01.04.2020 - Das sollten Beschäftigte und Betriebe jetzt beachten

Mobiles Arbeiten und Homeoffice in Zeiten von Corona

Person die am Laptop arbeitet

Dank mobiler Endgeräte können viele Arbeitnehmer*innen ihren Job bereits von unterwegs erledigen. Gerade in der aktuellen Corona-Situation gewinnt dies immens an Bedeutung. Da stellt sich auch die eine oder andere Frage nach dem Arbeits- und Gesundheitsschutz. Und wie steht es um den Versicherungsschutz der Beschäftigten? Wir zeigen die wichtigsten Aspekte auf.

Rechtliche Hinweise:

Unter mobiler Arbeit sind Tätigkeiten zu verstehen, die außerhalb der Arbeitsstätte unter Nutzung von stationären oder tragbaren Computern oder anderen Endgeräten stattfinden und nicht zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten fest vereinbart sind. Solche Tätigkeiten umfassen auch das kurzfristig angesetzte Arbeiten in der eigenen Wohnung. Bei der Möglichkeit, während der Corona-Krise für einen begrenzten Zeitraum im Home-Office zu arbeiten, handelt es sich also – in der Regel – nicht um Telearbeit im Sinne der Arbeitsstättenverordnung, sondern um mobile Arbeit. Für mobile Arbeit gelten die allgemeinen Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes und des Arbeitszeitgesetzes, spezielle Regelungen wie bei der Telearbeit gibt es jedoch nicht. In Ausnahmesituationen, wie momentan auf Grund des Coronavirus, kann mobiles Arbeiten auch über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.

Wenn Telearbeit oder mobiles Arbeiten als abhängige Beschäftigung ausgeübt werden, besteht der Schutz über die gesetzliche Unfallversicherung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.

Laut Gesetzgebung (§ 8 Abs. 1 SGB VII) muss eine versicherte Tätigkeit durch das jeweilige Arbeitsverhältnis bzw. den Arbeitsvertrag begründet sein. Dabei ist nicht nur der schriftliche Arbeitsvertrag relevant, sondern auch mündliche Absprachen und praktizierte Arbeitsabläufe.

Das bedeutet, dass grundsätzlich alles, was Beschäftigte im Interesse des Arbeitgebers tun und was dieser akzeptiert bzw. nicht ausdrücklich untersagt hat, eine versicherte Tätigkeit ist. Dabei ist es nicht von Bedeutung, wo und wann diese Arbeit geleistet wird. Damit steht mobile Arbeit grundsätzlich unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Allerdings ist davon auszugehen, dass (ähnlich wie bei der Telearbeit) der Versicherungsschutz sehr eng auf die Tätigkeit bezogen wird – nicht auf das Arbeitsumfeld.

Es kann also bei Unfällen während der Telearbeit oder dem mobilen Arbeiten zu Abgrenzungsfragen von "nicht versicherter bzw. privater" und "versicherter betrieblicher" Tätigkeit kommen kann. Es wird meist im Einzelfall entschieden, ob ein sogenannter innerer Zusammenhang zwischen der Aktion, die zum Unfall führte, und der tatsächlichen betrieblichen Tätigkeit bestand.

Zur Beurteilung ist die "objektivierte Handlungstendenz des Versicherten" wesentlich, also die Frage, ob der Versicherte im konkreten Einzelfall eine Tätigkeit ausüben wollte, die dem Beschäftigungsunternehmen dient, als der Unfall passierte und ob sich diese Handlungstendenz durch die Umstände des Einzelfalls objektiv bestätigt lassen.

Detaillierte Informationen können Sie im inform Artikel der Ausgabe 01-2018 nachlesen.

Bild: © Adobe Stock, tippapatt

Weitere News

Titelbild inform – Das Magazin für Sicherheit und Gesundheit. Heft 3 September 2020

inform online

Das Neueste zu Sicherheit und Gesundheit

News, Reportagen, wichtige Informationen für Führungskräfte oder Sicherheitsbeauftragte vor allen anderen lesen: Abonnieren Sie den RSS-Feed auf inform-online.ukh.de!

Logo Kommmitmensch

Sagen Sie uns die Meinung!

Onlinebefragung Kommmitmensch

Nehmen Sie an unserer kurzen Online-Befragung zur bundesweiten kommmitmensch-Kampagne teil. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert nur ca. 5 Minuten und ist selbstverständlich anonym. Ihre Meinung zur Kampagne ist uns wichtig, um unsere Kampagnenangebote weiterzuentwickeln. Zur Onlinebefragung

Magazintitel "Sicher zuhause und unterwegs" Ausgabe 3/2020

Wie Ü60er zu ihrem Sport finden - spannende Erfahrungsberichte

Neue Ausgabe des Magazins "Sicher zuhause und unterwegs" erschienen

Was bewegt ältere Menschen, eine neue Sportart zu lernen? Oder sich wieder einem liebgewonnenen Sport aus ihrer Jugend zu widmen? Und sind sie dabei im Vorteil oder im Nachteil, wenn es um das Verletzungsrisiko geht. Antworten auf diese Fragen geben drei Sportlerinnen und ein Sozialpsychologe in der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Sicher zu Hause & unterwegs". In weiteren Beiträgen geht es beispielsweise um das richtige Verhalten bei der Begegnung mit Wildtieren im Wald, um sicheres Rad fahren im Winter und um Work-Life-Balance. Zum Magazin

Newsletter

Informationen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz:

UKH Newsletter erschienen

Unser Newsletter informiert Sie über wissenswerte Neuigkeiten aus der Welt rund um Sicherheit und Gesundheitsschutz. Wir informieren Sie heute über den Führungswechsel bei der UKH zum 1. Juli und die Wiederaufnahme unseres Seminarbetriebs unter den geltenden Hygienevorschriften. Auch finden Sie hier Informationen zu der neuen SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie weitere wissenswerte Hinweise.
Klicken Sie einfach rein!