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Letzte Änderung: 27. November 2021
Die Psyche stärken

Trennung von Privatleben und Beruf im Homeoffice

Die Arbeitswelt wandelt sich. Das zeigt sich gerade in Zeiten der Corona-Pandemie deutlich. Die bisher meist festen Strukturen werden flexibler, die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben durch mobile Arbeit und Homeoffice durchlässiger. Auch wenn sich Menge und Zeit der Arbeit nicht verändert haben, fühlen sich viele Beschäftigte zunehmend beansprucht.

Die neuen Formen der Arbeit

Die neuen Formen der Arbeit, auch „Arbeiten 4.0“ oder „Remote Arbeit“ genannt, zeichnen sich durch Digitalisierung sowie zeitliche und räumliche Flexibilität aus. Feste Arbeitszeiten gibt es außerhalb von Schichtsystemen kaum noch. Beschäftigte erledigen ihre Arbeit durch Homeoffice, Telearbeit und mobile Datensysteme - unabhängig vom Standort eines Unternehmens. Private Anliegen wie Kinderbetreuung oder Arztbesuche sind besser umsetzbar, doch vermischt sich gleichzeitig das Berufsleben zunehmend mit dem Privatleben.

Fortschreitende Digitalisierung führt einerseits dazu, dass körperlich schwere Tätigkeiten durch zunehmende Automatisierung wegfallen. Andererseits müssen Beschäftigte an stark digitalisierten Arbeitsplätzen die neuen Anforderungen auch beherrschen. Damit verbunden sind permanente Aufmerksamkeit und Konzentration. Diese Art der Belastung gab es so in dieser Form vorher nicht. Wer digital arbeitet, arbeitet häufig an mehreren Vorgängen oder Projekten gleichzeitig. Man muss sie ständig im Blick behalten, was zu einer Unterbrechung des Arbeitsflusses führen kann.

Die Digitalisierung kann also unterschiedlich auf die Arbeitsintensität und damit auf die wahrgenommene Beanspruchung einwirken. Es ist schwierig einzuschätzen, ob sie jeweils be- oder entlastend oder kompensierend wirkt. Automatisierung und Entlastung von Routinetätigkeiten können zwar eine erhöhte Arbeitsmenge kompensieren. Auf der anderen Seite kann eine sehr hohe Konzentrationsleistung trotz reduzierter Arbeitsmenge zum Belastungsfaktor werden.

Diese Ambivalenz gibt es auch bei Tätigkeiten, die räumlich und zeitlich flexibel ausgeübt werden. Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und die größeren Handlungs- und Entscheidungsspielräume können für die Beschäftigten entlastend sein. Doch kann die gleiche Situation bei gleicher Arbeitsmenge und Ausstattung zur Beeinträchtigung des Privatlebens führen. Es kann zu deutlich reduzierten Erholungszeiten oder zur Vereinsamung im Homeoffice kommen.

Eine hohe Arbeitsanforderung und ein geringer Handlungsspielraum ist die ungünstigste Kombination.

Arbeitsbedingungen ermitteln und Beanspruchung reduzieren

Mit der Gefährdungsbeurteilung können Sie ermitteln, wie hoch die Beanspruchung der Beschäftigten durch die Arbeit ist. Erfassen Sie zunächst die Rahmenbedingungen:

  • den räumlichen und zeitlichen Rahmen
  • die Menge der parallel laufenden Projekte
  • die Komplexität der Arbeitsaufgabe
  • das Maß der Unterbrechungen
  • die Exposition gegenüber Lärm

Auch im Homeoffice sollte Stress nicht unterschätzt werden  Bild: © photo 5000, Adobe Stock

Zwei weitere Faktoren, die die Bewertung der Arbeitssituation bestimmen, sind der Handlungsspielraum und der Grad der Autonomie der Beschäftigten. Dies betrifft insbesondere die Grenze zwischen Privat- und Berufsleben und wirft die Frage auf: Wann und in welchem Umfang soll dienstliche digitale Kommunikation außerhalb der Arbeitszeit stattfinden?
Sind Handlungsspielraum und Autonomie der Beschäftigten hoch, kann diese Tatsache hohe Arbeitsanforderungen und Arbeitsmengen „abpuffern“: Entscheiden Beschäftigte eigenständig, wann sie auf Anrufe oder E-Mails reagieren, ist eine ständige Erreichbarkeit weniger beanspruchend.

Auf der anderen Seite empfinden Arbeitnehmer*innen bei geringem Handlungsspielraum und geringer Autonomie vergleichsweise kleine Veränderungen als stark beanspruchend. Sind beispielsweise Antwortverhalten und -zeiten fest vorgegeben, empfinden Beschäftigte auch ein flexibles Arbeitssystem als negativ.

