Bleiben Sie auf dem Laufenden

Newsletterangebote der Unfallkasse Hessen

Abonnieren Sie den Newsletter der Unfallkasse Hessen für Ihren Arbeitsbereich. So sind Sie immer auf dem neusten Stand zu Sicherheits- und Gesundheitsthemen, Corona-Infos, neuen Veröffentlichungen, Änderungen der Rechtslage und freien Seminarplätzen.

Persönlichen Daten
Ich interessiere mich für Themen aus dem Bereich (Mehrfachauswahl möglich):*

Anmeldung zum Pressespiegel Abfallwirtschaft

Teilen Sie uns mit, was Sie sich von Ihrer Unfallkasse wünschen: Einen Podcast für Ihren Tätigkeitsbereich? Bestimmte Arbeitshilfen? Oder möchten Sie Teil des UKH Medien-Beirats werden und UKH Produkte für Ihren Arbeitsbereich mitentwickeln oder als erstes testen? Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Ihre Mitteilung an uns zur Newsletter-Anmeldung

Durch Angabe meiner E-Mail-Adresse und Absenden des Formulars erkläre ich mich damit einverstanden, dass die Unfallkasse Hessen mir Neuigkeiten zum Thema Sicherheit und Gesundheit sowie Informationen zu Seminaren per E-Mail zuschickt. Meine Einwilligung kann ich gegenüber der Unfallkasse Hessen jederzeit durch Klicken auf den Abmeldebutton im Newsletter widerrufen. Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung

* Pflichtfelder


Letzte Änderung: 15. Mai 2022

Vier Module zur Unterweisung für Entsorgungsbetriebe

Muster-Unterweisungen, um Unfällen bei der kommunalen Abfallsammlung vorzubeugen

Beim Einsammeln und der Behandlung von Abfällen sind Beschäftigte der Entsorgungsbetriebe erheblichen Gefahren ausgesetzt. Doch nicht nur die Beschäftigten sind gefährdet: Auch auf Fußgänger*innen und Radfahrende müssen die Beschäftigten der Müllabfuhr aufpassen. Um sie dafür besser zu sensibilisieren und damit Unfälle zu vermeiden, haben wir gemeinsam mit der Unfallkasse NRW zu verschiedenen Tätigkeiten bei der Abfallsammlung „Unterweisungsmodule“ erstellt. Wir erklären, wie man sie am besten nutzt.

Die meisten Unterweisungen bei der Abfallsammlung werden früh am Morgen vor Beginn einer Tour durchgeführt. Die Aufmerksamkeit kann zu dieser Zeit noch etwas eingeschränkt sein. Deshalb ist eine kurzweilige und nicht ausufernde Unterweisung hilfreich.

So unterweisen Sie mit den Modulen

"Klassische" Unterweisungen sind häufig belehrend konzipiert. Grundsätzlich kann man jedoch davon ausgehen, dass die Beschäftigten zwar wissen, welche Arbeitsweise die "richtige" ist, diese jedoch in der Praxis nicht immer umsetzen – aus unterschiedlichen Gründen. Die Unterweisungsmodule hingegen sollen vor allem zur Diskussion über die individuelle Arbeitsweise anregen:

  • Zeigen Sie den Kolleg*innen oder Mitarbeiter*innen zuerst den Clip zum Thema, welches Sie unterweisen wollen. Der Clip zeigt, wie der Arbeitsvorgang „richtig“ bzw. „sicher“ durchgeführt werden soll. Das ist dann die Grundlage für die Diskussion.
  • Den Vortrag können Sie anschließend nutzen, um die wichtigsten Aspekte des Arbeitsvorganges nochmals explizit aufzuarbeiten. Und zu schauen: Was geht wie besser?
  • Die Moderationshinweise helfen der unterweisenden Person dabei, durch die Diskussion zu führen. Sie geben Hilfestellung, welche Aspekte aus Sicht der Unfallverhütung besonders wichtig sind.

Die Abfallexperten im Einsatz. Hier das Team aus Bad Homburg.  Bild: © UKH

Module zum Rückwährtsfahren, Verhalten an der Schüttung, Trittbrettfahren und Sperrmüllsammlung

Die Clips zeigen den Idealfall. Wenn sich in den Betrieben die Praxis von der Theorie entfernt hat, gibt es dafür Gründe. Ziel sollte es sein diese zu ergründen, damit sie abgestellt oder beeinflusst werden können: Gibt es betriebliche Gründe? Liegt es an der Organisation z. B. der Tourenplanung oder Fahrzeugbesetzung? Oder liegt es eher in der Öffentlichkeit (an den Bürger*innen oder am Verkehr)? Oder gibt es überwiegend persönliche Gründe? Fehlen Vorbilder für eine gesunde Präventionskultur? Diese Fragen können nur in den Betrieben individuell beantwortet werden.

