Letzte Änderung: 30. September 2022

Gestürzt oder ausgerutscht im Betrieb und bei der Arbeit im Freien

So vermeiden Sie bei der Arbeit Unfälle durch Stolpern, Stürzen oder Rutschen

Bereits eine kleine Veränderung des Untergrundes kann uns aus dem Tritt bringen. Da dies nicht nur im Privaten, sondern auch im Berufsleben so ist, machen Unfälle durch Stolpern, Rutschen oder Stürzen einen Großteil des Unfallgeschehen der gesetzlichen Unfallversicherungen aus. Laut einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) passiert etwa die Hälfte aller Sturzunfälle durch Ausrutschen. Die andere Hälfte entsteht durch Stolpern, Umknicken und Fehltritte. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten können, um Unfälle im Betrieb zu reduzieren.

Das Bild zeigt einen Mann im Anzug mit Krawatte kurz vor dem Hinfallen, der über ein Kabel stolpert. Seine Aktentasche fliegt bereits durch die Luft.

Bild: © Nuthawut, Adobe Stock

Mögliche Ursachen im Betrieb identifizieren

Unfälle durch Stolpern, Umknicken oder Fehltreten haben meist diese Ursachen:

  • organisatorische Mängel
  • technische Mängel
  • persönliches Verhalten

Organisatorische Mängel

Zu den organisatorischen Mängeln gehören beispielsweise Arbeitsgegenstände, die den Weg versperren, oder Verkehrswege, die mitten durch Arbeitsbereiche führen.

Technische Mängel

Glatte Böden, Unebenheiten, schlecht verlegte Leitungen oder schlecht beleuchtete Arbeitsplätze gehören zu den technischen Mängeln. Sie stellen eine erhebliche Unfallgefahr dar.

Persönliches Verhalten

Eine wesentliche Rolle spielt auch das persönliche Verhalten. Hier reichen die Fehler von falscher Kleidung über Unaufmerksamkeit und unangemessenem Verhalten bis hin zur Unordnung oder dem Vernachlässigen der Arbeitssicherheit. Eile und Hektik sind weitere

Insgesamt ist es aber weniger das individuelle Verhalten, das Gefahren birgt. Vor allem technische Mängel spielen bei der Entstehung solcher Unfälle eine Rolle. Diese Erkenntnis ist wichtig für die Ableitung von präventiven Maßnahmen.

Dieses Thema muss in allen Bereichen einer Organisation platziert werden, denn nur gemeinsam kann eine sinnvolle Prävention erreicht werden.

Unfallquellen mit der Gefährdungsbeurteilung dokumentieren

Ermitteln Sie im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung, ob ihre Arbeitnehmer*innen am Arbeitsplatz möglicherweise abstürzen, stolpern, stürzen oder ausrutschen könnten. Werden technische oder organisatorische Mängel festgestellt, müssen diese umgehend beseitigt werden.

Checkliste: Die Beschäftigten müssen im Rahmen von Unterweisungen auf folgende Punkte aufmerksam gemacht werden:

  • Verkehrswege freihalten, denn Hindernisse sind Stolperfallen.
  • Gekennzeichnete Verkehrswege benutzen und Gefahrenbereiche meiden.
  • Gekennzeichnete Übergänge benutzen.
  • Gehroste auf Verkehrswegen benutzen.
  • Stolperstellen beseitigen oder ansonsten kennzeichnen.
  • Geeignetes, feste Schuhwerk tragen.
  • Handlauf beim Treppensteigen benutzen.
  • Keine Hektik und Hast! Unaufmerksamkeit führt oft zum Unfall.
  • Verunreinigungen des Fußbodens entweder vermeiden oder so schnell wie möglich beseitigen.
  • Halten Sie Ordnung!
  • Springen Sie nicht von höher gelegenen Arbeitsplätzen herunter!
  • Stühle sind kein geeigneter Ersatz für Leitern und Auftritte.
  • Bei Dämmerung oder Dunkelheit Beleuchtung einschalten.

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