Eine hohe Arbeitsanforderung und ein geringer Handlungsspielraum ist die ungünstigste Kombination, denn daraus ergibt sich eine besonders hohe Beanspruchung. Beziehen Sie die Beschäftigten mit ein, um die Arbeitsbelastung und deren Veränderung zu beurteilen: Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten, Handlungsspielraum und Autonomie sowie die Erwartungen des Arbeitgebers hinsichtlich Erreichbarkeit und Antwortverhalten spielen hier eine Rolle.

Arbeit und Privatleben unbedingt abgrenzen

Möchten Sie Arbeitsplätze weniger beanspruchend gestalten, beachten Sie alle Empfehlungen hinsichtlich der Prävention psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Neben einem weitgehend ungestörten Arbeitsplatz mit ergonomischer Ausstattung zählen dazu außerdem:

  • eine gute Einarbeitung in neue Medien und Arbeitsverfahren,
  • die Berücksichtigung individueller Stärken und Schwächen,
  • klare Vorgaben hinsichtlich des erwarteten Arbeitsergebnisses,
  • eine motivierende Führung.

Bei mobilen Arbeitsplätzen oder bei solchen im Homeoffice muss der Arbeitgeber folgende Erwartungen und Grenzen definieren:

  • Antwortgeschwindigkeit bei Telefonaten oder E-Mails,
  • Zeitspanne zwischen Anfang und Ende der täglichen Arbeit oder der Arbeit auf Dienstreisen.

Nur bei einer hohen Autonomie der Beschäftigten ist eine verbesserte Work-Life-Balance möglich.

UKH Tipp: Setzen Sie an stark digitalisierten Arbeitsplätzen am besten Personen ein, die Arbeit vom Privatleben gut abgrenzen können. Denn bei hoch motivierten Arbeitskräften führt die Freiheit, die Arbeit weitgehend frei bestimmen zu können, häufig zu unbezahlter Mehrarbeit.

Wir sind für Sie da!

Die Unfallkasse Hessen berät ihre Mitgliedsunternehmen in allen Fragen zu Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Die Präventionsexperten unterstützen Sie, um Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren mit allen geeigneten Mitteln zu verhüten.

Der Gesetzgeber verlangt von den gesetzlichen Krankenversicherungsträgern (§ 20 SGB V) und den Unfallversicherungsträgern (§ 14 Abs. 2 SGB VII) eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Wir befassen uns daher auch in Pilotprojekten aus ganzheitlicher Sicht mit dem Thema "betriebliche Gesundheitsförderung".

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an unser Servicetelefon 069 29972-440.

Bild: © UKH
Eine Außenaufnahme der Unfallkasse Hessen in Frankfurt am Main.

Häufige Fragen

Die Ausstattung mit einem dienstlichen Notebook oder gar die Nutzung privater Computer für dienstliche Zwecke fällt nicht in den Geltungsbereich der Arbeitsstättenverordnung. Die Arbeit erfolgt hier ohne Bindung an einen fest eingerichteten Arbeitsplatz außerhalb des Betriebes. Allerdings muss der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin seinen/ihren Pflichten gemäß des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) weiterhin dadurch gerecht werden, indem er/sie organisatorische Maßnahmen trifft und den Beschäftigten klare Verhaltensanweisungen gibt. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass kurzfristig verordnetes mobiles Arbeiten im Homeoffice in der Dauer wie ein Telearbeitsplatz anmuten kann – je nachdem wie lange die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus andauern.

Beschäftigte sind auch im Homeoffice gesetzlich gegen Arbeitsunfälle versichert. Dies gilt allerdings nur, wenn ein Unfall unmittelbar im Zusammenhang mit der Arbeit passiert, und nicht bei "privaten Verrichtungen". Gehen Arbeitnehmende in die private Küche, um sich ein Glas Wasser zu holen und rutschen dabei aus, greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht.

Auch die Datenschutzgesetze sind bei der Arbeit von zu Hause aus zu beachten. So dürfen sensible Informationen, beispielsweise Kunden- und Personaldaten, in der Wohnung nicht offen herumliegen. Der Zugang zu betriebsinternen Systemen muss geschützt sein. Die Arbeitnehmer*innen müssen sicherstellen, dass nur sie allein, also auch nicht Familienangehörige oder gar Dritte, Zugang zu PC und Mobiltelefon und damit zu vertraulichen Daten am Homeoffice-Arbeitsplatz haben.

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