Letzte Änderung: 13. August 2022

Coronavirus SARS-CoV-2 und Corona Virus Disease

Informationen rund um die Corona-Situation und über COVID-19-Infektionen

Hier finden Sie Neuigkeiten zur Corona-Situation sowie Antworten auf häufige Fragen, z. B. zum Versicherungsschutz und zu Schutzmaßnahmen bei der Arbeit, sowie spezielle, auf die Corona-Pandemie abgestimmte Medien.

COVID-19 als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall?

Eine COVID-19-Erkrankung kann grundsätzlich einen Versicherungsfall in der gesetzlichen Unfallversicherung darstellen. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit eine Erkrankung als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall anerkannt werden, lesen Sie nachfolgend.

Anerkennung von COVID-19 als Berufskrankheit (BK-Nr. 3101)

Von der Nummer 3101 der Berufskrankheitenliste werden Personen erfasst, die infolge ihrer Tätigkeit im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert wurden und deshalb an COVID-19 erkrankt sind. Gleiches gilt für Personengruppen, die bei ihrer versicherten Tätigkeit dieser Infektionsgefahr in einem ähnlichen Maße besonders ausgesetzt waren.

Welche Personen sind durch ihre Tätigkeit einer Infektionsgefahr besonders ausgesetzt?

  • Zum Gesundheitsdienst zählen z. B. Krankenhäuser, Arztpraxen, Apotheken, Physiotherapie-Einrichtungen, Krankentransporte, Rettungsdienste oder Pflegedienstleistungen.
     
  • Einrichtungen der Wohlfahrtspflege sind vor allem solche der Kinder-, Jugend-, Familien- und Altenhilfe sowie solche zur Hilfe für behinderte oder psychisch erkrankte Menschen oder Menschen in besonderen sozialen Situationen (z. B. Suchthilfe oder Hilfen für Wohnungslose).
     
  • Neben wissenschaftlichen und medizinischen Laboratorien werden auch Einrichtungen mit besonderen Infektionsgefahren erfasst, soweit die dort Tätigen mit Kranken in Berührung kommen oder mit Stoffen umgehen, die kranken Menschen zu Untersuchungszwecken entnommen wurden.


Wie ermittelt man, ob einzelne Personen durch ihre Tätigkeiten in anderen Bereichen in ähnlichem Maße einer Infektionsgefahr ausgesetzt sind?

Hierbei kommt es auf die Art der Kontakte mit infizierten Personen an. Diese müssen mit unmittelbarem Körperkontakt (z. B. Tätigkeiten des Friseurhandwerks) oder mit gesichtsnahen Tätigkeiten (z. B. kosmetischen Behandlungen) verbunden sein.

Darüber hinaus gibt es bislang keine wissenschaftlich gesicherten Hinweise darauf, dass bestimmte Berufsgruppen, wie Kassiererinnen und Kassierer oder Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr, bei ihren Tätigkeiten einem vergleichbar erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Eine Anerkennung als Berufskrankheit setzt weiterhin voraus, dass nach einer Infektion mindestens geringfügige klinische Symptome auftreten. Treten erst später Gesundheitsschäden auf, die dann als Folge der Infektion anzusehen sind, kann eine Berufskrankheit ab diesem Zeitpunkt anerkannt werden.

Beschäftigte im Gesundheitswesen finden im gemeinsamen Merkblatt von DGUV und der Deutschen Vereinigung für Intensivmedizin (DIVI) weitere Informationen.

Anerkennung von COVID-19 als Arbeitsunfall

Hat eine versicherte Tätigkeit eine Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 zur Folge und die Voraussetzungen für eine Berufskrankheit liegen nicht vor, so kann die folgende Erkrankung einen Arbeitsunfall darstellen.

Voraussetzungen:

  • Die Infektion ist auf die jeweilige versicherte Tätigkeit zurückzuführen (Beschäftigung, Hochschul- oder Schulbesuch, Ausübung bestimmter Ehrenämter, Hilfeleistung bei Unglücksfällen o. a.).
  • In diesem Rahmen muss nachweislich ein intensiver Kontakt mit einer infektiösen Person ("Indexperson") stattgefunden haben.
  • Spätestens innerhalb von zwei Wochen nach dem Kontakt muss die Erkrankung eingetreten bzw. der Nachweis der Ansteckung erfolgt sein (derzeit PCR-bestätigt).

Die Intensität des Kontakts bemisst sich dabei vornehmlich nach der Dauer und der örtlichen Nähe.

Anhaltspunkte dafür, wann diese Form des Kontakts gegeben ist, geben die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel und das Robert-Koch-Institut. Demnach kann ein Kontakt mit einer Indexperson im näheren Umfeld zu einer Ansteckung führen,

  • wenn dieser länger als zehn Minuten dauert, ohne dass die Beteiligten einen Mund-Nase-Schutz oder eine FFP2-Maske tragen.
  • In Gesprächssituationen kann allerdings auch eine kürzere Zeitspanne ausreichen.
  • Bei hohen Raumkonzentrationen infektiöser Aerosole kann eine Ansteckung nach mehr als zehn Minuten trotz des Tragens eines Mund-Nase-Schutzes oder einer FFP2-Maske erfolgen.

