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Letzte Änderung: 03. Dezember 2021

Suchtprävention – TEIL 2: Hilfen und Maßnahmen für Führungskräfte

Was Führungskräfte tun können, wenn Beschäftigte berauscht zur Arbeit kommen

Ein*e Mitarbeiter*in kommt berauscht zur Arbeit. Wie gehen Sie damit um? Ansprechen? Nach Hause schicken? Abwarten? Klar ist, dass berauschte Beschäftigte ein Risiko für das Unternehmen und andere Beschäftigte darstellen. Betriebliche Regelungen zum Umgang mit Suchtmitteln und Suchtmittelkonsum sind unbedingt notwendig. So bleiben Führungskräfte handlungssicher.

Betriebliche Hilfen und Maßnahmen im Umgang mit suchtkranken oder -gefährdeten Mitarbeitenden

Der Missbrauch von Suchtmitteln gefährdet nicht nur die Arbeitssicherheit derjenigen, die sie einnehmen. Auch Dritte können betroffen sein und die negativen Folgen sind für den ganzen Betrieb sichtbar: Die Arbeitsleistung schwankt bzw. fällt ab, die Arbeitsqualität sinkt, Fehl- und Krankentage nehmen zu. Für den Betrieb entstehen dadurch zusätzliche Kosten. Daneben kann sich das Betriebsklima verschlechtern und die Situation insgesamt zu einem Imageverlust des Betriebs führen.

Sie können die betrieblichen Abläufe und insbesondere die Arbeitssicherheit aufrechterhalten, wenn Sie dafür sorgen, den Suchtmittelmissbrauch – zumindest am Arbeitsplatz – einzudämmen bzw. ihn ganz zu verhindern.

Sie sind Führungskraft und das ist eine Ihrer Aufgaben: Unterstützen Sie Ihre Beschäftigten bei der Entscheidung für eine Therapie. Bieten Sie ihnen unbedingt die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz zu behalten, wenn sie kooperationsbereit sind. Auch das gehört zu Ihrer Fürsorgepflicht.

Zeigen Sie aber auch die Konsequenzen für den Betrieb und ggf. die Verletzungen des Arbeitsvertrags auf, die sich aus dem Suchtverhalten ergeben. Vielleicht wird dann der Wunsch, den Arbeitsplatz zu behalten, größer sein als der Genuss durch die Sucht.

Achten Sie beim Entwurf einer Handlungsstrategie darauf, alle relevanten betriebsinternen Institutionen und Personen (wie Geschäftsführung, Führungskräfte, Personalvertretung, Betriebsmedizin und Sozialdienste/ Suchtberatung), zum Beispiel in Form eines „Arbeitskreises Sucht“ einzubinden.

In vielen Betrieben und Organisationen existieren Betriebs- bzw. Dienstvereinbarungen zur Sucht, die den Personen, die damit konfrontiert sind, Handlungsorientierung bieten, und die den Rahmen der betrieblichen Maßnahmen verbindlich abstecken.

Insbesondere für Führungskräfte, aber auch für alle anderen Beteiligten, ist in diesem Zusammenhang eine Schulung sehr wichtig.

Sie können die Arbeitssicherheit durch Eindämmung des Suchtmittelmissbrauchs aufrechterhalten.

Checkliste: Bitte beachten Sie bei betrieblichen Maßnahmen folgende Punkte

  • Vorgesetzte, Kollegen und Kolleginnen sollten sich vor einer Ko-Abhängigkeit schützen und Suchtkranke oder -gefährdete Mitarbeiter*innen nicht decken, indem sie deren Arbeit übernehmen. Bitte machen Sie deutlich, dass Betroffene immer konkret auf ihr Suchtproblem anzusprechen sind.
     
  • Suchtkranke oder -gefährdete sollten über die Gefahren der Sucht informiert und auf konkrete Hilfsangebote hingewiesen werden (z. B. mit Broschüren oder Adressen von Selbsthilfegruppen und Therapieeinrichtungen). Bieten Sie Ihre persönliche Unterstützung an, damit die Angebote in Anspruch genommen werden. 
     
  • Arbeitsvertragliche Verletzungen müssen von der Führungskraft angesprochen werden, da beispielsweise wiederholt verminderte Arbeitsfähigkeit zur Abmahnung oder Kündigung führen kann. Falls Betroffene die Therapieangebote nicht wahrnehmen und erneut den Arbeitsvertrag verletzen, sollte die Dringlichkeit zum Handeln stärker herausgestellt und gleichzeitig weitere Hilfestellung angeboten werden. Während zu Beginn des Prozesses ein vertrauliches Gespräch zwischen Führungskraft und Betroffenen steht, sollte im Anschluss daran eine betriebsinterne oder -externe Suchtberatung hinzugezogen und schließlich der eingebundene Personenkreis um Personalleitung, betriebsmedizinischer Dienst und Personalvertretung erweitert werden.
     
  • Garantieren Sie Betroffenen, dass ihr Arbeitsplatz für die Dauer der Therapie freigehalten wird und ihnen keine beruflichen Nachteile entstehen. War die Therapie erfolgreich, schließt sich die Wiedereingliederung in den Beruf an.
     
  • Die Aufgabe der Personalvertretung ist es,  Betroffenen klarzumachen, dass eine Vertretung und Unterstützung in arbeitsrechtlichen Fragen nur bei Therapiewilligkeit möglich ist.

