Es geht um die Optimierung der Arbeitsbedingungen.”

Auswirkungen von psychischer Belastung

Ob sich eine Belastung auf positive oder negative Weise auf die Beschäftigten auswirkt, hängt auch von deren individuellen Voraussetzungen und Bewältigungsstrategien ab (DIN EN 10075-1).

In welchem Ausmaß sich psychische Belastung auswirkt, wird also durch individuelle Faktoren wie Fähigkeiten, Qualifikation, Motivation, Einstellungen aber auch durch persönliche Eigenschaften wie Gesundheit, Alter und Geschlecht beeinflusst.

Ein und dieselbe Tätigkeit kann von erfahrenen Beschäftigten als Routinearbeit bewertet werden, während Berufseinsteiger*innen sich durch dieselben Anforderungen überfordert fühlen. Routinierte Beschäftigte erleben als Folge der Beanspruchung möglicherweise einen Übungseffekt und fühlen sich kompetent durch die erfolgreich bewältigte Aufgabe. Für weniger Erfahrene führt die Überforderung eher zu erhöhtem Stress. Daher ist die Belastungs-Beanspruchungs-Verknüpfung gemeinsamer Bestandteil vieler Stressmodelle.

„Für weniger Erfahrene führt die Überforderung eher zu erhöhtem Stress.”

Stressoren und Ressourcen

In diesen Stressmodellen werden negativ gestaltete Belastungsfaktoren (z. B. ungünstige Arbeitsbedingungen) als Stressoren bezeichnet, die zu Stressreaktionen bzw. Stressfolgen führen. Den Stressoren gegenüber stehen die Ressourcen. Sie schützen Beschäftigte wie ein Stoßdämpfer vor den negativen Auswirkungen psychischer Fehlbeanspruchung. Sie können dazu beitragen, die Wirkung der Stressoren abzumildern oder sogar auszugleichen.

Unterschieden wird zwischen betrieblichen und persönlichen Ressourcen. Als wichtige betriebliche Ressourcen gelten beispielsweise angemessene Handlungsspielräume, ein intaktes Betriebsklima und soziale Unterstützung durch Kollegen und Kolleginnen. Auch die regelmäßige Rückmeldung zu den eigenen Arbeitsergebnissen sowie die soziale Unterstützung durch die Vorgesetzten zählen dazu. Persönliche Ressourcen können ein guter Umgang mit Stress (z. B. Entspannung, Bewegung, Ausgleich) oder ein gutes Zeitmanagement sein.

Individuelles Optimieren von Arbeitsbedingungen

Psychische Belastung entsteht nicht nur am Arbeitsplatz, sondern kann auch außerbetriebliche Ursachen haben.

Darauf hat das Unternehmen in der Regel keine bis wenig Einflussmöglichkeiten. Auf der betrieblichen Ebene gibt es jedoch viele Möglichkeiten, um psychische Belastung zu optimieren und/oder betriebliche und persönliche Ressourcen zu fördern. Dazu können beispielsweise zusätzliche Hilfsmittel bereitgestellt werden, technische Veränderungen vorgenommen oder organisatorische Maßnahmen ergriffen werden.

Bei der Gestaltung von Arbeit geht es folglich nicht um die Reduzierung der psychischen Belastung an sich, da diese nicht per se negativ ist. Es geht vielmehr um die Optimierung der Arbeitsbedingungen: Die Anforderungen, die sich aus einer Tätigkeit ergeben, müssen den individuellen Voraussetzungen der Mitarbeitenden gerecht werden.

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Angelehnt an die Leitlinien der GDA lassen sich fünf Bereiche  der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung unterscheiden:

  • Arbeitsinhalt/Arbeitsaufgabe
  • Arbeitsorganisation
  • Soziale Beziehungen
  • Arbeitsumgebung
  • Betriebliche Rahmenbedingungen und neue Formen der Arbeit

Werden die jeweiligen Bedingungen verbessert, schützt dies nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, sondern fördert auch deren Motivation und Zufriedenheit. Dies kann sich positiv auf Produktivität und Qualität der Arbeitsleistung, Betriebsklima, Reduzierung von Fehlzeiten, Fehlerquoten und Unfallgeschehen auswirken.

Umgekehrt stellen ungünstige Arbeitsbedingungen ein Gesundheitsrisiko dar: Beschäftigte können erkranken und ausfallen oder trotz Anwesenheit weniger leisten und häufiger Fehler machen. Darunter leidet nicht nur das Arbeitsergebnis, sondern auch das Betriebsklima und die betroffene Person selbst.

Die Unfallkasse Hessen hilft Ihnen weiter

Mit unserer Beratung helfen wir Ihnen, durch die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung die fünf Bereiche in Ihrem Unternehmen zu analysieren und passgenaue Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen umzusetzen.

