Letzte Änderung: 03. Mai 2021

Krisenmanagement bei einem Großschadensereignis in der Schule

Ist Ihre Schule gut gerüstet für den Ernstfall und kennen Sie SKIT?

Es gibt Situationen, die man mit vorausschauender Planung vermeiden kann. Beispielsweise können Schulgebäude und Außengelände so geplant werden, dass sie möglichst keine Gefährdung für Schülerinnen und Schüler sowie Personal darstellen, beispielsweise wegen spitzer Zäune, Treppen ohne Geländer o. Ä. Und es gibt Gefahren, auf die man weniger bis gar keinen Einfluss hat: z. B. Amokläufe oder andere Ereignisse, die von außen in die Schule getragen werden – so genannte Großschadensereignisse. Hier gilt es für Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitungen und sonstiges Schulpersonal, sich schon in scheinbar sicheren Zeiten gut darauf vorzubereiten. Das rechtzeitige Krisenmanagement mit Krisenplan kann helfen, den Ausgang solcher Ereignisse mit den richtigen Maßnahmen positiv zu beeinflussen. Rüsten Sie sich für eine schulische Krisensituation – wir helfen Ihnen dabei.

Netzwerke für Krisen- und Notfallmanagement in Schulen

Der erste Schritt, um Großschadensereignisse zu vermeiden, sind Präventionsmaßnahmen. Die UKH hilft Schulen dabei, diese zu planen und im Ernstfall auch umzusetzen. In den letzten Jahren wurden in Hessen die notwendigen Strukturen geschaffen, um Schulen und andere Einrichtungen auf den Ernstfall vorzubereiten.

Die Maßnahmen beinhalten

  • das Bedrohungsmanagement,
  • die Krisenvorbereitung
  • und Bewältigungsstrategien nach schweren Gewalttaten an Schulen.

Das Krisen- und Notfallmanagement ist dabei einer der wichtigsten Bausteine.

Es gibt Situationen, auf die man sich nur bedingt vorbereiten kann, weil sie von außen in die Schule hineingetragen werden.  Bild: © VRD, Adobe Stock

Hilfen für die Seele nach traumatischen Erlebnissen – das Netzwerkmanagement

Die Unfallkasse Hessen unterstützt Betroffene nicht nur bei körperlichen Schäden nach einem Schul- oder Arbeitsunfall. Sie sorgt sich auch um „Verletzungen der Seele“ und psychische Gesundheitsschäden, die durch traumatische Ereignisse ausgelöst wurden. Dies gilt sowohl bei Einzelfällen (schwerer Unfall, Suizid einer Schülerin oder eines Schülers oder einer Lehrkraft) als auch bei schulischen Krisen oder anderen Großschadensereignissen. Aber anders als "normale" Arbeits- bzw. Schulunfälle sind solche Vorfälle von großer Dynamik getrieben. Die Situation ist unübersichtlich, eine Vielzahl von Helfenden muss koordiniert werden. Es geht einerseits um ein funktionierendes Krisenmanagement. Besonders wichtig dabei: kommunizieren und Netzwerke nutzen. Es geht andererseits um den Aufbau verlässlicher Strukturen, die alle Informationen schnell und zuverlässig an die richtigen Stellen weiterleiten: das Netzwerkmanagement. Die schnelle und effektive Hilfe für die Betroffenen ist bei solchen Ereignissen unser zentrales Anliegen.

Zum aktiven Netzwerk, das schnelle und wirksame Hilfe garantiert und auf das wir besonderen Wert legen, gehören neben der UKH

  • schulpsychologische Dienste,
  • Krisenteams,
  • Erziehungsberatungsstellen,
  • Jugendhilfen,
  • sonstige psychologische Fachkräfte,
  • Polizei, Rettungswesen, Notfallseelsorge
  • und Kriseninterventionsdienste.
  • Geschäftsstelle der Hessischen Opferbeauftragten.
Die UKH kann die Heilverfahren schnell und unkompliziert durchführen, steuern und überwachen.

Die Säulen des UKH Krisenmanagements

SKIT – das Schulpsychologische Kriseninterventionsteam

Eine tragende Säule im UKH Krisen- bzw. Notfallmanagement ist die Zusammenarbeit mit dem schulpsychologischen Kriseninterventionsteam (SKIT). Geregelt wird diese Zusammenarbeit durch einen Vertrag zwischen UKH, dem Hessischen Kultusministerium (HMKB) und dem Hessischen Ministerium des Inneren und für Sport (HMdI). Die Vereinbarung sichert nach Krisensituationen eine schnelle und professionelle Unterstützung für Schülerinnen und Schüler sowie Beschäftigte an hessischen Schulen. So kann die UKH die Heilverfahren schnell und unkompliziert durchführen, steuern und überwachen – als wichtigste Aufgabe der Rehabilitation. UKH und SKIT einigen sich über die Maßnahmen der psychologischen Notfallversorgung sowie über die mittel- und langfristige psychologische Nachsorge. Die Unfallkasse Hessen beteiligt sich an den Kosten für Fortbildungen und Qualifizierungen der Mitarbeitenden von SKIT und deren professioneller Ausstattung für den Einsatz im Krisenfall.

