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Letzte Änderung: 27. November 2021
Suchtprävention – TEIL 1: Alkohol, Drogen, Medikamente & Co. am Arbeitsplatz

Das Risiko für den Betrieb

Sucht ist ein Thema, das sich nicht nur auf das private Umfeld beschränkt. Auch in der Arbeitswelt sind Beschäftigte und Führungskräfte mit Mitarbeiter*innen konfrontiert, die suchtgefährdet oder bereits süchtig sind. Suchtprobleme werden oft verdeckt, verdrängt oder verschwiegen.

Sucht als Risiko für den Betrieb

Für Betriebe und Organisationen ist das Thema Sucht besonders relevant, denn

  • Suchtmittelgebrauch bzw. -missbrauch führt zu einem erhöhten Unfallrisiko, durch das nicht nur die Konsumierenden selbst, sondern auch Dritte geschädigt werden können.
  • Sucht führt häufig zu erhöhten Fehlzeiten und verminderter Arbeitsleistung.

Der Betrieb kann aktiv daran mitarbeiten, Suchterkrankungen vorzubeugen (Primärprävention) oder bereits bestehende Erkrankungen zu erkennen und eine passende Therapie anzustoßen (Sekundär- und Tertiärprävention).

Die häufigsten Suchtmittel im Betrieb sind Alkohol, illegale Drogen und verschiedene Medikamente.

Fachleute schätzen, dass Alkohol bei 30 bis 50 % der Arbeitsunfälle Mitursache ist.

Alkohol schränkt u. a. die Reaktionsfähigkeit ein und kann zu schweren Unfällen führen.  Bild: © Kzenon, Adobe Stock

Alkohol

Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) sind in Deutschland ca. 1,77 Millionen Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren (3,3 %) behandlungsbedürftig alkoholabhängig (nach DSM-IV Kriterien). 1,61 Millionen Menschen (3,1 %) betreiben Alkoholmissbrauch. Von einem riskanten Alkoholkonsum geht man bei 7,2 Millionen Menschen (14,2 %) aus.

Bereits geringe Mengen Alkohol wirken sich auf den Körper und die Psyche aus. Alkoholkonsum führt zu einem verminderten Reaktionsvermögen, nachlassender Aufmerksamkeit und zu einer Beeinträchtigung von Gleichgewicht und Sehvermögen. Gleichzeitig verändert sich die psychische Verfassung: Es kommt zum Verlust der Selbstkontrolle, zu Enthemmung, falscher Selbsteinschätzung und einer erhöhten Risikobereitschaft. 

Mit diesen alkoholbedingten Veränderungen steigen die Unfallgefahren am Arbeitsplatz und im Straßenverkehr erheblich.  
Fachleute schätzen, dass Alkohol bei 30–50 % der Arbeitsunfälle Mitursache ist. 

Auch für den Arbeitsweg spielen Alkohol und Restalkohol eine gefährliche Rolle. Zwar ist der Weg zur oder von der Arbeit über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Wenn Arbeitnehmer*innen jedoch alkoholisiert verunglücken, kann der Versicherungsschutz entfallen: Trunkenheit wird nämlich als rechtlich allein wesentliche Ursache des Unfalls angenommen, wenn Versicherte absolut fahruntüchtig gewesen sind. Dafür reicht eine Alkoholkonzentration im Blut von 1,1 Promille aus.

Stoffe wie Amphetamine und Cannabis können auch Halluzinationen hervorrufen.

Illegale Drogen

Drogen werden grob in drei Substanzgruppen unterschieden: 

  • eher stimulierend  (Stimulanzien, z. B. Amphetamine),
  • eher beruhigend (Sedativa, z. B. Cannabis),
  • eher Halluzinationen hervorrufend (Halluzinogene, z. B. LSD).

Diese eher allgemeine Einteilung bezieht sich auf die dominierende Wirkung der Droge. Denn Stoffe wie Amphetamine und Cannabis können beispielsweise neben der hauptsächlichen Wirkungsrichtung auch Halluzinationen hervorrufen. 

Die am häufigsten konsumierten illegalen Drogen sind

  • Cannabis als Haschisch oder Marihuana
  • Opiate wie Heroin
  • Kokain, Crack
  • Speed (Amphetamine)
  • Halluzinogene (z. B. LSD)
  • Legal Highs und Bio-Drogen (z. B. Badesalz).