Denkbar ist auch, eigene Unfälle des Betriebs in der Unterweisung zu thematisieren und deren Ursache zu diskutieren.

Theorie und Praxis – (k)ein Widerspruch!?

Empfinden Sie die Vorgehensweise in den Videos als idealtypisch für die Abfallsammlung, aber zu weit weg von der Realität? Wir sagen: keinesfalls! Die Module zeigen die Arbeitswirklichkeit und berücksichtigen dabei auch das übergeordnete Unfallgeschehen und Erkenntnisse aus der Gefährdungsbeurteilung. Es ist noch nicht lange her, dass Fahrzeuge ohne Einweisende rückwärts in die engsten Straßen rangierten. Die Lader*innen gingen derweil voraus, um die Abfallbehälter zu positionieren. Bitte arbeiten Sie so nicht mehr, es ist zu gefährlich.

Das Team aus Münster (NRW).  Bild: © UKH

Beim Rückwärtsfahren: Ein oder zwei Einweiser?

Die Videos zeigen das Rückwärtsfahren mit zwei Einweisern – einer vor und einer hinter dem Fahrzeug, der die enge Rückfahrtstrecke überwacht. Es gibt Strecken, bei denen dies absolut notwendig und eine logische Konsequenz aus der Gefährdungsbeurteilung ist. Denn wenn der vordere Fahrzeugteil verschwenkt, ist dieser Bereich weder vom Fahrenden noch vom Einweisenden hinter dem Fahrzeug einsehbar.

Im günstigsten Fall werden so lediglich mögliche Sachschäden verhindert. Es gab jedoch bereits einen tödlichen Unfall, bei dem eine Passantin von dem eingeschlagenen Vorderrad bei der Rückfahrstrecke überrollt wurde. Um solche Gefahren und die notwendigen Maßnahmen zu erkennen, muss die Fahrzeugbesatzung entsprechend sensibilisiert werden.

Führen Sie die Diskussion als Unterweiser*in indem Sie die Frage diskutieren: "Gibt es auf eurer Sammeltour Orte oder Situationen, bei denen ein zweiter Einweiser sinnvoll und nötig ist?" Es soll nicht die Botschaft vermittelt werden, dass ab sofort nur noch mit zwei Einweiser*innen gearbeitet werden darf. Sich aktiv mit der Gefährdungsbeurteilung auseinanderzusetzen und sie zentral in die Überlegungen der Tourenplanung einzubeziehen, ist für uns moderner Arbeitsschutz.

An der Schüttung: Darum ist Ergonomie besonders wichtig

Das Video zur Schüttung zeigt das Bewegen von Abfallbehältern. Die Präsentation weist auf die große Belastung beim Transport oder beim Herumwirbeln der Behälter hin. Abfallsammlung ist eine schwere und belastende Tätigkeit. Solche oder vergleichbare Bewegungen, z. B. das Hochziehen von einem anfahrenden Fahrzeug bei der Trittbrettmitfahrt, führen zu Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats. Dieser Fakt darf nicht mit einem Hinweis auf die tatsächliche Praxis bei der Abfallsammlung abgetan werden. Denn Muskel-Skelett-Erkrankungen oder dauerhafte Körperschäden werden den Unfallkassen häufig gemeldet. Und im schlimmsten Fall können Ihre Kolleg*innen ihre Arbeit nicht mehr ausüben.

Den Beschäftigten müssen die langfristigen Konsequenzen ihres Handelns vor Augen geführt und ergonomische und gesundheitserhaltende Verhaltensweisen vermittelt werden. Sprechen Sie mit Ihren Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen über gesündere Arbeitsweisen und nehmen Sie diese Module zum Anlass.

Trittbrettfahren: Besondere Aufmerksamkeit ist geboten

Die Müllwerker*innen müssen besonders aufmerksam sein und den Verkehr und die Straßenbeschaffenheit immer im Blick behalten. Die Fahrt auf dem Trittbrett z. B. ist eine der gefährlichsten Situationen bei der täglichen Arbeit. Mitfahrer*innen auf dem Trittbrett und die Person, die das Fahrzeug fährt müssen sehr gut aufeinander aufpassen und sich unbedingt aufeinander verlassen können. Viele schwere Unfälle passieren, weil das Fahrzeug überraschend bremsen oder ausweichen muss oder das Trittbrett wegen einer Bodenwelle aufsetzt und die mitfahrende Person heruntergeschleudert wird. Die Trittbrettfahrt sollte deshalb möglichst vermieden werden. Wenn sie nötig ist, ist besondere Aufmerksamkeit und gute Kommunikation geboten.