Lässt sich kein intensiver Kontakt zu einer Indexperson feststellen, kann es im Einzelfall ausreichen,

  • wenn es im unmittelbaren Tätigkeitsumfeld der betroffenen Person (z. B. innerhalb eines Betriebs oder einer Schule) nachweislich eine größere Anzahl von infektiösen Personen gegeben hat
  • und konkrete, die Infektion begünstigende Bedingungen bei der versicherten Tätigkeit vorgelegen haben.

Dabei spielen Aspekte, wie

  • Anzahl der nachweislich infektiösen Personen im engeren Tätigkeitsumfeld,
  • Anzahl der üblichen Personenkontakte,
  • geringe Infektionszahlen außerhalb des versicherten Umfelds,
  • räumliche Gegebenheiten, wie Belüftungssituation und Temperatur,

eine entscheidende Rolle.

Hat der Kontakt mit einer Indexperson auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Heimweg stattgefunden und ist in der Folge eine COVID-19-Erkrankung aufgetreten, kann unter den aufgeführten Bedingungen ebenfalls ein Arbeitsunfall vorliegen. Insbesondere ist hier an vom Unternehmen organisierte Gruppenbeförderung oder Fahrgemeinschaften von Versicherten zu denken.

Infektionsmöglichkeit auch in Kantine und Gemeinschaftsunterkünften

In eng begrenzten Ausnahmefällen kann auch eine Infektion in einer Kantine als Arbeitsunfall anerkannt werden.

Grundsätzlich ist der Aufenthalt in einer Kantine als eigenwirtschaftlich und mithin nicht versichert anzusehen. Ist die Essenseinnahme in einer Kantine jedoch aus betrieblichen Gründen zwingend erforderlich oder unvermeidlich und befördern die Gegebenheiten (z. B. Raumgröße und -höhe, Lüftung, Abstandsmöglichkeiten) eine Infektion mit SARS-CoV-2, kann ausnahmsweise Versicherungsschutz bestehen.

Ähnliches gilt für die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften. Nur wenn diese Art der Unterbringung Teil des unternehmerischen, wirtschaftlichen Konzepts ist und sich daraus eine besondere Infektionsgefahr ergibt, kommt eine Anerkennung als Arbeitsunfall überhaupt in Frage. Die Infektionsgefahr muss dabei über das übliche Maß hinausgehen und durch die Eigenheiten der Unterkunft (z. B. Mehrbettzimmer, Gemeinschaftswaschräume und -küchen, Lüftungsverhältnisse) begünstigt werden.

Bei der Prüfung, ob die Voraussetzungen für einen Arbeitsunfall erfüllt sind, wird berücksichtigt, ob im maßgeblichen Zeitpunkt Kontakt zu anderen Indexpersonen in nicht versicherten Lebensbereichen bestanden hat (z. B. Familie, Freizeit oder Urlaub).

Jeder Einzelfall wird von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen geprüft

Im Ergebnis ist in jedem Einzelfall eine Abwägung erforderlich, bei der alle Aspekte, die für oder gegen eine Verursachung der COVID-19-Erkrankung durch die versicherte Tätigkeit sprechen, zu berücksichtigen sind. Nur die Infektion, die infolge der versicherten Tätigkeit eingetreten ist, erfüllt die gesetzlichen Voraussetzungen für die Anerkennung einer COVID-19-Erkrankung als Arbeitsunfall.

Wer muss der UKH wie und wann eine Infektion mit dem Corona-Virus als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit melden?

Betriebe melden der UKH die Infektion bei Verdacht auf Vorliegen eines Arbeitsunfalls mit der vorgeschriebenen Unfallanzeige (über das Mitgliederportal bzw. das Schulportal), sobald sie davon Kenntnis erhalten haben und die infizierte Person Symptome verspürt.

Der Verdacht auf Vorliegen einer Berufskrankheit wird der UKH vom Unternehmen, vom betriebsärztlichen Dienst oder sonstigen Arztpraxen gemeldet. Betroffene können sich natürlich auch selbst an die UKH wenden.

Achtung: Verläuft die Erkrankung weitestgehend symptomfrei, muss die Infektion lediglich ins Verbandbuch eingetragen werden. Verschlechtert sich der Zustand der erkrankten Person, sodass eine ärztliche Behandlung notwendig wird oder treten später Folgen auf, kann der Betrieb auf Basis des Verbandbucheintrags immer noch eine Unfallanzeige erstellen. Mitgliedsbetriebe nutzen für den Verbandbucheintrag und die Unfallanzeige die digitale Möglichkeit im UKH Mitgliederportal.