Wurden Medikamente medizinisch verordnet, fehlt Betroffenen oft völlig das Problembewusstsein für die Suchtursache.

Medikamente können Nebenwirkungen haben, die am Arbeitsplatz lebensgefährlich sein können.  Bild: © Andrzej Tokarski, Adobe Stock

Medikamente

Auch Medikamente können Abhängigkeiten hervorrufen oder werden missbräuchlich als Suchtmittel eingenommen. Schätzungsweise 1,4 bis 1,9 Millionen Menschen sind medikamentenabhängig, wobei von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen wird.

Wurden Medikamente medizinisch verordnet, fehlt Betroffenen oft völlig das Problembewusstsein für die Suchtursache. Dabei können auch diese Medikamente zu Nebenwirkungen führen, die die Arbeitssicherheit beeinträchtigen. 

Wenn auf dem Beipackzettel (sinngemäß) folgender Satz steht, ist besondere Vorsicht geboten: „Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird.“ Dies ist häufig bei Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmitteln und bei Psychopharmaka der Fall. Haben Medikamente eine  langanhaltende Wirkung, können diese, abends eingenommen, noch bis in den nächsten Tag hinein wirken.  

Beispiele für Medikamente, die im betrieblichen Kontext missbräuchlich verwendet werden:

  • Neuro-Enhancement und Psychostimulanzien („Hirn-Doping“)
  • Antidepressiva 
  • Antidementiva
  • Beta-Blocker (u. a. gegen Bluthochdruck)

Risiko für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Betriebe müssen handeln

Unternehmen, Betriebe und vor allem Führungskräfte benötigen einen klaren Handlungsplan im Umgang mit suchtgefährdeten und süchtigen Beschäftigten. Welche Maßnahmen und Möglichkeiten es gibt, lesen Sie hier.

Gesetzliche Regelungen über den Konsum von Suchtmitteln am Arbeitsplatz finden Sie in der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (DGUV Vorschrift 1) – zum Beispiel in § 15:  „Versicherte dürfen sich durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder anderen berauschenden Mitteln nicht in einen Zustand versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden können.“ Gleiches gilt für die Einnahme von Medikamenten.

Im akuten Handlungsfall reicht die subjektive Einschätzung der Führungskraft aus.

Wenn Versicherte erkennbar nicht in der Lage sind, eine Arbeit ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen, dürfen Unternehmer*innen sie nicht mit dieser Arbeit beschäftigen (§ 7). Das gilt besonders, wenn akute Einschränkungen bestehen, beispielsweise durch Krankheit, Unwohlsein, Medikamenteneinnahme und Übermüdung oder durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder anderer berauschender Mittel. Um ein Beschäftigungsverbot aussprechen zu können, müssen konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Beschäftigten nicht in der Lage sind, die Arbeit korrekt auszuführen. Im akuten Handlungsfall reicht die subjektive Einschätzung der Führungskraft aus. Diese muss dann auf Verhaltensbeobachtungen und Hinweise gestützt sein. Die Führungskraft kann sich hierbei durch den/die Arbeitsmediziner*in beraten lassen. Auf ausdrücklichen Wunsch des betroffenen Beschäftigten kann die Arbeitsmedizin auch einen Test auf Suchtmittelkonsum durchführen.

Je nach Zustand können die betroffenen Beschäftigten im Betrieb bleiben, wenn sie in der Lage sind, andere Arbeitsaufgaben gefahrlos auszuführen. Anderenfalls müssen Arbeitgeber*innen wegen ihrer Fürsorgepflicht einen sicheren Heimweg für sie organisieren.

Der Konsum von Alkohol, Drogen, Medikamenten und Co. kann immer dann zum Verlust des gesetzlichen Unfallschutzes führen, wenn dieser Konsum die wesentliche Ursache für den Unfall war. Der kausale Zusammenhang zwischen Unfall und versicherter Tätigkeit wird dadurch quasi gelöst.


Die Unfallkasse Hessen hilft Ihnen weiter

Mit unseren Seminaren und Beratungen helfen wir Ihnen, betriebliche Maßnahmen zur Suchtprävention in Ihrem Unternehmen einzuführen bzw. umzusetzen.

