Letzte Änderung: 17. Januar 2026

Konsequenter Arbeitsschutz bei der Grünpflege

Die Sicherheitsfälltechnik schützt vor Unfällen mit schlimmen Folgen

Baumfällarbeiten in der Grünpflege bzw. im Wald gehören zu den gefährlichsten Tätigkeiten überhaupt. Die schwersten Unfälle geschehen in der Regel aber nicht mit der Kettensäge, wie man vielleicht annehmen könnte. Sie passieren, weil Arbeitende von Bäumen oder Baumteilen getroffen werden. Die Anwendung der sogenannten Sicherheitsfälltechnik sorgt dafür, dass schwere Unfälle beim Baumfällen vermieden werden.

Die „Sicherheitsfälltechnik“ ist das Verfahren zur motor-manuellen Fällung eines Baums. Das Verfahren ist sinngemäß auch als Stütz- oder Haltebandtechnik bekannt. Sie ist nachweislich sicherer als andere angewandte Methoden.

Die Qualifizierung

Baumfällarbeiten gelingen möglichst sicher, wenn sie sorgfältig durchgeführt und grundlegende Regeln eingehalten werden. So müssen u. a. die Gefahrenbereiche rings um den Fällbereich in doppelter Länge des Baumes, der gefällt wird, freigehalten werden.
Für diese gefährlichen Aufgaben müssen die Beschäftigten ausreichend qualifiziert sein. Dazu gehört u. a. die fachliche Eignung für die Arbeit mit der Motorsäge. Die erforderliche Fachkunde wird einerseits durch Berufsausbildungen wie im Beruf Forstwirt*in oder andererseits in bestimmten Lehrgängen vermittelt und erworben werden.

Die DGUV Information 214-059 „Ausbildung für Arbeiten mit der Motorsäge und die Durchführung von Baumarbeiten“ informiert über den Mindestumfang der Ausbildung.

Der Umfang der Ausbildung im Unternehmen selbst wird im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung festgelegt.

Tabelle: Übersicht zum notwendigen Qualifizierungsumfang je nach Tätigkeitsbereich

Quelle: aus DGUV Information 214-059
Tätigkeitsbereich Modul A Modul B Modul C Modul D
Bauhof x (x) (x) (x)
Park- und Gartenpflege x x (x) (x)
Hilfeleistungsunternehmen* x (x) (x) (x)
Straßenbetriebsdienst x (x) x (x)
Schienengebundene Verkehrssysteme x (x) (x) (x)
Gewässerunterhaltung x x (x) (x)
Hausverwaltung x     (x)
Natur- und Landschaftsschutz x (x) (x) (x)

* Dienst- und Ausbildungsvorschriften der Hilfeleistungsunternehmen, z.B. der Feuerwehren oder des technischen Hilfswerks, sind zu berücksichtigen

(x) Ausbildung nur bei begründetem Bedarf für den Tätigkeitsbereich

x Ausbildung erforderlich für den Tätigkeitsbereich


Quelle: Positionspapier der DGUV  Bild: © DGUV

Für Baumfällarbeiten ist Voraussetzung, dass die Module A und B oder eine mindestens gleichwertige Qualifikation erfolgreich absolviert wurden.


Die Sicherheitsfälltechnik

Die sogenannte Sicherheitsfälltechnik hat sich in den letzten Jahren bei normal gewachsenen und ausreichend dimensionierten Bäumen als sicherste Methode bewährt. Sie sollte daher vorrangig angewandt werden.

Fünf Forstarbeiter stehen im Kreis um einen mit dem Kastenschnitt gefällten Baumstumpf.
Bild: © Jürgen Kornaker, UKH

Checkbox – Das Verfahren besteht aus fünf Schritten:

  • Der Baum wird zunächst beurteilt, dann legt man die Fällrichtung fest und den Fallkerb an.
  • Man beginnt den Fällschnitt, indem mit dem einlaufenden Bereich der Schienenspitze eingestochen wird. Danach den Schnitt nach vorne bis zur Bruchleiste und nach hinten bis zum erforderlichen Sicherheitsband ziehen.
  • Zur Sicherheit einen Keil setzen.
  • Der Sägenführer bestimmt, wann der Baum fallen soll. Er nimmt sich Zeit und prüft nochmals den Fallbereich. Wegen des Sicherheitsbands steht der Baum weiter stabil.
  • Erst wenn der Sägenführer bereit ist, in die Rückweiche zurückzutreten, folgt ein weiterer Warnruf. Anschließend wird im Stehen das Sicherheitsband durchtrennt und der Rückzugsort rasch aufgesucht.


Vorteil des Verfahrens

Der Baum fällt erst, wenn das Sicherheitsband durchtrennt wird. Der Motorsägenführer hat keinen Zeitdruck bei der Anlage des Fällschnitts und kann den Fallbereich wirksam absichern.

Der Kastenschnitt

Der sogenannte Kastenschnitt ist eine besondere Form der Sicherheitsfälltechnik. Dabei wird der Baum kastenförmig ausgeformt, so dass die Bruchstufe und die Stärke der Bruchleiste einfacher und damit sicherer ausgeformt werden können.


Hinweis für das Fällen von Schwachholz

Bei Schwachholz (BHD ≦ 20 cm) ist die Sicherheitsfälltechnik nur eingeschränkt anwendbar. Sie ist zwar möglich, aber in gewissen Einsatzgrenzen und nur durch schräges Einstechen.

Weitere wertvolle Tipps um die Fälltechnik und die fachgerechte Fällung zu beurteilen finden Sie in der sogenannten Stockfibel.

Die Sicherheitsfälltechnik – Du bestimmst, wann dein Baum fällt!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Weitere Medien

Zum Seitenanfang navigieren