ZTK – das Zentrum für Trauma und Konfliktmanagement

Der zweite Pfeiler des UKH Krisenmanagements ist die Zusammenarbeit mit dem „Zentrum für Trauma und Konfliktmanagement (ZTK) GmbH“ in Köln. Die Mitarbeitenden sind anerkannte Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Traumabewältigung und des Krisenmanagements. Das ZTK ist weltweit im Einsatz, z. B. nach Naturkatastrophen oder Großschadensereignissen, und betreut und schult Organisationen beim Stressmanagement und bei der Krisennachsorge. Viele Unfallkassen arbeiten seit Jahren vertrauensvoll mit dem ZTK zusammen, zum Beispiel bei einem Großschadensereignis wie einem Amoklauf in einer Schule.

Zahlreiche Unfallkassen arbeiten seit Jahren vertrauensvoll mit dem ZTK zusammen.

AK PSNV – der Arbeitskreis Psychosoziale Notfallversorgung der Stadt Frankfurt am Main

Die Mitarbeit im „Arbeitskreis psychosoziale Notfallversorgung der Stadt Frankfurt am Main (AK PSNV)“ ist ein weiterer wichtiger Bestandteil unseres UKH Krisennetzwerks. Auch die dort vertretenen Hilfeleistungsorganisationen, die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger bis hin zum "Einsatzabschnitt Beratung der Polizeiakademie Hessen" sind wichtige Partnerinnen und Partner und Akteure in der psychologischen Notfallversorgung und im Krisenmanagement.

Geschäftsstelle der Hessischen Opferbeauftragten

Prof. Dr. Daniela Birkenfeld wurde von der Hessischen Landesregierung per Kabinettsbeschluss vom 6. April 2022 als Beauftragte für Opfer schwerer Gewalttaten und Terroranschläge ernannt. Sie ist die zentrale Ansprechpartnerin für alle Anliegen der Betroffenen von Terroranschlägen und schweren Gewalttaten; unter Letzterem sind Amokfahrten, Schulamokläufe oder ähnliche Geschehnisse zu verstehen, bei denen eine Vielzahl von Menschen geschädigt werden und die Polizei eine Landeslage ausruft.

Mit Frau Prof. Dr. Birkenfeld und den Mitarbeitenden der ihrer Geschäftsstelle pflegen wir einen regelmäßigen, vertrauensvollen Austausch.

Der Leitfaden von HMKB und HMdl

In Zusammenarbeit mit Schulpsychologinnen und Schulpsychologen haben HMKB und HMdI den Leitfaden „Handeln in Krisensituationen“ entwickelt. Der Leitfaden gibt Handreichungen zur Gewaltprävention und zur Einschätzung von Gefahrenpotenzial an Schulen.

Der Leitfaden enthält u. a. die Verpflichtung, schulische Krisenteams zu bilden und sich aktiv mit der Prävention und Intervention in Krisenfällen auseinanderzusetzen. Insbesondere in der Akutphase einer Krise kommen auf die Schulleitung der betroffenen Schule eine enorme Fülle an Aufgaben, ein erheblicher Zeit- und Entscheidungsdruck, vor allem aber auch eine große Verantwortung zu. In einer solchen Ausnahmesituation kann ein funktionierendes, schulinternes Krisenteam eine nicht zu unterschätzende Entlastung und Hilfe für die Schulleitung darstellen. Aus diesem Grund ist es überaus wichtig, dass das schulinterne Krisenteam gut aufgestellt ist. Ein lebendiges schulisches Krisenteam – intern wie extern gut vernetzt – zählt zu den wichtigsten Bausteinen in der Krisenprävention.

Leitfaden Handeln in Krisensituationen: Der Leitfaden steht den Schulen nur in gedruckter Form zur Verfügung. Bei Fragen zu diesem Themenbereich wenden Sie sich bitte an die für Ihre Schule zuständigen Schulpsychologinnen oder Schulpsychologen beziehungsweise an die für Krisenintervention und Bedrohungsmanagement zuständige Ansprechperson in Ihrem Staatlichen Schulamt.

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