Betriebliche Maßnahmen beugen der Sucht vor

Neben den Angeboten für bereits suchtkranke bzw. -gefährdete Mitarbeiter*innen kann und soll der Betrieb auch seine Möglichkeiten zur Primärprävention, also zur Vorbeugung von Suchterkrankungen nutzen:
 

  • die gesamte Belegschaft über Sucht und deren Folgen informieren und aufklären, z. B. durch Vorträge, Filme, Fortbildungsveranstaltungen, Beiträge in Mitarbeiterzeitungen, Broschüren, Plakate, Infostände usw.,
  • Arbeitsbedingungen abbauen, die den Missbrauch von Suchtmitteln fördern, wie Monotonie, ständige Unter- oder Überforderung, Stress oder schlechtes Arbeitsklima,
  • eine Unternehmenskultur etablieren, die klare Signale gegen Missbrauch und Sucht setzt,
  • Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung einführen, Gesundheitszirkel bilden.
  •  Wichtig: Alkohol wird weder in der Kantine, noch in Automaten etc. angeboten.

Weitere Informationen

Häufige Fragen

Als Führungskraft sind Sie aktuell besonders gefordert, Ihre Mitarbeitenden bei ungewohnten Belastungen und Herausforderungen in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Die veränderten Arbeitsbedingungen sollten so sein, dass Ihre Mitarbeitenden die offiziellen Empfehlungen, bspw. zu Abstandsregelungen und Hygieneempfehlungen, einhalten können. Sorgen Sie dafür, das bspw. ausreichend Seife, Papierhandtücher und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.
Leiten Sie notwendige und hilfreiche Informationen an Ihre Beschäftigten weiter. Auch über die offiziellen Richtlinien hinaus kann die Umorganisation der Arbeit dabei helfen, psychische Belastungen zu reduzieren, wenn Sie z. B. für Arbeitszeitgestaltung flexible Lösungen anbieten. Wenn Sie Home-Office anbieten können, sollten die Beschäftigten nach Möglichkeit großzügig davon Gebrauch machen, um die Anzahl gleichzeitig Anwesender im Betrieb zu reduzieren und so das Infektionsrisiko zu senken.
Bedenken Sie, dass sich die Arbeit für Mitarbeiter*innen, die Kontakt zu Kund*innen, Patient*innen oder Bürger*innen haben, stark verändert hat und unter Umständen besonders belastend sein kann. Es sollte ein Konzept vorhanden sein, wie auch im direkten Kontakt die offiziellen Empfehlungen und Richtlinien eingehalten werden können. Stärken Sie Ihren Mitarbeitenden den Rücken, falls Kund*innen/Patient*innen/Bürger*innen aufgrund der Situation ungewohnt ungeduldig oder aggressiv reagieren und erarbeiten Sie mit Ihren Mitarbeiter*innen Vorschläge zum Umgang mit kritischen Situationen.
Für Ihre Mitarbeitenden sind Sie Vorbild und wichtige Ansprechperson zugleich. Das bedeutet aber nicht, dass Sie für alle Probleme direkt eine Lösung parat haben müssen. Bieten Sie Mitarbeitenden ein offenes Ohr, nehmen Sie Anliegen ernst, binden Sie sie in die Lösungssuche ein und setzen Sie machbare Verbesserungen um.
Prüfen Sie, ob durch die Anliegen in Bezug auf die momentane Situation auch die Gefährdungsbeurteilung zur psychischen Belastung aktualisiert werden muss. Wenn Anliegen außerhalb Ihrer Entscheidungsbefugnis oder Expertise liegen, suchen Sie sich Unterstützung auf der nächsten Führungsebene oder verweisen Sie auf externe Unterstützungsangebote, wie die Corona-Hotline des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Das anonyme und kostenlose Angebot ist täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr unter der Nummer 0800 777 22 44 geschaltet.

Die Corona-Pandemie ist eine Ausnahmesituation, die die Beschäftigten auch psychisch belastet. Diese Belastung müssen Führungskräfte erkennen und ernst nehmen. Sorgen Sie für klare Aufgabenstellungen und abgegrenzte Verantwortungsbereiche. Klare Zuständigkeitsregelungen helfen, die notwendige Orientierung und Prioritätensetzung sicherzustellen. Informieren Sie Ihr Personal regelmäßig über die aktuelle Situation, bevorstehende Änderungen oder getroffene Maßnahmen. Die Kommunikationskette muss transparent und immer gewährleistet sein. Der kollegiale Austausch sollte hierbei ebenso wenig vernachlässigt werden wie die interne Kommunikation zu Leitung oder Trägerverantwortlichen.

Unsere Empfehlung: Konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Sie selbst kontrollieren können (Gestaltung des Tages, Zeitpunkt der Informationsaufnahme, Einhalten von Hygieneregeln).

Nutzen Sie möglichst seriöse Medien, um sich zu informieren und halten Sie sich an die Regelungen Ihres Arbeitgebers zu Hygienemaßnahmen. Kümmern Sie sich aktiv um Ihre Sicherheit und um die anderer Personen: So beeinflussen Sie Situationen selbst und leisten einen Beitrag für die Gemeinschaft. Behalten Sie möglichst Ihre Routinen und den Tagesablauf ein – planen Sie Ihren Arbeitstag im Homeoffice mit Arbeitsbeginn, Pausen und Arbeitsende. Fokussieren Sie auf Positives, z. B. den starken Zusammenhalt in Ihrem Team.

Suchen Sie das Gespräch und Lösungen mit Vorgesetzten und Kolleg*innen, wenn Sie Ängste oder Probleme haben. Tauschen Sie sich mit für Sie wichtigen Bezugspersonen aus und versuchen Sie nicht, alles mit sich selbst auszumachen. Und scheuen Sie sich nicht, Hilfe außerhalb Ihrer Arbeit zu suchen und anzunehmen. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen betreibt z. B. eine kostenfreie Hotline. Das Angebot ist anonym und täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr unter der Nummer 0800 7772244 geschaltet.

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