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Letzte Änderung: 21. November 2021
Versicherungsleistungen für die Kinderfeuerwehr

Unfall in der Kindergruppe der Freiwilligen Feuerwehr, was nun?

Die Unfallkasse Hessen schützt Menschen, die sich im Interesse der Allgemeinheit besonders engagieren, so z. B. die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren. Das gilt auch für die Kindergruppen in den Freiwilligen Feuerwehren.

Wer ist versichert?

Neben den Aktiven und den Jugendfeuerwehrleuten sind auch die Angehörigen der Kinder- oder „Bambini“-Feuerwehren bei der Unfallkasse Hessen gesetzlich unfallversichert und somit in guten Händen. Die Voraussetzungen für den Versicherungsschutz sind, dass die Kinderfeuerwehr dem öffentlich-rechtlichen Teil der Feuerwehr zugeordnet ist und die Kinder zwischen sechs und neun Jahre alt sind. Der Versicherungsschutz für die Kinder ist für die Eltern kostenlos.

Seit dem Jahr 2007 sind in Hessen auch die jüngsten Feuerwehrleute gesetzlich bei der UKH versichert. Mit der Einführung des § 8 Abs. 4 HBKG hat der Gesetzgeber diesen Rahmen geschaffen: Zur Nachwuchsgewinnung können bei den Freiwilligen Feuerwehren für Kinder vom vollendeten sechsten bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres Kindergruppen gebildet werden.

Was ist versichert?

Der Unfallversicherungsschutz umfasst nicht nur die Gruppenstunden selbst, sondern auch

  • alle erforderlichen Wege
  • die Teilnahme an Ausflügen sowie
  • an spielerischen Freizeitaktivitäten,

soweit die Veranstaltung von den Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr genehmigt ist.

Bild: © UKH
Eine Kindergruppe der Freiwilligen Feuerwehr steht im Ankleideraum einer Feuerwache. Einige tragen Brandbekämpfungs-Überjacken, andere Feuerwehrhelme.

Was bietet die Unfallkasse Hessen?

Unfälle sollen möglichst gar nicht erst passieren. Die Präventionsexpert*innen der UKH unterstützen darum die Leitungen der hessischen Freiwilligen Feuerwehren und die Jugend-Feuerwehrwart*innen mit Beratungen, Seminaren und Informationen. Auch werden regelmäßig Wettbewerbe für Kinder und Jugendliche in der Feuerwehr veranstaltet, um ein frühes Bewusstsein für Gefährdungen zu schaffen und auch, um selbst sichere Lösungen zu erarbeiten und beispielhaft zu kommunizieren.

Und wenn doch ein Unfall in der Kinderfeuerwehr passiert?

Dann wird der Unfall der UKH sofort gemeldet und diese leitet ggfs. die notwendigen medizinischen und therapeutischen Schritte ein. Das verletzte Kind und seine Eltern sollen sich dann nur um die Genesung kümmern – alles Weitere erledigen die Reha-Manager*innen und Leistungsfachleute der Unfallkasse Hessen.

Bei kleinen, harmlosen Unfällen ohne Folgen ist keine Unfallanzeige nötig.

Das können Sie bei einem Unfall in der Kinderfeuerwehr tun:

Bitte dokumentieren Sie kleine, harmlose Unfälle ohne Folgen im Verbandbuch oder in der Personalkartei und melden Sie sie formlos der Gemeinde. Eine Unfallanzeige ist nicht nötig.

Bei schweren Verletzungen (Brüche, stark blutende Wunden, Bewusstlosigkeit) muss ein D-Arzt oder die Notfallambulanz aufgesucht werden. Hier ist außerdem ein besonderer Transport (Rettungswagen, Notarztwagen) und fachkundige Begleitung erforderlich.

In einem solchen Fall muss umgehend die/der Vorgesetzte bei der Feuerwehr eingeschaltet werden. Diese*r muss die Unfallanzeige ausfüllen und sie über die Kommune an die UKH weiterleiten. Bei Tod und bei schweren Unfällen muss die UKH unverzüglich telefonisch (069 29972-440) oder per E-Mail (ukh[at]ukh.de) informiert werden.

Bitte weisen Sie den Arzt/die Ärztin darauf hin, dass es sich um einen Feuerwehrunfall handelt und die Unfallkasse Hessen zuständig ist. Wir rechnen direkt mit ihnen und auch mit den Krankenhäusern ab.

Bei leichten Verletzungen (kleine Schürfwunden, Splitter in der Haut, kleine Schnittwunden, leichte Prellungen) reicht die Vorstellung in der nächstgelegenen Praxis aus. Für eine Begleitperson muss unbedingt gesorgt werden! Wenn das Kind mit einem Privat-PKW zum Arzt transportiert wird, sind Fahrer*in und verletztes Kind gesetzlich unfallversichert.

Eine Kindergruppe der Freiwilligen Feuerwehr posiert mit Feuerlöschern und Brandäxten neben einem Feuerwehrfahrzeug.

Diese Leistungen übernimmt die UKH nach einem Unfall

  • ambulante und stationäre Behandlung, auch in Reha-Einrichtungen
  • zahnärztliche Behandlung einschließlich Versorgung mit Zahnersatz
  • Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel (auch Brillen)
  • häusliche Krankenpflege
  • Pflegegeld, Pflegekraft, Heimpflege.
Bild: © UKH
Übrigens: Diese Leistungen werden direkt mit der UKH abgerechnet und nicht über die Krankenkasse.

Weitere gesetzliche Aufgaben sind die schulische und soziale Rehabilitation nach schwersten Unfällen. Auszug für schulische und soziale Rehabilitation:

  • Ausbildung einschließlich des dazu erforderlichen Schulabschlusses
  • Kraftfahrzeughilfe (z. B. behinderungsbedingte Zusatzausstattung)
  • Wohnungshilfe (z. B. behindertengerechter Umbau)
  • Haushaltshilfe

Finanzielle Sicherheit im Fall der Fälle

Nach einem Kinderunfall im Feuerwehrdienst kann zum Beispiel einem Elternteil Kinderpflegeverletztengeld gewährt werden, so dass die Kinderbetreuung zu Hause gesichert ist.

Weitere Geldleistungen:

  • Versichertenrente, wenn die „Erwerbsfähigkeit“ länger als 26 Wochen um mindestens 20 Prozent gemindert ist,
  • Mehrleistungen, die die Angehörigen der Feuerwehren, die sich im Interesse der Allgemeinheit engagieren, nach einem Unfall zusätzlich finanziell absichern.
Bild: © UKH
Vier Kinder lehnen an der Rückseite eines Feuerwehrwagens. Zwei von ihnen tragen Feuerwehrhelme.

Häufige Fragen

Auf dem UKH Unfallausweis sollen Name, Anschrift und Erreichbarkeit von Erziehungsberechtigten und die Kontaktdaten der hausärztlichen Praxis vermerkt werden. Die Karte dient dazu, den*die Arzt*Ärztin nach einem Unfall im Feuerwehrdienst auf die Zuständigkeit der Unfallkasse Hessen hinweisen, die die Kosten übernehmen wird. Der UKH Unfallausweis dient dazu, das ärztliche Verfahren zu vereinfachen.

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