Weitere Informationen, gesetzliche Grundlagen und Praxishilfen

Häufige Fragen

Als Führungskraft sind Sie aktuell besonders gefordert, Ihre Mitarbeitenden bei ungewohnten Belastungen und Herausforderungen in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Die veränderten Arbeitsbedingungen sollten so sein, dass Ihre Mitarbeitenden die offiziellen Empfehlungen, bspw. zu Abstandsregelungen und Hygieneempfehlungen, einhalten können. Sorgen Sie dafür, das bspw. ausreichend Seife, Papierhandtücher und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.
Leiten Sie notwendige und hilfreiche Informationen an Ihre Beschäftigten weiter. Auch über die offiziellen Richtlinien hinaus kann die Umorganisation der Arbeit dabei helfen, psychische Belastungen zu reduzieren, wenn Sie z. B. für Arbeitszeitgestaltung flexible Lösungen anbieten. Wenn Sie Home-Office anbieten können, sollten die Beschäftigten nach Möglichkeit großzügig davon Gebrauch machen, um die Anzahl gleichzeitig Anwesender im Betrieb zu reduzieren und so das Infektionsrisiko zu senken.
Bedenken Sie, dass sich die Arbeit für Mitarbeiter*innen, die Kontakt zu Kund*innen, Patient*innen oder Bürger*innen haben, stark verändert hat und unter Umständen besonders belastend sein kann. Es sollte ein Konzept vorhanden sein, wie auch im direkten Kontakt die offiziellen Empfehlungen und Richtlinien eingehalten werden können. Stärken Sie Ihren Mitarbeitenden den Rücken, falls Kund*innen/Patient*innen/Bürger*innen aufgrund der Situation ungewohnt ungeduldig oder aggressiv reagieren und erarbeiten Sie mit Ihren Mitarbeiter*innen Vorschläge zum Umgang mit kritischen Situationen.
Für Ihre Mitarbeitenden sind Sie Vorbild und wichtige Ansprechperson zugleich. Das bedeutet aber nicht, dass Sie für alle Probleme direkt eine Lösung parat haben müssen. Bieten Sie Mitarbeitenden ein offenes Ohr, nehmen Sie Anliegen ernst, binden Sie sie in die Lösungssuche ein und setzen Sie machbare Verbesserungen um.
Prüfen Sie, ob durch die Anliegen in Bezug auf die momentane Situation auch die Gefährdungsbeurteilung zur psychischen Belastung aktualisiert werden muss. Wenn Anliegen außerhalb Ihrer Entscheidungsbefugnis oder Expertise liegen, suchen Sie sich Unterstützung auf der nächsten Führungsebene oder verweisen Sie auf externe Unterstützungsangebote, wie die Corona-Hotline des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Das anonyme und kostenlose Angebot ist täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr unter der Nummer 0800 777 22 44 geschaltet.

Unsere Empfehlung: Konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Sie selbst kontrollieren können (Gestaltung des Tages, Zeitpunkt der Informationsaufnahme, Einhalten von Hygieneregeln). Nutzen Sie möglichst seriöse Medien, um sich zu informieren und halten Sie sich an die Regelungen Ihres Arbeitgebers zu Hygienemaßnahmen. Kümmern Sie sich aktiv um Ihre Sicherheit und um die anderer Personen: So beeinflussen Sie Situationen selbst und leisten einen Beitrag für die Gemeinschaft. Behalten Sie möglichst Ihre Routinen und den Tagesablauf ein - planen Sie Ihren Arbeitstag im Homeoffice mit Arbeitsbeginn, Pausen und Arbeitsende. Fokussieren Sie auf Positives, z. B. den starken Zusammenhalt in Ihrem Team. Suchen Sie das Gespräch und Lösungen mit Vorgesetzten und Kolleg*innen, wenn Sie Ängste oder Probleme haben. Tauschen Sie sich mit für Sie wichtigen Bezugspersonen aus und versuchen Sie nicht, alles mit sich selbst auszumachen. Und scheuen Sie sich nicht, Hilfe außerhalb Ihrer Arbeit zu suchen und anzunehmen. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen betreibt z. B. eine kostenfreie Hotline. Das Angebot ist anonym und täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr unter der Nummer 0800 777 22 44 geschaltet.

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