Häufige Fragen

Unsere Empfehlung: Konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Sie selbst kontrollieren können (Gestaltung des Tages, Zeitpunkt der Informationsaufnahme, Einhalten von Hygieneregeln). Nutzen Sie möglichst seriöse Medien, um sich zu informieren und halten Sie sich an die Regelungen Ihres Arbeitgebers zu Hygienemaßnahmen. Kümmern Sie sich aktiv um Ihre Sicherheit und um die anderer Personen: So beeinflussen Sie Situationen selbst und leisten einen Beitrag für die Gemeinschaft. Behalten Sie möglichst Ihre Routinen und den Tagesablauf ein - planen Sie Ihren Arbeitstag im Homeoffice mit Arbeitsbeginn, Pausen und Arbeitsende. Fokussieren Sie auf Positives, z. B. den starken Zusammenhalt in Ihrem Team. Suchen Sie das Gespräch und Lösungen mit Vorgesetzten und Kolleg*innen, wenn Sie Ängste oder Probleme haben. Tauschen Sie sich mit für Sie wichtigen Bezugspersonen aus und versuchen Sie nicht, alles mit sich selbst auszumachen. Und scheuen Sie sich nicht, Hilfe außerhalb Ihrer Arbeit zu suchen und anzunehmen. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen betreibt z. B. eine kostenfreie Hotline. Das Angebot ist anonym und täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr unter der Nummer 0800 777 22 44 geschaltet.

Als Führungskraft sind Sie aktuell besonders gefordert, Ihre Mitarbeitenden bei ungewohnten Belastungen und Herausforderungen in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Die veränderten Arbeitsbedingungen sollten so sein, dass Ihre Mitarbeitenden die offiziellen Empfehlungen, bspw. zu Abstandsregelungen und Hygieneempfehlungen, einhalten können. Sorgen Sie dafür, das bspw. ausreichend Seife, Papierhandtücher und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.
Leiten Sie notwendige und hilfreiche Informationen an Ihre Beschäftigten weiter. Auch über die offiziellen Richtlinien hinaus kann die Umorganisation der Arbeit dabei helfen, psychische Belastungen zu reduzieren, wenn Sie z. B. für Arbeitszeitgestaltung flexible Lösungen anbieten. Wenn Sie Home-Office anbieten können, sollten die Beschäftigten nach Möglichkeit großzügig davon Gebrauch machen, um die Anzahl gleichzeitig Anwesender im Betrieb zu reduzieren und so das Infektionsrisiko zu senken.
Bedenken Sie, dass sich die Arbeit für Mitarbeiter*innen, die Kontakt zu Kund*innen, Patient*innen oder Bürger*innen haben, stark verändert hat und unter Umständen besonders belastend sein kann. Es sollte ein Konzept vorhanden sein, wie auch im direkten Kontakt die offiziellen Empfehlungen und Richtlinien eingehalten werden können. Stärken Sie Ihren Mitarbeitenden den Rücken, falls Kund*innen/Patient*innen/Bürger*innen aufgrund der Situation ungewohnt ungeduldig oder aggressiv reagieren und erarbeiten Sie mit Ihren Mitarbeiter*innen Vorschläge zum Umgang mit kritischen Situationen.
Für Ihre Mitarbeitenden sind Sie Vorbild und wichtige Ansprechperson zugleich. Das bedeutet aber nicht, dass Sie für alle Probleme direkt eine Lösung parat haben müssen. Bieten Sie Mitarbeitenden ein offenes Ohr, nehmen Sie Anliegen ernst, binden Sie sie in die Lösungssuche ein und setzen Sie machbare Verbesserungen um.
Prüfen Sie, ob durch die Anliegen in Bezug auf die momentane Situation auch die Gefährdungsbeurteilung zur psychischen Belastung aktualisiert werden muss. Wenn Anliegen außerhalb Ihrer Entscheidungsbefugnis oder Expertise liegen, suchen Sie sich Unterstützung auf der nächsten Führungsebene oder verweisen Sie auf externe Unterstützungsangebote, wie die Corona-Hotline des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Das anonyme und kostenlose Angebot ist täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr unter der Nummer 0800 777 22 44 geschaltet.

Um Arbeitsschutzkoordinator*innen in ihrer Tätigkeit zu unterstützen, bietet die UKH ein abgestimmtes Qualifizierungskonzept an, welches insgesamt vier Module umfasst:
Basisqualifizierung 1: Grundlagen zu Sicherheit und Gesundheit
Basisqualifizierung 2: Arbeitsschutzorganisation und Pflichtenübertragung
Aufbaumodul: Einführung in die Gefährdungsbeurteilung für Führungskräfte
Aufbaumodul: Gesundheit im Betrieb
Wenn Sie innerhalb von drei Jahren alle vier Module besucht haben, können Sie das UKH Zertifikat Arbeitsschutzkoordination bei uns anfordern.