Häufige Fragen zur Corona-Situation in Unternehmen und Betrieben

COVID-19-Erkrankungen können ggf. die Voraussetzungen einer Berufskrankheit der BK-Nummer 3101 erfüllen. Nämlich dann, wenn Versicherte durch Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit in bestimmten Bereichen gegenüber der allgemeinen Bevölkerung einer wesentlich erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt waren (hierzu zählen Versicherte mit Tätigkeiten in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder in Laboratorien oder die durch eine andere Tätigkeit in ähnlichem Maße einer Infektionsgefahr ausgesetzt sind). Die Allgemeingefahr tritt dabei wegen des erhöhten beruflichen Risikos in den Hintergrund.

Betriebe und Schulen melden der UKH die Infektion mit der vorgeschriebenen Unfallanzeige (über das Mitgliederportal bzw. das Schulportal), sobald sie davon Kenntnis erhalten haben. Der Verdacht auf Vorliegen einer Berufskrankheit wird vom Unternehmen, vom betriebsärztlichen Dienst oder sonstigen Arztpraxen gemeldet. Betroffene können sich natürlich auch selbst an die UKH wenden.

Grundlage unserer Prüfung ist immer die Meldung der Schule bzw. des Betriebs an die UKH (Unfallanzeige). Anhand des übermittelten Sachverhalts prüfen wir die konkreten Umstände im Einzelfall und teilen den Versicherten bzw. den Sorgeberechtigten unsere Entscheidung mit.

Für die Entscheidung, ob ein Versicherungsfall vorliegt, muss die konkrete Situation im Einzelfall geprüft werden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, nur bei einer eindeutig mit der betrieblichen Tätigkeit in Zusammenhang stehenden Infektion, eine entsprechende Anzeige an die UKH zu erstatten. Grundsätzlich sind auch nur Infektionen zu melden, die symptomhaft ablaufen. Symptomlose Infektionen vermerken Sie am besten im Verbandbuch des Betriebs.

Die UKH kommt für die Kosten von Tests (PCR, Antigentests, Antikörpertests) nur dann auf, wenn diese Tests in einem Zusammenhang mit Arbeitsunfällen, Schulunfällen (Kita, Schule, Hochschule) und Berufskrankheiten durchgeführt werden. Dafür ist unter anderem auch Voraussetzung, dass konkrete und zu einer Infektion passende Krankheitserscheinungen bei der betroffenen Person vorliegen. Ohne derartige Krankheitserscheinungen übernimmt die UKH keine Testkosten.

Die Ausstattung mit einem dienstlichen Notebook oder gar die Nutzung privater Computer für dienstliche Zwecke fällt nicht in den Geltungsbereich der Arbeitsstättenverordnung. Die Arbeit erfolgt hier ohne Bindung an einen fest eingerichteten Arbeitsplatz außerhalb des Betriebes. Allerdings muss der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin seinen/ihren Pflichten gemäß des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) weiterhin dadurch gerecht werden, indem er/sie organisatorische Maßnahmen trifft und den Beschäftigten klare Verhaltensanweisungen gibt. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass kurzfristig verordnetes mobiles Arbeiten im Homeoffice in der Dauer wie ein Telearbeitsplatz anmuten kann – je nachdem wie lange die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus andauern.

Arbeiten Beschäftigte nur gelegentlich oder befristet im Homeoffice, ist es ausreichend, wenn dafür ein Laptop genutzt wird. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) geht davon aus, dass diese Form der mobilen Arbeit auch für die aktuelle Corona-Situation gilt. Erst bei regelmäßiger Arbeit von zu Hause aus, der sogenannten Telearbeit, muss ein fester Bildschirmarbeitsplatz eingerichtet und die Arbeitsstättenverordnung beachtet werden. Die Arbeitsstättenverordnung regelt in Einheit mit der Gefährdungsbeurteilung dann auch die Büroausstattung (drehbarer Bürostuhl, Beleuchtungssituation etc.)

Gemäß § 4 der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung hat der Arbeitgeber zur Minderung des betrieblichen SARS-CoV-2-Infektionsrisikos den Beschäftigten, soweit diese nicht ausschließlich in ihrer Wohnung arbeiten, mindestens zweimal pro Kalenderwoche kostenfrei einen Test in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 anzubieten.

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ermöglicht es dem Arbeitgeber aber, vollständig geimpfte oder von einer COVID-19-Erkrankung genesene Beschäftigte von den betrieblichen Testangeboten auszunehmen, sofern er dazu über belastbare Angaben der Beschäftigten verfügt.

Die Coronavirus-Testverordnung unterscheidet nicht zwischen Ungeimpften, Genesenen und Geimpften. Nach § 2 und § 3 der Coronavirus-Testverordnung sind zum Beispiel für Kontaktpersonen von nachweislich an Corona-Erkrankten oder bei Ausbrüchen in bestimmten Einrichtungen weiterhin kostenfreie Tests möglich. In den §§ 4 und 4a der Coronavirus-Testverordnung ist festgelegt, in welchen Fällen asymptomatische Personen Anspruch auf einen kostenfreien Test haben und im § 4b der Coronavirus-Testverordnung, wann ein Anspruch auf einen kostenfreien PCR-Test besteht.

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