Sperrmüll laden: Warum die richtige PSA entscheidend ist

Wer als Müllwerker*in bei der Abfallsammlung arbeitet muss auf einiges achten – auch bei der Sperrmüllverladung:

  • Warnkleidung ist Pflicht, damit man gesehen wird,
  • Handschuhe müssen wegen der Quetschgefahr immer getragen werden,
  • auf Hautschutz z. B. in Form von Sonnenschutz im Sommer sollte nicht verzichtet werden
  • Gehörschutz an der Schüttung tut den Ohren gut,
  • Augenschutz, Fußschutz, Kälteschutz, Nässeschutz sind je nach Tätigkeit oder Witterung notwendig.

Vor allem beim Pressen des Sperrmülls ist es laut und es fliegen jede Menge größere und kleinere Splitter durch die Luft. Die persönliche Schutzausrüstung muss der Tätigkeit angemessen gewählt sein. Auch das ergonomische Arbeiten spielt beim Verladen von Sperrmüll eine übergeordnete Rolle. Warum gibt es welche Gefahren, wie etabliert sich eine gesunde Arbeitsweise und wie können Vorgesetzte die Kommunikation mit den Beschäftigten dazu optimieren?

Die UKH Unterweisungsmodule geben Führungskräften die perfekte Hilfestellung, um die jährliche Sicherheitsunterweisung abwechslungsreich und dialogisch durchzuführen.

Modul 1: Rückwärtsfahren bei der Abfallsammlung

  • Video „Rückwärtsfahrt“ zum Einstieg in die Unterweisung (Die Abfallexperten im Einsatz)
  • Unterweisungsmodul „Rückwärtsfahrt bei der Abfallsammlung“
  • Moderationshinweise zum Unterweisungsmodul Rückwärtsfahrt

Modul 2: Richtiges Verhalten an der Schüttung

Modul 3: Sicheres Verhalten bei der Trittbrettfahrt

  • Video „Trittbrettfahrt“ zum Einstieg in die Unterweisung (Die Abfallexperten im Einsatz)
  • Unterweisungsmodul „Sicheres Verhalten bei der Trittbrettfahrt“
  • Moderationshinweise zum Unterweisungsmodul Trittbrettfahrt

Modul 4: Sicheres Arbeiten bei der Sperrmüllsammlung und -Verladung

  • Video „Sperrmüll verladen“ zum Einstieg in die Unterweisung (Die Abfallexperten im Einsatz)
  • Unterweisungsmodul „Sicheres Arbeiten bei der Sperrmüllsammlung und -Verladung“
  • Moderationshinweise zum Unterweisungsmodul Sperrmüll verladen

Die Unterweisung steht jedem zu

Beschäftigte in deutschen Unternehmen haben grundsätzlich das Recht, wenigstens einmal im Jahr in puncto Arbeitssicherheit „unterwiesen“ zu werden. Das bedeutet, dass sie über die Risiken ihres Jobs sprechen und notwendige Maßnahmen erfahren, damit die Arbeit sicher und ohne Schaden für die Gesundheit durchgeführt werden kann.

Bereits 2005/2006 konnte der Fachbereich "Entsorgung" der Prävention der UKH eine Gruppe von Sicherheitsexpert*innen aus kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieben in Hessen für ein gemeinsames Projekt gewinnen. Damals ging es um Unfälle beim Ein- und Aussteigen aus Fahrzeugen der Abfallsammlung, seinerzeit ein echter Unfallschwerpunkt. Das dabei entstandene Video "Sicherheit beim LKW-Ausstieg" ist noch heute auf dem YouTube-Kanal der UKH präsent und wird in vielen Betrieben regelmäßig bei Unterweisungen eingesetzt.

Weitere Informationen

Wenn Sie als Unterweisende auch mit alltäglichen Unfallmeldungen aus der Presse hinweisen möchten, können Sie sich für den wöchentlichen Newsletter zur Abfallsammlung anmelden (E-Mail an t.rhiel[at]ukh.de).

Die Clips wurden mit Unterstützung des Betriebshofes in Bad Homburg und der Abfallwirtschaft Münster (NRW) gedreht.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Der Fahrer eines Müllfahrzeuges schaut in den Seitenspiegel um das Handsignal eines Müllwerkers zu sehen.
Zwei Bildschirme zeigen die Bilder einer Rückfahrkamera. Zwei Müllwerker in orangegelber Kleidung verschieben Mülltonnen.

Seminare